Lieferplattformen verlangen immer häufiger zusätzliche Promotionsbeiträge neben ihrer Standardprovision. Dies kann deine Marge erheblich drücken, wenn du nicht darauf kalkulierst. In diesem Artikel lernst du genau, wie du berechnest, welche Auswirkungen ein solcher zusätzlicher Beitrag auf deinen Gewinn pro Bestellung hat.
Was sind Promotionsbeiträge?
Neben der Standardplattformgebühr (normalerweise 15-30%) verlangen Lieferplattformen regelmäßig zusätzliche Beiträge für:
- Featured-Platzierung: Dein Restaurant oben in der App
- Rabattaktionen: Plattform zahlt Rabatt vor, du zahlst einen Teil zurück
- Marketingkampagnen: Zusätzliche Sichtbarkeit während Stoßzeiten
- Premium-Listing: Hervorgehobene Position in Suchergebnissen
Diese Beiträge können zwischen 2% und 10% zusätzlich zu deiner normalen Provision variieren.
⚠️ Achtung:
Promotionsbeiträge werden oft als "erhöhter Umsatz" dargestellt, aber sie drücken immer deine Marge pro Bestellung. Rechne also immer aus, ob das zusätzliche Volumen den niedrigeren Gewinn aufwiegt.
Die Auswirkung auf deine Marge berechnen
Um zu wissen, ob ein Promotionsbeitrag vorteilhaft ist, musst du drei Dinge berechnen:
- Deine neuen Gesamtplattformkosten (Standardgebühr + Promotionsbeitrag)
- Deine Marge pro Bestellung mit den zusätzlichen Kosten
- Den Break-Even-Punkt in zusätzlichen Bestellungen
💡 Beispielrechnung:
Du hast normalerweise:
- Durchschnittliche Bestellung: €25,00
- Standardplattformgebühr: 25% = €6,25
- Lebensmittelkosten + Verpackung: €8,50
- Marge pro Bestellung: €25,00 - €6,25 - €8,50 = €10,25
Mit 5% Promotionsbeitrag:
- Gesamtplattformkosten: 30% = €7,50
- Neue Marge: €25,00 - €7,50 - €8,50 = €9,00
- Margenreduzierung: €1,25 pro Bestellung (-12%)
Wann ist ein Promotionsbeitrag rentabel?
Ein Promotionsbeitrag ist nur vorteilhaft, wenn der zusätzliche Umsatz mehr bringt als das, was du pro Bestellung verlierst.
Formel:
Break-Even zusätzliche Bestellungen = (Aktuelle Bestellungen × Margenreduzierung pro Bestellung) / Neue Marge pro Bestellung
💡 Praktisches Beispiel:
Ausgangspunkt aus dem vorherigen Beispiel:
- Aktuelle Bestellungen pro Woche: 100
- Margenreduzierung: €1,25 pro Bestellung
- Neue Marge: €9,00 pro Bestellung
Break-Even-Berechnung:
- Verlust pro Woche: 100 × €1,25 = €125
- Zusätzliche Bestellungen erforderlich: €125 / €9,00 = 14 Bestellungen
- Du musst mindestens 14% mehr Bestellungen erhalten, um die Gewinnschwelle zu erreichen
Versteckte Kosten von Promotionsbeiträgen
Neben den direkten Kosten gibt es oft versteckte Auswirkungen:
- Höherer Küchendruck: Mehr Bestellungen bedeuten mehr Stress und möglicherweise zusätzliches Personal
- Verpackungskosten steigen: Höheres Volumen = mehr Verpackungsmaterial
- Qualitätsrisiko: Bei hohem Aufkommen kann die Qualität sinken, was Bewertungen schadet
- Abhängigkeit: Kunden gewöhnen sich an Promotionen und bestellen ohne Rabatt weniger
⚠️ Achtung:
Viele Plattformen präsentieren Promotionsbeiträge als "zeitlich begrenzte Aktionen", verlangen sie dann aber regelmäßig. Rechne immer so, als wäre es eine dauerhafte Kostensteigerung.
Alternative Strategien
Statt Promotionsbeiträge zu zahlen, kannst du auch:
- Deine Menüpreise erhöhen: Kompensiere höhere Plattformkosten durch Preisgestaltung
- Eigene Lieferung ausbauen: Mehr direkte Bestellungen = keine Plattformkosten
- Treueprogramm starten: Behalte Kunden ohne Plattformabhängigkeit
- Mehrere Plattformen nutzen: Verteile Risiko und Verhandlungsmacht
💡 Praktischer Tipp:
Teste Promotionsbeiträge immer zunächst für einen kurzen Zeitraum (1-2 Wochen). Miss genau, wie viele zusätzliche Bestellungen du erhältst und ob dies die niedrigere Marge aufwiegt. Viele Restaurants akzeptieren diese Beiträge zu schnell, ohne die Zahlen gründlich durchzurechnen.
Wie berechnest du die Auswirkung eines Promotionsbeitrags? (Schritt für Schritt)
Berechne deine aktuelle Marge pro Bestellung
Ziehe von deiner durchschnittlichen Bestellung ab: Plattformgebühr, Lebensmittelkosten und Verpackungskosten. Dies ist deine aktuelle Marge pro Bestellung, die du als Ausgangspunkt verwendest.
Berechne deine neue Marge mit Promotionsbeitrag
Addiere den Promotionsbeitrag zu deiner aktuellen Plattformgebühr und berechne deine Marge pro Bestellung neu. Der Unterschied zeigt dir, wie viel du pro Bestellung verlierst.
Bestimme, wie viele zusätzliche Bestellungen du brauchst
Teile deine gesamte Margenreduzierung pro Woche durch deine neue Marge pro Bestellung. Dies gibt dir die Anzahl der zusätzlichen Bestellungen, die du mindestens brauchst, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
✨ Pro tip
Führe eine Tabelle mit deinen wöchentlichen Bestellungen und Margen. So siehst du sofort, ob Promotionsbeiträge wirklich mehr bringen oder nur deine Marge drücken, ohne ausreichende Volumenentschädigung.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich Promotionsbeiträge immer ablehnen?
Nicht unbedingt. Wenn du nachweisen kannst, dass du mindestens 15-20% mehr Bestellungen erhältst und deine Küche dies ohne Qualitätsverlust bewältigen kann, kann es vorteilhaft sein. Teste immer zunächst kurz.
Kann ich meine Menüpreise erhöhen, um Promotionsbeiträge auszugleichen?
Ja, aber sei vorsichtig. Eine Preiserhöhung von 5-10% fällt oft nicht auf, aber bei höheren Erhöhungen verlierst du möglicherweise Kunden an Konkurrenten.
Wie weiß ich, ob die versprochenen zusätzlichen Bestellungen wirklich kommen?
Frage die Plattform nach konkreten Zahlen von vergleichbaren Restaurants. Und verlange eine Testphase von maximal 2 Wochen, in der du ohne Strafe kündigen kannst.
Werden Promotionsbeiträge auf die gesamte Bestellung inklusive Lieferkosten berechnet?
Normalerweise nur auf den Restaurantteil, nicht auf Liefer- und Servicekosten. Überprüfe dies immer in den Bedingungen, da jede Plattform andere Regeln hat.
Was passiert mit meiner Marge, wenn ich den Promotionsbeitrag beende?
Deine Marge pro Bestellung steigt wieder, aber du verlierst wahrscheinlich die zusätzliche Sichtbarkeit und damit Bestellungen. Plane daher im Voraus, wie du Kunden ohne die Promotion behältst.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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