Die Kostpreis von Cocktails zu berechnen ist entscheidend für deine Rentabilität. Viele Barkeeper schätzen dies, wodurch sie unbewusst Geld bei jedem Gin-Tonic verlieren. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du genau berechnest, was dein hausgemachter Cocktail kostet.
Warum die Kostpreis bei Cocktails berechnen?
Ein Cocktail scheint einfach: Gin, Tonic, Eiswürfel, Limette. Aber die echten Kosten stecken in den Details. Premium-Gin kostet €35 pro Flasche, aber wie viel verwendest du pro Cocktail? Und was kosten die Garnitur, das Eis und die Zeit, um alles zuzubereiten?
⚠️ Achtung:
Alkoholische Getränke unterliegen 19% MwSt., nicht 7% wie Lebensmittel. Berechne also immer deinen Verkaufspreis ohne MwSt. für deine Pour-Cost-Berechnung.
Die Formel für Cocktail-Kostpreis
Für Cocktails verwenden wir die Pour Cost - das Äquivalent zur Lebensmittelkostpreis, aber für Getränke:
Pour Cost % = (Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
Eine typische Pour Cost für Cocktails liegt zwischen 18% und 25%. Höher als 25% und du verdienst zu wenig pro Cocktail.
💡 Beispiel: Premium Gin-Tonic
Du verkaufst einen Gin-Tonic für €12,10 (inkl. 19% MwSt.).
- Premium-Gin (5cl): €2,33
- Fever Tree Tonic (15cl): €0,75
- Limette (2 Stücke): €0,15
- Eiswürfel: €0,05
Gesamte Zutatenkosten: €3,28
Verkaufspreis ohne MwSt.: €12,10 / 1,19 = €10,17
Pour Cost: (€3,28 / €10,17) × 100 = 32,3%
Das ist zu hoch! Strebe maximal 25% an.
Alle Zutaten berücksichtigen
Bei Cocktails vergisst du leicht kleine Zutaten. Aber diese zählen auch zu deiner Kostpreis:
- Spirituosen: Berechne pro Zentiliter (Flasche 70cl = 70 Portionen von 1cl)
- Mixer: Tonic, Soda, Fruchtsäfte - berechne pro Milliliter
- Garnitur: Limette, Zitrone, Oliven, Kirschen
- Eis: Kostet auch Geld (Stromverbrauch Gefrierschrank, Wasser, Zeit)
- Spezielle Zutaten: Bitters, Sirupe, frische Kräuter
💡 Beispiel: Mojito-Kostpreis
Beliebter Cocktail, aber achte auf die frischen Zutaten:
- Weißer Rum (5cl): €1,85
- Frische Minze (5 Blätter): €0,25
- Limette (halbe Frucht): €0,30
- Rohrzucker: €0,10
- Sodawasser (10cl): €0,15
- Eis: €0,05
Gesamt: €2,70 pro Mojito
Premium-Zutaten weitergeben
Premium-Gin kostet mehr, also wird dein Cocktail teurer. Aber du kannst dies in deinen Verkaufspreis einkalkulieren:
- Standard-Gin: €18/Flasche → €1,29 pro 5cl
- Premium-Gin: €35/Flasche → €2,50 pro 5cl
- Super-Premium: €55/Flasche → €3,93 pro 5cl
Der Unterschied von €1,21 pro Cocktail kann weitergegeben werden. Bei 25% Pour Cost bedeutet dies einen €4,84 höheren Verkaufspreis.
💡 Beispiel: Premium vs. Standard
Hendricks Gin-Tonic vs. Standard Gin-Tonic:
- Standard-Kostpreis: €2,04 → Verkaufspreis €9,92 (inkl. MwSt.)
- Premium-Kostpreis: €3,28 → Verkaufspreis €15,93 (inkl. MwSt.)
Unterschied: €6,01 - das rechtfertigt den Premium-Preis.
