Lieferplattformen berechnen durchschnittlich 15-30% Provision auf deinen Bestellwert. Diese Kosten fressen oft deine Marge auf, besonders wenn du sie nicht in deine Preise einkalkulierst. In diesem Artikel lernst du genau, wie du diese Provisionen kompensieren kannst, ohne deine Kunden zu verlieren.
Provisionsstruktur pro Plattform
Jede Lieferplattform hat ihre eigene Provisionsstruktur. Die Höhe hängt von deinem Vertrag, deinem Standort und der Art des Services ab, den du in Anspruch nimmst.
💡 Beispiel-Provisionen:
- Lieferando: 12-25% + €0,30 pro Bestellung
- Uber Eats: 15-30% (abhängig vom Service-Level)
- Deliveroo: 15-35% (inklusive Lieferung)
- Bolt Food: 15-25% + Marketingkosten
Achtung: Das sind Richtwerte. Genaue Prozentsätze variieren je nach Vertrag.
Versteckte Kosten, die du vergisst
Neben der Provision zahlst du oft zusätzliche Kosten, die deine Marge weiter unter Druck setzen:
- Verpackungskosten: €0,50-€1,50 pro Bestellung
- Marketingkosten: 2-5% extra für bessere Sichtbarkeit
- Zahlungsgebühren: 1-3% des Bestellwerts
- Service-Gebühren: Fixkosten pro Monat (€50-€200)
💡 Rechenbeispiel:
Bestellung von €25,00 über Uber Eats:
- Provision 25%: €6,25
- Verpackung: €1,00
- Zahlungsgebühren 2%: €0,50
Gesamtkosten: €7,75 (31% des Bestellwerts!)
Auswirkung auf deine Lebensmittelkosten
Durch Plattformkosten steigt dein Break-Even-Punkt erheblich. Ein Gericht mit 30% Lebensmittelkosten wird schnell unrentabel.
⚠️ Achtung:
Wenn du 30% Provision + Kosten zahlst, müssen deine Gesamtkosten (Lebensmittel + Arbeit) unter 70% bleiben, um noch Gewinn zu machen. Das ist knapp!
Strategien zur Kompensation von Provisionen
Viele Restaurants erhöhen ihre Lieferpreise, um die Plattformkosten auszugleichen:
- Preiserhöhung: 15-25% über deinem normalen Menüpreis
- Mindestbestellwert: €15-€25, um Fixkosten zu verteilen
- Lieferkosten: an den Kunden weitergeben (€1,50-€3,50)
- Menü-Optimierung: Fokus auf hochmargige Gerichte
💡 Praktisches Beispiel:
Pasta Carbonara im Restaurant: €16,50
Gleiche Pasta für Lieferung: €19,50
Die Erhöhung von €3,00 kompensiert teilweise die 25% Provision auf den ursprünglichen Betrag.
MwSt. und Verwaltung
Lieferplattformen berechnen ihre Provision ohne MwSt. Du zahlst also Provision + 19% MwSt. auf diese Provision.
Für deine eigenen Gerichte gilt 19% MwSt. (sowohl vor Ort als auch bei Lieferung). Rechne immer mit Preisen ohne MwSt. für deine Kostenkalkulation.
Break-Even-Berechnung für Lieferung
Um zu bestimmen, ob Lieferung rentabel ist, rechnest du so:
Mindestbestellwert = Fixkosten pro Bestellung / (1 - Gesamtkostenquote)
💡 Berechnung:
Fixkosten pro Bestellung: €2,00 (Verpackung + Service-Gebühr)
Gesamtkosten: 30% Provision + 35% Lebensmittel/Arbeit = 65%
Mindestbestellung: €2,00 / (1 - 0,65) = €5,71
Unter €5,71 Bestellwert machst du Verlust.
Wie berechnest du die tatsächlichen Kosten von Lieferplattformen?
Sammle alle Kosten pro Plattform
Notiere die Provision, Fixmonatskosten, Zahlungsgebühren und Marketingkosten jeder Plattform. Überprüfe deinen Vertrag auf die genauen Prozentsätze.
Berechne Kosten pro durchschnittlicher Bestellung
Addiere bei jeder Bestellung: Provision + Verpackungskosten + Zahlungsgebühren. Teile Fixmonatskosten durch die Anzahl der Bestellungen pro Monat.
Bestimme deinen neuen Mindestpreis
Erhöhe deinen Menüpreis so, dass du nach Abzug aller Plattformkosten noch die gleiche Marge wie im Restaurant behältst.
✨ Pro tip
Überprüfe monatlich deinen durchschnittlichen Bestellwert pro Plattform. Wenn dieser sinkt, steigen deine relativen Kosten. Passe dann deinen Mindestbestellwert an.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich über die Provision verhandeln?
Bei hohem Umsatz (€10.000+ pro Monat) kannst du oft niedrigere Prozentsätze aushandeln. Start-ups haben normalerweise feste Tarife ohne Verhandlungsspielraum.
Warum sind die Provisionen so hoch?
Plattformen zahlen Lieferfahrer, Marketing, App-Entwicklung und Kundenservice. Sie investieren viel in die Gewinnung neuer Kunden und Restaurants.
Ist es sinnvoll, auf mehreren Plattformen vertreten zu sein?
Ja, aber stelle sicher, dass du die zusätzliche Verwaltung und unterschiedliche Provisionen richtig einkalkulierst. Mehr Plattformen bedeuten mehr Reichweite, aber auch mehr Komplexität.
Muss ich MwSt. auf die Provision zahlen?
Ja, Plattformen berechnen Provision + 19% MwSt. Das kommt zusätzlich zur bereits gezahlten Provision.
Wie oft ändern sich die Provisionsprozentsätze?
Normalerweise jährlich bei Vertragsverlängerung. Plattformen können auch zwischenzeitlich neue Services mit anderen Tarifen einführen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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