📝 Rezeptentwicklung & neue Gerichte · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Welche Schritte führen von der Idee zur Kostenkalkulation bei der Entwicklung eines neuen Gerichts?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 12 Mar 2026

Ein neues Gericht zu entwickeln kostet Zeit, aber ohne Kostenkalkulation weißt du nicht, ob es Gewinn bringt. Viele Köche denken sich großartige Gerichte aus, die beliebt werden, aber am Ende Geld kosten statt einzubringen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du von der Idee zur rentablen Kostenkalkulation kommst.

Beginne mit deiner Zielgruppe und dem Konzept

Bevor du Zutaten auswählst, bestimmst du, wer dieses Gericht essen wird und was sie dafür bezahlen möchten. Eine vegetarische Pasta zum Mittagessen hat eine andere Preisgestaltung als ein Signature Dish zum Abendessen.

  • Mittagsgerichte: normalerweise zwischen €12-18
  • Abendessen Hauptgänge: normalerweise zwischen €22-35
  • Signature Dishes: €30+ möglich
  • Beilagen: €6-12

💡 Beispiel:

Du möchtest eine neue Pasta für die Mittagskarte. Vergleichbare Pastas stehen für €15-16 auf deiner Karte.

Zielpreis: €15,50 inkl. MwSt. = €14,22 exkl. MwSt.

Bestimme deine maximalen Zutatenkosten

Mit deinem Zielpreis kannst du berechnen, wie viel du maximal für Zutaten ausgeben darfst. Für Restaurants ist eine Lebensmittelkostenquote von 28-35% üblich.

Formel: Maximale Zutatenkosten = Verkaufspreis exkl. MwSt. × (Lebensmittelkostenquote % ÷ 100)

💡 Beispielberechnung:

Zielpreis: €14,22 exkl. MwSt.

Gewünschte Lebensmittelkostenquote: 30%

Maximale Zutatenkosten: €14,22 × 0,30 = €4,27

⚠️ Achtung:

Rechne immer mit dem Preis exkl. MwSt. Der Preis auf deiner Speisekarte ist inklusive 19% MwSt. für Lebensmittel.

Entwickle das Rezept innerhalb deines Budgets

Jetzt experimentierst du mit Zutaten, die in dein Budget von €4,27 passen. Erstelle eine Liste aller Zutaten mit exakten Mengen pro Portion.

  • Hauptzutat (Pasta, Fleisch, Fisch)
  • Gemüse und Kräuter
  • Saucen und Öle
  • Garnitur und Dekoration
  • Alles, was auf den Teller kommt

💡 Beispiel Pasta-Rezept:

  • Pasta (100g): €0,35
  • Huhn (120g): €1,80
  • Champignons (80g): €0,45
  • Sahnesauce (60ml): €0,28
  • Parmesan (15g): €0,42
  • Kräuter und Öl: €0,25

Gesamt: €3,55 (innerhalb des Budgets von €4,27)

Teste und verfeinere die Portionsgrößen

Bereite das Gericht ein paar Mal zu und wiege alle Zutaten ab. Oft verwendest du mehr als gedacht, besonders bei Saucen, Öl und Garnitur.

  • Wiege Zutaten für 5-10 Portionen ab
  • Berechne den Durchschnitt pro Portion
  • Addiere 5-10% Marge für Variation
  • Aktualisiere deine Kostenkalkulation

⚠️ Achtung:

Köche geben oft großzügigere Portionen als beabsichtigt. 20 Gramm extra Huhn pro Portion kostet dich €2.600 pro Jahr bei 100 Portionen pro Woche.

Berechne die endgültige Kostenkalkulation

Addiere alle Zutatenkosten und überprüfe, ob du innerhalb deiner Lebensmittelkostenquoten-Zielstellung bleibst. Wenn nicht, musst du das Rezept anpassen oder den Verkaufspreis erhöhen.

Kontrollformel: Lebensmittelkostenquote % = (Gesamte Zutatenkosten ÷ Verkaufspreis exkl. MwSt.) × 100

💡 Endkontrolle:

Tatsächliche Zutatenkosten: €3,85

Verkaufspreis exkl. MwSt.: €14,22

Lebensmittelkostenquote: (€3,85 ÷ €14,22) × 100 = 27,1% ✓

Dokumentiere alles für dein Team

Schreibe das endgültige Rezept mit exakten Mengen, Zubereitungsweise und Kostenkalkulation auf. So kann jeder das Gericht konsistent zubereiten und die Kostenkalkulation bleibt stabil.