Cocktail-Menü optimieren
Nicht alle Cocktails sind gleich rentabel. Überprüfe deine Pour Cost pro Cocktail und optimiere:
- 18-22% Pour Cost: Sehr rentabel - bewirbe diese Cocktails
- 22-25% Pour Cost: Gut rentabel - Standard-Menü
- 25-30% Pour Cost: Mittelmäßig - erwäge Preiserhöhung
- Über 30%: Verlustbringend - anpassen oder streichen
⚠️ Achtung:
Vergiss nicht die Arbeitskosten. Ein komplexer Cocktail, der 5 Minuten dauert, kostet mehr als ein einfacher Gin-Tonic, der 30 Sekunden dauert. Berücksichtige dies in deiner Preisgestaltung.
Digitale Kostpreis-Berechnung
Alle Cocktails manuell durchzurechnen kostet viel Zeit. Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du:
- Alle Zutaten und Preise zentral verwalten
- Automatisch Pour Cost pro Cocktail berechnen
- Sofort sehen, welche Cocktails am meisten bringen
- Preise anpassen, wenn Lieferanten teurer werden
Dies spart dir Stunden Rechenzeit und verhindert teure Fehler in deiner Preisgestaltung.
Wie berechnest du die Kostpreis deines Cocktails?
Liste alle Zutaten auf
Notiere jede Zutat mit exakter Menge: Gin (5cl), Tonic (15cl), Limette (2 Stücke), Eis, eventuell Garnitur. Vergiss nichts, auch nicht die kleinsten Zutaten wie Bitters oder Sirup.
Berechne Kosten pro Zutat
Teile den Einkaufspreis durch die Anzahl der Portionen. Eine Flasche Gin für €35 (70cl) ergibt 14 Portionen von 5cl = €2,50 pro Portion. Addiere alle Zutatenkosten zusammen.
Berechne das Pour-Cost-Prozent
Teile die gesamten Zutatenkosten durch deinen Verkaufspreis ohne MwSt. und multipliziere mit 100. Bei alkoholischen Getränken sind dies 19% MwSt., also €12,10 inkl. wird €10,17 ohne MwSt.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Pour Cost bei deinen 5 meistverkauften Cocktails. Wenn diese unter 25% liegen, hast du 80% deiner Bar-Rentabilität im Griff.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gute Pour Cost für Cocktails?
Eine typische Pour Cost liegt zwischen 18% und 25%. Unter 22% ist sehr rentabel, über 25% verlierst du wahrscheinlich Geld bei diesem Cocktail.
Muss ich MwSt. in meine Cocktail-Kostpreis einbeziehen?
Nein, berechne immer ohne MwSt. Alkoholische Getränke haben 19% MwSt. Ein Cocktail für €12,10 inkl. MwSt. ist €10,17 ohne MwSt. für deine Berechnung.
Wie berechne ich die Kosten für frische Zutaten wie Minze?
Wiege oder zähle, wie viel du pro Cocktail verwendest. Ein Bund Minze für €1,50 ergibt etwa 30 Cocktails = €0,05 pro Cocktail. Bei frischer Minze für Mojitos rechnest du etwa €0,25 pro Cocktail.
Was ist, wenn mein Lieferant die Gin-Preise erhöht?
Aktualisiere sofort deine Kostpreis-Berechnung und passe bei Bedarf deine Verkaufspreise an. Eine Erhöhung von €5 pro Flasche Gin bedeutet €0,36 mehr pro Cocktail bei 5cl Portionen.
Wie berechne ich Arbeitskosten in die Cocktail-Preisgestaltung ein?
Ein komplexer Cocktail, der 5 Minuten dauert, kostet mehr Arbeit als ein einfacher Gin-Tonic, der 30 Sekunden dauert. Bei €15/Stunde Lohnkosten sind das €1,25 vs. €0,13 zusätzliche Arbeitskosten pro Cocktail.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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