Bier auf Festivals und Veranstaltungen zu verkaufen kann gutes Geld bringen, aber nur wenn du deine Marge richtig berechnest. Viele Foodtruck-Unternehmer vergessen Kosten wie Zapfverluste, Kühlung und MwSt. einzurechnen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die echte Marge auf Bier für deine mobile Gastronomie berechnest.
Die Grundlagen: Einkaufspreis vs. Verkaufspreis
Für Bier auf Festivals gelten andere Regeln als in einem normalen Restaurant. Du hast es mit Zapfanlagen, Kühlung vor Ort und oft höheren Einkaufspreisen durch kleinere Mengen zu tun.
💡 Beispiel:
Du kaufst ein Heineken-Fass mit 50 Litern für €85 (inkl. MwSt.):
- Einkaufspreis: €85 / 1,21 = €70,25 ohne MwSt.
- Pro Liter: €70,25 / 50 = €1,41 ohne MwSt.
- Pro Glas (0,25L): €1,41 × 0,25 = €0,35 ohne MwSt.
MwSt. auf alkoholische Getränke: 21%
Das ist entscheidend für deine Berechnung. Bier fällt unter den hohen MwSt.-Satz von 21%, nicht 19% wie Lebensmittel.
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit Preisen ohne MwSt. für deine Margeberechnung. Sonst sieht deine Marge höher aus als sie wirklich ist.
Zapfverluste und Schaum einrechnen
Beim Zapfen von Bier hast du immer Verluste. Die Berücksichtigung von Zapfverlusten ist essentiell für einen korrekten Kostpreis.
- Schaum und Verschütten: 5-10% des Fasses
- Erstes und letztes Bier: oft nicht perfekt
- Spülen von Leitungen: besonders zu Tagesbeginn
💡 Beispiel Zapfverlust:
Fass mit 50 Litern und 8% Zapfverlust:
- Nutzbares Bier: 50L × 0,92 = 46L
- Anzahl Gläser: 46L / 0,25L = 184 Gläser
- Kostpreis pro Glas: €70,25 / 184 = €0,38 ohne MwSt.
Zusatzkosten für mobile Gastronomie
Bei einem Foodtruck oder Festivalstand hast du Zusatzkosten, die du in deinen Bierpreis einrechnen musst:
- Kühlung vor Ort: Aggregat oder Eisblöcke
- Standgebühr: Kosten für deinen Platz auf dem Festival
- Transport: Kraftstoff und Zeit für den Transport
- CO2-Kartuschen: für die Zapfanlage
- Becher: falls du kein Glas verwendest
Margeberechnung mit allen Kosten
Jetzt kannst du deine echte Marge berechnen. Die Formel für Pour Cost (Äquivalent zu Lebensmittelkosten) bei Bier:
Pour Cost % = (Gesamtkosten pro Glas / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
💡 Vollständige Berechnung:
Verkaufspreis: €4,50 inkl. MwSt. (€3,72 ohne MwSt.)
- Bierkosten: €0,38
- Becher: €0,05
- Zusatzkosten (Kühlung, Transport): €0,12
- Gesamtkosten: €0,55
Pour Cost: (€0,55 / €3,72) × 100 = 14,8%
Marge: €3,72 - €0,55 = €3,17 pro Glas
Benchmarks für Biermarge
Eine übliche Pour Cost für Bier liegt zwischen 18-25%. Bei Festivals kannst du oft niedrigere Prozentsätze erreichen durch höhere Verkaufspreise.
- Ausgezeichnet: 15-20% Pour Cost
- Gut: 20-25% Pour Cost
- Akzeptabel: 25-30% Pour Cost
- Zu hoch: über 30% Pour Cost
⚠️ Achtung:
Festivals haben oft festgelegte Verkaufspreise. Überprüfe vorher, welcher Höchstpreis erlaubt ist, und rechne dann zurück, ob es rentabel ist.
Verschiedene Biersorten, verschiedene Margen
Nicht jedes Bier bringt gleich viel ein. Spezialbier hat oft eine bessere Marge als Pils, aber auch einen langsameren Umschlag.
- Pils (Heineken, Grolsch): niedriger Einkauf, hohes Volumen
- Spezialbier: höherer Einkauf, aber auch höherer Verkaufspreis
- Alkoholfrei: oft schlechtere Marge durch niedrigeren Verkaufspreis
Saison und Einkaufszeitpunkt
Dein Einkaufspreis kann je nach Zeitpunkt und Menge stark variieren. Plane deinen Einkauf klug für bessere Margen.
💡 Einkaufstipp:
Kaufe dein Bier für die Festivalsaison im Winter. Viele Lieferanten geben dann Rabatte, weil die Nachfrage niedriger ist.
Wie berechnest du die Biermarge? (Schritt für Schritt)
Berechne deinen echten Einkaufspreis pro Glas
Teile den Fasspreis (ohne MwSt.) durch die Anzahl der Gläser, die du wirklich daraus bekommst. Rechne 5-10% Zapfverlust für Schaum und Verschütten ein.
Addiere alle Zusatzkosten
Füge Kosten für Becher, Kühlung, CO2, Transport und Standgebühr hinzu. Verteile diese auf die Anzahl der Gläser, die du verkaufen möchtest.
Berechne deinen Pour Cost Prozentsatz
Teile deine Gesamtkosten pro Glas durch deinen Verkaufspreis (ohne 21% MwSt.) und multipliziere mit 100. Strebe maximal 25% Pour Cost an.
✨ Pro tip
Überprüfe immer den maximal zulässigen Verkaufspreis auf einem Festival, bevor du zusagst. Rechne dann zurück, ob deine gewünschte Marge mit diesem Preis erreichbar ist.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich 19% oder 21% MwSt. auf Bier rechnen?
Alkoholische Getränke fallen immer unter 21% MwSt., auch auf Festivals. Rechne also mit 21% MwSt., nicht mit 19% wie bei Lebensmitteln.
Wie viel Zapfverlust muss ich bei Bier einrechnen?
Rechne durchschnittlich 5-10% Zapfverlust für Schaum, Verschütten und Spülen ein. Bei einem 50-Liter-Fass bekommst du also etwa 45-47 Liter nutzbares Bier.
Was ist eine gute Marge auf Bier für Festivals?
Eine Pour Cost zwischen 18-25% ist üblich. Bei Festivals kannst du oft niedrigere Prozentsätze erreichen durch höhere Verkaufspreise als in einer normalen Kneipe.
Wie rechne ich die Kosten für Kühlung und Transport ein?
Schätze deine Gesamtkosten für Zusatzleistungen (Kraftstoff, Kühlung, Standgebühr) und teile dies durch die Anzahl der Gläser, die du verkaufen möchtest. Addiere dies zu deinen Bierkosten pro Glas.
Ist Spezialbier rentabler als normales Pils?
Spezialbier hat oft einen höheren Einkaufspreis, aber auch einen höheren Verkaufspreis. Die Marge in Euro kann besser sein, aber es verkauft sich normalerweise langsamer als Pils.
Wann ist die beste Zeit, um Bier für Festivals einzukaufen?
Kaufe Bier am besten im Winter für die Festivalsaison. Viele Lieferanten geben dann Rabatte, weil die Nachfrage niedriger ist als im Frühling.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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