  • Zutaten mit exakten Grammen/Millilitern
  • Zubereitungsschritte
  • Kostenkalkulation pro Portion
  • Allergene und Diätwünsche
  • Präsentation und Garnitur

Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du Rezepte digital festhalten und die Kostenkalkulation wird automatisch berechnet, wenn sich Zutatenprise ändern.

Von der Idee zur Kostenkalkulation: Schritt für Schritt

1

Bestimme deinen Zielpreis und maximale Zutatenkosten

Schaue dir vergleichbare Gerichte auf deiner Karte an und bestimme einen realistischen Verkaufspreis. Berechne dann deine maximalen Zutatenkosten: Verkaufspreis exkl. MwSt. × gewünschte Lebensmittelkostenquote Prozentsatz.

2

Entwickle das Rezept innerhalb deines Budgets

Experimentiere mit Zutaten, die zusammen innerhalb deiner maximalen Kosten bleiben. Erstelle eine Liste aller Zutaten mit exakten Mengen pro Portion, inklusive Garnitur und Saucen.

3

Teste und wiege alles genau ab

Bereite das Gericht 5-10 Mal zu und wiege alle Zutaten ab. Berechne den Durchschnitt pro Portion und addiere 5-10% Marge für Variation in der Praxis.

4

Überprüfe deine Lebensmittelkostenquote

Addiere alle Zutatenkosten und teile durch deinen Verkaufspreis exkl. MwSt. Wenn du über deiner Zielstellung liegst, passe das Rezept an oder erhöhe den Preis.

5

Dokumentiere das endgültige Rezept

Schreibe alles auf: exakte Mengen, Zubereitungsweise, Kostenkalkulation und Allergene. So kann dein Team das Gericht konsistent zubereiten und die Kostenkalkulation bleibt stabil.

✨ Pro tip

Teste neue Gerichte zunächst eine Woche lang als 'Spezial', bevor du sie auf die feste Karte setzt. So siehst du, ob Gäste es bestellen und ob deine Kostenkalkulation in der Praxis stimmt.

Selbst berechnen?

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Häufig gestellte Fragen

Welche Lebensmittelkostenquote sollte ich für neue Gerichte anstreben?

Für Restaurants sind 28-35% üblich. Beginne mit 30% als Richtlinie. Bei speziellen oder Signature Dishes kannst du manchmal auf 35% gehen, bei einfachen Gerichten versuchst du, unter 28% zu bleiben.

Muss ich MwSt. in meine Kostenkalkulation einbeziehen?

Nein, rechne immer mit dem Preis exkl. MwSt. Der Preis auf deiner Speisekarte ist inklusive 19% MwSt., aber für die Lebensmittelkostenquote teilst du durch den Preis exklusive MwSt.

Wie oft sollte ich meine Rezeptkosten aktualisieren?

Überprüfe mindestens alle 3 Monate oder bei großen Preisänderungen von Lieferanten. Zutatenprise schwanken, also was heute 30% Lebensmittelkostenquote ist, kann in einem halben Jahr 35% sein.

Was ist, wenn mein Gericht zu teuer für den Zielpreis ausfällt?

Du hast drei Optionen: Verkleinere die Portionen, ersetze teure Zutaten durch günstigere Alternativen, oder erhöhe den Verkaufspreis. Schaue, was am besten zu deinem Konzept passt.

Wie viel Marge sollte ich für Variation in Portionen einbauen?

Addiere 5-10% zu deinen berechneten Zutatenkosten. In der Praxis geben Köche oft etwas großzügigere Portionen, besonders bei Saucen, Garnitur und Öl.

Kann ich die Kostenkalkulation schätzen, ohne alles zu wiegen?

Das wird normalerweise zu ungenau. Ein Unterschied von 20 Gramm bei einer Hauptzutat kann bereits €0,50-1,00 pro Portion ausmachen. Bei 100 Portionen pro Woche ist das €2.600-5.200 pro Jahr Unterschied.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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