Die Marge auf Cocktails variiert enorm zwischen Hausmarken und Premium-Marken. Premium-Spirituosen können deine Pour Cost verdoppeln, bieten aber auch Chancen für höhere Preise. In diesem Artikel lernst du genau, wie du die Rentabilität beider Strategien berechnest.
Was ist Pour Cost bei Cocktails?
Pour Cost ist die Getränke-Variante von Foodcost. Es zeigt, wie viel Prozent deines Cocktailpreises in die Zutaten fließt. Pour Cost = (Zutatenkosten / Verkaufspreis exkl. MwSt.) × 100
Achtung: Alkoholische Getränke haben 19% MwSt., nicht 7% wie Lebensmittel.
💡 Beispiel: Gin Tonic
Hausmarken-Variante:
- Gin (5cl): €1,20
- Tonic (15cl): €0,40
- Garnish: €0,15
Gesamtzutaten: €1,75
Premium vs. Hausmarke: die Zahlen
Der Unterschied in der Pour Cost ist oft dramatisch. Premium-Marken kosten 2-4x mehr pro Portion, aber du kannst auch höhere Preise verlangen.
💡 Beispiel: Gin Tonic Vergleich
Hausmarke:
- Zutaten: €1,75
- Verkaufspreis: €7,50 inkl. MwSt. (€6,20 exkl.)
- Pour Cost: 28,2%
- Marge: €4,45
Premium (Hendrick's):
- Zutaten: €4,20
- Verkaufspreis: €12,00 inkl. MwSt. (€9,92 exkl.)
- Pour Cost: 42,3%
- Marge: €5,72
Unterschied in der Marge: €1,27 pro Cocktail
Die strategische Wahl
Premium-Marken haben eine höhere Pour Cost, bringen aber oft mehr Gewinn pro Cocktail. Die Frage ist: Verkauft sich das genug, um die höheren Einkaufskosten zu rechtfertigen?
⚠️ Achtung:
Eine höhere Pour Cost bedeutet nicht automatisch weniger Gewinn. Wenn du €12 für Premium verlangen kannst statt €7,50 für Hausmarke, verdienst du mehr trotz der höheren Pour Cost.
Wann sich Premium lohnt
Premium-Marken funktionieren am besten in diesen Situationen:
- Höhere Preisklasse Gäste: Fine Dining, Cocktailbars, Geschäftsessen
- Erkennbare Marken: Gäste bestellen bewusst "Hendrick's Tonic"
- Erlebnis-getrieben: Du verkaufst das Erlebnis, nicht nur das Getränk
- Niedrigere Volumen: Mehr pro Cocktail verdienen kompensiert weniger Verkauf
Wann Hausmarke smarter ist
Hausmarken haben Vorteile in diesen Fällen:
- Volumen-getriebenes Geschäft: Kneipe, Sportbar, Studentenpublikum
- Preissensitiver Markt: Preiswettbewerb ist wichtig
- Mixed Drinks: In Cocktails schmeckst du die Marke weniger
- Schnelle Umschlagshäufigkeit: Viel Verkauf kompensiert niedrigere Marge pro Stück
💡 Beispiel: Jahresumsatz-Auswirkung
Angenommen, du verkaufst 100 Gin Tonics pro Woche:
- Hausmarke: €4,45 × 100 × 52 = €23.140/Jahr
- Premium: €5,72 × 80 × 52 = €23.808/Jahr
Premium bringt mehr, auch mit 20% weniger Verkauf.
Die Mix-Strategie
Viele erfolgreiche Bars verwenden eine Kombination:
- House Pour: Hausmarke für Basis-Cocktails und "Gin Tonic"
- Premium Shelf: 3-4 bekannte Marken zum Upselling
- Top Shelf: 1-2 Ultra-Premium für besondere Anlässe
So bietest du Auswahl, ohne dein Sortiment zu komplex zu machen.
KitchenNmbrs für Getränkeberechnungen
Mit KitchenNmbrs berechnest du automatisch die Pour Cost all deiner Cocktails. Du siehst sofort, welche Getränke am meisten bringen, und kannst Preise leicht anpassen, wenn Lieferanten teurer werden.
Die App berücksichtigt die richtigen MwSt.-Sätze (19% für Alkohol) und zeigt dir die Marge pro Cocktail in Echtzeit.
Wie berechnest du die Marge von Cocktails? (Schritt für Schritt)
Berechne die Zutatenkosten pro Cocktail
Addiere alle Kosten: Spirituose, Mixer, Garnish, Eis. Rechne pro exakte Menge (5cl Gin, 15cl Tonic). Vergiss kleine Dinge wie Strohhalme und Servietten nicht.
Bestimme deinen Verkaufspreis ohne MwSt.
Teile deinen Menüpreis durch 1,19, um den Preis exkl. 19% MwSt. zu erhalten. Also €12,00 inkl. MwSt. wird €10,08 exkl. MwSt.
Berechne Pour Cost und Marge
Pour Cost = (Zutatenkosten / Verkaufspreis exkl. MwSt.) × 100. Deine Marge ist Verkaufspreis exkl. MwSt. minus Zutatenkosten. Strebe nach 18-25% Pour Cost.
✨ Pro tip
Teste deine Premium-Cocktails zuerst als "Special", bevor du sie dauerhaft auf die Karte setzt. So siehst du, ob deine Gäste bereit sind, den höheren Preis zu zahlen, ohne deine ganze Karte umzukrempeln.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gute Pour Cost für Cocktails?
Eine typische Pour Cost liegt zwischen 18-25%. Premium-Cocktails dürfen höher sein (bis 30%), Hausmarken-Cocktails besser niedriger (15-22%). Es hängt von deinem Konzept und deiner Zielgruppe ab.
Muss ich MwSt. in meine Pour Cost Berechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer ohne MwSt. Alkoholische Getränke haben 19% MwSt. Teile deinen Menüpreis durch 1,19, um den Preis exkl. MwSt. für deine Berechnung zu erhalten.
Wie bestimme ich, ob sich Premium-Marken lohnen?
Vergleiche die absolute Marge pro Cocktail, nicht nur die Pour Cost. Wenn Premium €2 mehr Marge bringt, aber 30% weniger verkauft wird, verdienst du pro verkauftem Cocktail immer noch mehr.
Kann ich Hausmarke und Premium kombinieren?
Ja, viele Bars haben einen House Pour (Hausmarke) und Premium-Optionen. So bietest du Auswahl und kannst zu höheren Margen upsellen, ohne Budget-Gäste zu verlieren.
Wie oft muss ich meine Cocktailpreise anpassen?
Überprüfe deine Einkaufspreise monatlich. Spirituosen schwanken weniger als Lebensmittel, aber bei 10%+ Steigerung musst du deine Preise anpassen, um deine Marge zu halten.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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