Der Preis auf deiner Speisekarte bestimmt nicht nur deinen Gewinn, sondern auch, wie Gäste dein Restaurant wahrnehmen. Viele Restaurantbesitzer sind unsicher zwischen runden Preisen (€25,00) und psychologischen Preisen (€24,95). In diesem Artikel lernst du, wann welche Strategie am besten für deinen Betrieb funktioniert.
Der Unterschied zwischen runden und psychologischen Preisen
Runde Preise enden auf 0 oder 5 (€20,00 - €25,00 - €30,00). Sie strahlen Qualität und Ehrlichkeit aus. Gäste müssen nicht nachrechnen und fühlen sich nicht getäuscht.
Psychologische Preise enden knapp unter einem runden Preis (€19,95 - €24,95 - €29,95). Sie wirken günstiger, als sie sind, weil Menschen vor allem auf die erste Ziffer schauen.
💡 Beispiel:
Zwei identische Steaks:
- Restaurant A: €29,95
- Restaurant B: €30,00
Unterschied: 5 Cent. Aber €29,95 wirkt wie "zwanzig-etwas" während €30,00 wie "dreißig Euro" wirkt.
Wann runde Preise besser funktionieren
Runde Preise passen zu Betrieben, die Qualität und Vertrauen ausstrahlen möchten. Sie funktionieren gut bei:
- Fine-Dining-Restaurants - Gäste erwarten Transparenz bei hohen Preisen
- Lokale Bistros - Du möchtest einen ehrlichen, vertrauenswürdigen Eindruck machen
- Familienrestaurants - Eltern schätzen klare Preise ohne versteckte Tricks
- Lunch-Restaurants - Schnelle Entscheidungen, keine Zeit für Preisvergleiche
⚠️ Achtung:
Bei Preisen über €50 wirken psychologische Preise oft kontraproduktiv. €49,95 wirkt billig und unvertrauenswürdig bei einem teuren Gericht.
Wann psychologische Preise effektiv sind
Psychologische Preise funktionieren besonders, wenn Gäste Preise vergleichen und nach Schnäppchen suchen:
- Casual Dining - Gäste vergleichen Preise bewusst
- Liefer- und Abholservices - Online-Bestellungen laden zu Preisvergleichen ein
- Touristische Standorte - Gäste kennen den Markt nicht und konzentrieren sich auf niedrige Preise
- Lunch-Deals und Menüs - Bei festen Kombinationen wirkt €12,95 viel günstiger als €13,50
💡 Beispiel:
Eine Pizzeria testet zwei Preise für ihre Margherita:
- Monat 1: €12,50 - 180 Pizzas verkauft
- Monat 2: €11,95 - 220 Pizzas verkauft
Ergebnis: 22% mehr Verkauf mit nur 55 Cent weniger pro Pizza.
Die Auswirkung auf deine Lebensmittelkosten und Gewinn
Beide Strategien haben Auswirkungen auf deine Margen. Rechne immer aus, welche Auswirkung sie auf deinen Lebensmittelkostenprozentsatz haben:
Formel: Lebensmittelkosten % = (Ingredientenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
💡 Beispielberechnung:
Pasta Carbonara mit €8,50 Ingredientenkosten:
- Preis €24,95 inkl. MwSt. = €22,89 ohne MwSt. → Lebensmittelkosten: 37,1%
- Preis €25,00 inkl. MwSt. = €22,94 ohne MwSt. → Lebensmittelkosten: 37,0%
Der Unterschied ist minimal, aber bei 1000 Portionen pro Monat spart du €50 Umsatz.
Praktische Tipps für deine Speisekarte
- Beide Strategien kombinieren: Nutze runde Preise für Signature-Gerichte und psychologische Preise für beliebte Gerichte
- Testen und messen: Probiere beide Preise einen Monat lang aus und vergleiche Verkaufszahlen
- Achte auf deine Konkurrenz: Wenn alle €9,95 machen, fällt €10,00 auf (positiv oder negativ)
- Denk ans Wechselgeld: Viele €x,95-Preise bedeuten viele Kleingeldmünzen nötig
- Behalte deine Lebensmittelkosten im Blick: Ein niedrigerer Preis muss immer noch rentabel sein
Welche Strategie passt zu deinem Betrieb?
Die Wahl hängt von deiner Zielgruppe und Positionierung ab:
Wähle runde Preise, wenn:
- Du Qualität und Vertrauen ausstrahlen möchtest
- Du einen lokalen, festen Kundenstamm hast
- Deine Preise über €25 pro Gericht liegen
- Du ein Premium-Image anstrebst
Wähle psychologische Preise, wenn:
- Gäste Preise bewusst vergleichen
- Du viele Liefer- oder Abholbestellungen hast
- Du in einem preiskonkurrierenden Markt tätig bist
- Volumen wichtiger ist als Marge pro Gericht
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du mühelos verschiedene Preise testen und sofort sehen, welche Auswirkung sie auf deine Lebensmittelkosten und Gesamtgewinn pro Gericht haben.
Wie wählst du die richtige Preisstrategie? (Schritt für Schritt)
Analysiere deine Zielgruppe und Konkurrenz
Schau dir an, wer deine Gäste sind und wie preisbewusst sie sind. Überprüfe auch, was deine direkten Konkurrenten tun - viele runde Preise oder hauptsächlich psychologische Preise?
Berechne die Auswirkung auf deine Lebensmittelkosten
Rechne aus, was beide Preisstrategien für deinen Lebensmittelkostenprozentsatz bedeuten. Stelle sicher, dass du unter 35% bleibst, auch bei niedrigeren Preisen.
Teste beide Strategien einen Monat lang
Probiere erst psychologische Preise einen Monat lang, dann runde Preise. Messe Verkaufszahlen, Umsatz und Kundenzufriedenheit, um zu sehen, was am besten funktioniert.
✨ Pro tip
Teste beide Strategien gleichzeitig auf verschiedenen Gerichten. Nutze runde Preise für deine teuersten Gerichte und psychologische Preise für deine Volume-Seller. So bekommst du das Beste aus beiden Welten.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Darf ich runde und psychologische Preise durcheinander verwenden?
Ja, das geht prima. Viele Restaurants nutzen runde Preise für Signature-Gerichte und psychologische Preise für beliebte, preissensible Gerichte.
Macht ein Unterschied von 5 Cent wirklich etwas aus?
Es geht nicht um die 5 Cent, sondern um die Wahrnehmung. €24,95 wirkt wie "zwanzig-etwas" während €25,00 wie "fünfundzwanzig Euro" wirkt. Das kann Verkaufszahlen beeinflussen.
Funktionieren psychologische Preise auch bei teuren Gerichten?
Über €50 wirken sie oft kontraproduktiv. €49,95 kann bei einem teuren Gericht billig und unvertrauenswürdig wirken. Nutze dann lieber runde Preise.
Wie oft sollte ich meine Preisstrategie überprüfen?
Überprüfe alle 6 Monate, ob deine Strategie noch funktioniert. Achte besonders auf Veränderungen in deiner Zielgruppe, Konkurrenz oder saisonalem Verhalten.
Was ist, wenn meine Lebensmittelkosten durch niedrigere Preise zu hoch werden?
Dann musst du dich entscheiden: Entweder den Preis erhöhen oder deine Ingredientenkosten senken durch andere Rezepte oder Lieferanten. Lebensmittelkosten über 35% sind normalerweise nicht haltbar.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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