Cocktailmargen bestimmen, ob deine Bar profitabel läuft. Viele Barbetreiber unterschätzen ihre Pour Cost, wodurch sie bei jedem Cocktail Geld verlieren, ohne es zu wissen. In diesem Artikel lernst du die durchschnittlichen Margen auf Cocktails und wie du diese selbst berechnest.
Was sind durchschnittliche Cocktailmargen?
Die Pour Cost (Äquivalent von Lebensmittelkosten für Getränke) auf Cocktails liegt durchschnittlich zwischen 18% und 25%. Das bedeutet, dass deine Bruttomarge 75% bis 82% beträgt.
- Premium-Cocktailbars: 18-22% Pour Cost (80%+ Marge)
- Casual Bars: 20-25% Pour Cost (75-80% Marge)
- Hotelbars: 15-20% Pour Cost (80-85% Marge)
- Café/Gastwirtschaft: 22-28% Pour Cost (72-78% Marge)
💡 Beispiel:
Mojito für €12,00 (inkl. 19% MwSt.):
- Rum (5cl): €1,20
- Limette, Minze, Zucker: €0,30
- Soda, Eis: €0,20
Gesamte Zutatenkosten: €1,70
Verkaufspreis ohne MwSt.: €10,08
Pour Cost: 16,9% - ausgezeichnete Marge!
Warum Cocktails höhere Margen haben als Essen
Cocktails haben höhere Margen als Gerichte aus verschiedenen Gründen:
- Kein Verderb: Spirituosen verderben nicht schnell
- Schnelle Zubereitung: Weniger Arbeitskosten pro Einheit
- Erlebniswert: Gäste zahlen für Atmosphäre und Service
- Hohe Umschlaggeschwindigkeit: Mehr Verkauf pro m² als Essen
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit 19% MwSt. auf alkoholische Getränke, nicht mit 7%! Das ist ein häufiger Fehler bei der Kostenkalkulation.
Wie berechnest du die Pour Cost von Cocktails?
Die Formel ist dieselbe wie bei Lebensmittelkosten, aber für Getränke:
Pour Cost % = (Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
💡 Beispielrechnung:
Whiskey Sour für €11,00 (inkl. 19% MwSt.):
- Whiskey (5cl): €2,10
- Zitronensaft, Zuckersirup: €0,40
- Garnish, Eis: €0,15
Gesamt: €2,65
Ohne MwSt.: €11,00 / 1,19 = €9,24
Pour Cost: €2,65 / €9,24 × 100 = 28,7%
Das ist zu hoch - erwäge eine Preiserhöhung.
Faktoren, die deine Marge beeinflussen
Verschiedene Elemente bestimmen deine endgültige Cocktailmarge:
- Qualität der Spirituosen: Premium-Marken = höhere Einkaufskosten, aber auch höherer Verkaufspreis
- Portionsgröße: 4cl vs. 5cl Alkohol macht €0,50+ Unterschied pro Cocktail
- Standort: Innenstadtzentrum vs. Dorfkneipe = unterschiedliche Preisgestaltung möglich
- Konzept: Speakeasy kann 30%+ mehr verlangen als Sportbar
- Einkaufsvolumen: Größere Flaschen = niedrigerer Preis pro cl
💡 Beispiel Auswirkung Portionsgröße:
Gin Tonic mit Premium-Gin (€35/Flasche = €1,17/cl):
- 4cl Gin: €4,68 Zutatenkosten
- 5cl Gin: €5,85 Zutatenkosten
Unterschied: €1,17 pro Cocktail = €600+ pro Monat bei 20 G&T's pro Tag
Wenn deine Margen zu niedrig sind
Signale, dass deine Cocktailmargen nicht stimmen:
- Pour Cost über 30%: Du verdienst zu wenig pro Cocktail
- Volle Bar, wenig Gewinn: Wahrscheinlich zu großzügige Portionen oder zu niedrige Preise
- Personal schenkt 'nach Gefühl': Keine Konsistenz in der Portionsgröße
- Keine Jigger verwendet: Oft 20-30% mehr Alkohol als beabsichtigt
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du deine Pour Cost pro Cocktail festhalten und direkt sehen, welche Getränke am meisten bringen, ohne selbst mit MwSt.-Prozentsätzen und Formeln rechnen zu müssen.
Wie berechnest du Cocktailmargen? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Zutatenkosten
Notiere den Preis jeder Zutat: Alkohol (pro cl), Mixer, Garnish, Eis. Verwende deinen Einkaufspreis pro Flasche und rechne um in Preis pro cl.
Berechne die Gesamtkostpreis pro Cocktail
Addiere alle Zutatenkosten zusammen. Vergiss nicht die kleinen Dinge wie Zitronenscheiben, Oliven oder Kirschen - die zählen auch mit.
Teile durch Verkaufspreis ohne MwSt.
Dein Menüpreis ist inklusive 19% MwSt. Teile durch 1,19 um den Preis ohne MwSt. zu erhalten. Teile dann deine Kostpreis durch diesen Preis und multipliziere mit 100 für dein Pour Cost Prozentsatz.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Pour Cost auf deinen 5 meistverkauften Cocktails. Wenn diese stimmen, hast du 80% deines Getränkeumsatzes unter Kontrolle.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Warum haben Cocktails höhere Margen als Essen?
Cocktails verderben nicht, sind schnell zuzubereiten und haben hohen Erlebniswert. Außerdem kannst du mehr Cocktails pro Quadratmeter verkaufen als Gerichte.
Was ist eine gute Pour Cost für Cocktails?
Zwischen 18% und 25% ist üblich. Premium-Cocktailbars halten es oft unter 22%, während Cafés bis zu 28% akzeptabel finden.
Sollte ich MwSt. in meine Cocktail-Kostpreis einbeziehen?
Nein, rechne immer ohne MwSt. Alkoholische Getränke haben 19% MwSt., also teile deinen Menüpreis durch 1,19, bevor du die Pour Cost berechnest.
Wie verhindere ich, dass meine Margen wegfließen?
Verwende Jigger für konsistente Portionen, schule dein Personal und kontrolliere regelmäßig deine Pour Cost. Ein cl extra Alkohol pro Cocktail kostet dich hunderte Euro pro Monat.
Sind Premium-Spirituosen profitabler?
Oft ja. Premium-Spirituosen kosten mehr, aber du kannst auch mehr verlangen. Die Marge in Euro pro Cocktail ist normalerweise höher, auch wenn das Prozentsatz ähnlich bleibt.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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