📝 Rezeptentwicklung & neue Gerichte · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie berechne ich die Mindestbeliebtheit, die ein neues Gericht erreichen muss, um auf der Speisekarte zu bleiben?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 12 Mar 2026

Ein neues Gericht auf die Speisekarte zu setzen ist eine Investition. Du investierst Zeit in die Rezeptentwicklung, Schulung des Personals und Marketing. Aber woher weißt du, ob ein Gericht es wert ist, es zu behalten? In diesem Artikel lernst du, wie du die Mindestbeliebtheit berechnest, die ein Gericht erreichen muss, um rentabel zu bleiben.

Warum Beliebtheit für die Rentabilität zählt

Ein Gericht kann perfekte Lebensmittelkosten von 28% haben, aber wenn es niemand bestellt, verlierst du Geld. Jedes Gericht auf deiner Speisekarte kostet nämlich:

  • Zutaten im Lager (die verderben können)
  • Zeit deines Kochs zur Zubereitung
  • Platz auf der Speisekarte (den du sonst für beliebte Gerichte nutzen könntest)
  • Komplexität in der Küche

Der Trick ist zu berechnen, wie viel du mindestens verkaufen musst, um diese Kosten wieder hereinzuholen.

Die Formel für Mindestbeliebtheit

Die Mindestbeliebtheit berechnest du so:

📊 Formel:

Mindestverkauf pro Woche = Fixkosten Gericht / Gewinn pro Portion

Wobei die Fixkosten bestehen aus:

  • Lagerkosten (Zutaten, die verderben können)
  • Zeit des Kochs für Zubereitung und Mise-en-Place
  • Opportunitätskosten (was du mit einem beliebteren Gericht verdienen würdest)

Schritt 1: Berechne deine Fixkosten pro Gericht

Addiere auf, was das Gericht dich kostet, auch wenn du es gar nicht verkaufst:

💡 Beispiel: Gegrillte Dorade

Fixkosten pro Woche:

  • 2 ganze Fische im Lager: €36
  • Garnitur (Zitrone, Kräuter): €8
  • Zusätzliche Zeit des Kochs (Filetieren): 2 Stunden × €18 = €36
  • Platz auf der Speisekarte: €20

Gesamte Fixkosten: €100 pro Woche

Schritt 2: Berechne deinen Gewinn pro Portion

Das ist dein Verkaufspreis minus alle variablen Kosten:

💡 Beispiel: Gewinnberechnung

Dorade auf der Speisekarte: €28,50 inkl. MwSt.

  • Verkaufspreis ohne MwSt.: €26,15
  • Lebensmittelkosten: €8,50
  • Variable Kosten (Gas, Service): €3,20

Gewinn pro Portion: €26,15 - €8,50 - €3,20 = €14,45

Schritt 3: Berechne Mindestverkauf

Teile deine Fixkosten durch deinen Gewinn pro Portion:

🎯 Mindestverkauf:

€100 / €14,45 = 7 Portionen pro Woche

Bei 6 Öffnungstagen bedeutet das: mindestens 1-2 Portionen pro Tag, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

⚠️ Achtung:

Das ist dein Break-Even-Punkt. Für Gewinn möchtest du mindestens 20-30% mehr verkaufen. In diesem Beispiel also 9-10 Portionen pro Woche.

Verschiedene Szenarien für Beliebtheit

Je nach Art deines Restaurants gelten andere Normen:

  • Fine Dining: 3-5% der Gesamtdeckungen pro Gericht
  • Bistro/Brasserie: 5-8% der Gesamtdeckungen pro Gericht
  • Casual Dining: 8-12% der Gesamtdeckungen pro Gericht

Ein Gericht, das unter diesen Prozentsätzen bleibt, kannst du besser durch etwas Beliebteres ersetzen.

Wann ein Gericht von der Speisekarte muss

Nimm ein Gericht von der Speisekarte, wenn:

  • Es 4 Wochen lang unter dem Mindestverkauf bleibt
  • Die Zutaten regelmäßig verderben
  • Dein Koch zu viel Zeit daran aufwendet
  • Gäste es häufig zurückgeben oder sich beschweren

💡 Praktisches Beispiel:

Restaurant De Smederij nahm ihr Lammfleisch nach 6 Wochen von der Speisekarte. Der Mindestverkauf betrug 8 Portionen pro Woche, aber sie verkauften durchschnittlich nur 3. Das verdorbene Lamm kostete sie €180 pro Monat extra.

Tools zur Verfolgung der Beliebtheit

Manuelles Zählen ist zeitaufwändig und fehleranfällig. Viele Restaurants nutzen ihr Kassensystem, um Verkaufszahlen pro Gericht zu analysieren. Apps wie KitchenNmbrs können dir helfen, schnell zu sehen, welche Gerichte unter der Mindestbeliebtheit liegen, damit du rechtzeitig gegensteuern kannst.

Wie berechnest du Mindestbeliebtheit? (Schritt für Schritt)

1

Addiere alle Fixkosten auf

Berechne, was das Gericht dich pro Woche kostet, auch ohne Verkauf. Denke an Lagerbestand, zusätzliche Zubereitungszeit und Platz auf der Speisekarte. Notiere diesen Betrag.

2

Berechne Gewinn pro Portion

Ziehe von deinem Verkaufspreis (ohne MwSt.) alle variablen Kosten ab: Zutaten, Zubereitung, Service. Das ist dein Gewinn pro verkaufter Portion.

3

Teile Fixkosten durch Gewinn

Fixkosten pro Woche geteilt durch Gewinn pro Portion ergibt deinen Mindestverkauf. Addiere hier 20-30% für Rentabilität hinzu.

✨ Pro tip

Überprüfe dein Kassensystem jeden Freitag, um zu sehen, welche Gerichte unter dem Mindestverkauf liegen. So kannst du das Wochenende noch mit Empfehlungen deines Service-Teams gegensteuern.

Selbst berechnen?

In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist, wenn ein Gericht saisonal ist?

Berechne dann den Mindestverkauf pro Saison statt pro Woche. Teile deine Gesamtsaisonkosten durch die Anzahl der Wochen, in denen du das Gericht verkaufst.

Sollte ich auch Marketingkosten einbeziehen?

Ja, wenn du speziell für dieses Gericht wirbt oder Fotos machen lässt. Addiere diese Kosten zu deinen Fixkosten und verteile sie auf den erwarteten Verkaufszeitraum.

Wie oft sollte ich die Beliebtheit überprüfen?

Überprüfe neue Gerichte wöchentlich im ersten Monat, danach monatlich. Etablierte Gerichte kannst du vierteljährlich auf Beliebtheit und Rentabilität überprüfen.

Was ist, wenn ein Gericht knapp unter dem Mindestverkauf liegt?

Versuche zunächst, den Preis zu erhöhen oder die Kostpreis zu senken. Wenn das nicht innerhalb von 2-3 Wochen funktioniert, ersetze das Gericht durch eine bewährte beliebte Option.

Gelten andere Normen für vegetarische Gerichte?

Vegetarische Gerichte haben oft niedrigere Lebensmittelkosten, also einen niedrigeren Mindestverkauf. Aber sie müssen immer noch genug Beliebtheit haben, um die Fixkosten zu decken.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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