Pour Cost ist der Prozentsatz deines Getränkepreises, der in die Zutaten fließt - dasselbe wie Lebensmittelkosten, aber für Getränke. Eine gesunde Pour Cost für Cafés und Bars liegt zwischen 18% und 25%, hängt aber von deinem Konzept und der Art des Getränks ab. In diesem Artikel lernst du genau, wie du die Pour Cost berechnest und welche Prozentsätze für verschiedene Getränkearten realistisch sind.
Was ist Pour Cost genau?
Pour Cost ist das Verhältnis zwischen dem, was du für das Getränk (Zutaten) bezahlst, und dem, was du dafür verlangst. Wie bei Essen berechnest du dies als Prozentsatz deines Verkaufspreises ohne MwSt.
? Beispiel:
Du verkaufst ein Bier für €3,00 (inkl. 21% MwSt):
- Verkaufspreis ohne MwSt: €3,00 / 1,21 = €2,48
- Einkaufspreis Bier: €0,45
Pour Cost: (€0,45 / €2,48) × 100 = 18,1%
Gesunde Pour-Cost-Prozentsätze pro Getränkeart
Nicht alle Getränke haben die gleiche Marge. Hier sind die üblichen Prozentsätze:
- Bier: 18-22% Pour Cost
- Wein pro Glas: 20-25% Pour Cost
- Spirituosen (pur): 15-20% Pour Cost
- Cocktails: 20-28% Pour Cost
- Softdrinks: 10-15% Pour Cost
- Kaffee: 15-20% Pour Cost
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit dem Preis ohne MwSt. Alkoholische Getränke fallen unter 21% MwSt, nicht 9% wie Essen!
Cocktails: alle Zutaten einrechnen
Bei Cocktails wird es komplizierter. Du musst alle Zutaten einbeziehen: Spirituosen, Mixer, Garnitur und sogar Eis.
? Beispiel: Gin Tonic
Verkaufspreis: €8,50 (inkl. 21% MwSt) = €7,02 ohne MwSt
- Gin (4 cl): €1,20
- Tonic (15 cl): €0,35
- Limette (1 Stück): €0,10
- Eis: €0,05
Gesamtzutaten: €1,70 → Pour Cost: 24,2%
Warum Pour Cost wichtig ist
Eine zu hohe Pour Cost bedeutet, dass du mit deinen Getränken zu wenig verdienst. Das ist ein Problem, denn Getränke haben oft die höchste Marge in deinem Betrieb.
- Kein Personal nötig: Gäste holen sich Getränke selbst oder der Barkeeper schenkt schnell
- Lange Haltbarkeit: Spirituosen und Bier verderben nicht schnell
- Hoher Umsatz pro m²: Bar nimmt wenig Platz ein, generiert viel Umsatz
Wenn deine Pour Cost zu hoch ist, verlierst du Geld bei deinem profitabelsten Produkt.
Häufige Fehler bei Pour Cost
⚠️ Achtung:
Zu großzügiges Schenken ist der größte Kostenfaktor. Ein zusätzlicher Zentiliter Whisky pro Glas kann deine Pour Cost um 5 Prozentpunkte erhöhen.
- Keine Messbehälter verwenden: "Nach Gefühl" schenken kostet Geld
- Kostenlose Getränke: Freunde des Besitzers bekommen "eins aufs Haus"
- Verschüttetes nicht verfolgen: Verschüttete Getränke kosten auch Geld
- Falsche MwSt-Berechnung: 21% statt 9% verwenden
Pour Cost verbessern ohne Preise zu erhöhen
Du kannst deine Marge verbessern, ohne deine Preise anzupassen:
- Messbehälter verpflichtend: Konsistente Portionen = vorhersehbare Kosten
- Bessere Einkäufe: Größere Verpackungen sind oft günstiger pro Liter
- Happy Hour strategisch: Niedrigere Marge in ruhigen Zeiten zieht Kunden an
- Teurere Marken promoten: Premium-Spirituosen haben oft bessere Marge
? Beispiel: Auswirkung von Messbechern
Ohne Messbehälter: durchschnittlich 4,5 cl Whisky pro Glas
Mit Messbehälter: genau 4,0 cl Whisky pro Glas
Einsparung: 0,5 cl × 100 Gläser/Woche × €30/Liter = €78/Woche = €4.056/Jahr
Verwandte Artikel
Wie berechnest du Pour Cost? (Schritt für Schritt)
Berechne Verkaufspreis ohne MwSt
Teile deinen Menüpreis durch 1,21 (bei alkoholischen Getränken). Für ein Bier von €3,00: €3,00 / 1,21 = €2,48 ohne MwSt. Achtung: Alkohol fällt unter 21% MwSt, nicht 9%.
Addiere alle Zutatenkosten
Rechne die genaue Menge jeder Zutat. Bei Cocktails: alle Spirituosen, Mixer, Garnitur und Eis. Verwende deine Einkaufspreise und rechne auf die Portionsgröße um, die du ausschenkst.
Berechne den Prozentsatz
Teile die Gesamtzutatenkosten durch den Verkaufspreis ohne MwSt und multipliziere mit 100. Formel: (Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt) × 100 = Pour Cost %.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Pour Cost bei deinen 3 meistverkauften Getränken. Wenn diese stimmen, hast du 80% deines Getränkegewinns unter Kontrolle.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pour Cost und Lebensmittelkosten?
Muss Eis auch in die Pour-Cost-Berechnung einbezogen werden?
Warum haben Spirituosen eine niedrigere Pour Cost als Bier?
Wie oft sollte ich meine Pour Cost überprüfen?
Kann ich Pour Cost automatisch verfolgen?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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