Ein Marketingbudget für Lieferungen ist entscheidend für rentables Wachstum. Viele Restaurantbesitzer werfen Geld an Plattformen, ohne zu wissen, ob es sich lohnt. In diesem Artikel lernst du, wie du ein realistisches Marketingbudget aufstellst, das zu deiner Liefermarge passt.
Berechne zunächst deine echte Liefermarge
Bevor du ein Marketingbudget festlegst, musst du wissen, wie viel du wirklich mit Lieferbestellungen verdienst. Das ist nicht nur deine Lebensmittelkosten, sondern alle Kosten, die mit Lieferungen verbunden sind.
💡 Beispiel Liefermarge-Berechnung:
Durchschnittlicher Bestellwert: €25,00 inkl. MwSt. (€22,94 exkl.)
- Plattformgebühr (25%): €5,74
- Lebensmittelkosten (30%): €6,88
- Verpackungskosten: €1,20
- Arbeitszuteilung: €3,50
Nettomarge: €5,62 (24,5%)
Die 10-15%-Regel für Marketingbudget
Eine gängige Regel ist, dass dein Marketingbudget 10-15% deines Lieferumsatzes ausmachen darf, aber nur wenn deine Nettomarge mindestens 20% beträgt. Bei niedrigeren Margen wird Marketing schnell verlustbringend.
⚠️ Achtung:
Plattformaktionen kosten dich doppelt: du zahlst Rabatte und oft zusätzliche Provisionen. Rechne das immer in dein Marketingbudget ein.
Verschiedene Marketingkanäle für Lieferungen
Du verteilst dein Marketingbudget über verschiedene Kanäle. Jeder Kanal hat unterschiedliche Kosten und Ergebnisse:
- Plattformaktionen: Gesponserte Angebote, Rabattaktionen
- Social-Media-Anzeigen: Facebook, Instagram gezielt auf dein Liefergebiet
- Google Ads: Suchbegriffe wie "Pizza bestellen [Stadt]"
- Influencer-Marketing: Lokale Food-Blogger und Influencer
- E-Mail-Marketing: Bestehende Kunden zurückgewinnen
Berechne deine maximalen Marketingausgaben pro Bestellung
Pro Kanal kannst du berechnen, wie viel du maximal ausgeben kannst, um einen neuen Kunden zu gewinnen. Das nennen wir Customer Acquisition Cost (CAC).
💡 CAC-Berechnung:
Nettomarge pro Bestellung: €5,62
Ein Kunde bestellt durchschnittlich 3x pro Jahr
- Lifetime Value: €5,62 × 3 = €16,86
- Maximal 50% davon für Kundenakquisition
Max CAC: €8,43 pro neuem Kunden
Budgetverteilung pro Kanal
Verteile dein Marketingbudget intelligent über Kanäle basierend auf ihrer Effektivität. Fang konservativ an und skaliere, was funktioniert.
- Plattformaktionen (40%): Direkte Sichtbarkeit, hohe Konversion
- Social-Media-Anzeigen (30%): Targeting auf Liefergebiet möglich
- Google Ads (20%): Hohe Absicht, aber wettbewerbsintensiv
- Sonstiges (10%): E-Mail, Influencer, Experimente
Messbare Ziele und ROI-Tracking
Setze für jeden Kanal messbare Ziele. Ohne Tracking weißt du nicht, ob du dein Budget effektiv einsetzt.
💡 Beispiel monatliche Ziele:
- Plattformaktionen: 15% mehr Sichtbarkeit, max €300
- Social Media: 50 neue Follower, 10 neue Kunden, max €200
- Google Ads: 100 Klicks, 8 Konversionen, max €150
Gesamtbudget: €650 bei €5.000 Lieferumsatz (13%)
Wann du dein Budget anpassen musst
Dein Marketingbudget ist nicht statisch. Passe es basierend auf Ergebnissen und Jahreszeiten an.
- Budget erhöhen: Wenn ROI über 3:1 liegt und du liefern kannst
- Budget senken: Wenn CAC höher wird als dein Maximum
- Budget umverteilen: Von schlecht zu gut performenden Kanälen
- Saisonale Anpassungen: Mehr Budget im Winter (mehr Lieferungen)
⚠️ Achtung:
Stoppe Marketing, das sich nicht lohnt. Besser kein Marketing als verlustbringendes Marketing. Deine Marge ist bei Lieferungen ohnehin schon knapp.
Wie stellst du ein Marketingbudget auf? (Schritt für Schritt)
Berechne deine echte Liefermarge
Addiere alle Kosten: Plattformgebühr, Lebensmittelkosten, Verpackung und Arbeit. Ziehe das von deinem Bestellwert exkl. MwSt. ab. Das ist deine Nettomarge pro Bestellung.
Bestimme deinen maximalen Marketingprozentsatz
Bei einer Marge von 20%+ kannst du 10-15% des Umsatzes für Marketing ausgeben. Bei niedrigeren Margen bleibst du unter 10%. Gehe niemals über deine Marge hinaus.
Berechne die CAC-Grenze
Multipliziere deine Marge pro Bestellung mit der durchschnittlichen Anzahl der Bestellungen pro Kunde pro Jahr. Gib maximal 50% davon für die Gewinnung dieses Kunden aus.
Verteile das Budget über Kanäle
Starten Sie mit 40% Plattformaktionen, 30% Social Media, 20% Google Ads und 10% Experimente. Passen Sie nach 3 Monaten basierend auf Ergebnissen an.
Messe und optimiere monatlich
Verfolge CAC pro Kanal, ROI und Konversionsraten. Verschiebe das Budget zu Kanälen, die unter deiner CAC-Grenze bleiben und gute ROI liefern.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einem Marketingbudget von 8% deines Lieferumsatzes und erhöhen Sie nur, wenn dein CAC unter Kontrolle ist. Besser vorsichtig wachsen als Verluste bei jedem neuen Kunden machen.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent meines Lieferumsatzes darf ich für Marketing ausgeben?
Bei einer Nettomarge von 20% oder höher kannst du 10-15% für Marketing ausgeben. Bei niedrigeren Margen bleibst du unter 10%. Gehe niemals über deine echte Marge hinaus.
Welcher Marketingkanal funktioniert am besten für Lieferrestaurants?
Plattformaktionen (gesponserte Angebote) haben oft die höchste Konversion, weil Menschen bereits bestellen möchten. Social-Media-Anzeigen funktionieren gut für Markenbekanntheit in deinem Liefergebiet.
Wie berechne ich, ob meine Marketingausgaben rentabel sind?
Teile deine gesamten Marketingkosten durch die Anzahl neuer Kunden. Das ist deine Customer Acquisition Cost (CAC). Diese muss niedriger sein als 50% des Lifetime Value eines Kunden.
Sollte ich mein Marketingbudget im Winter erhöhen?
Ja, Menschen bestellen mehr in kalten Monaten. Du kannst von November bis März 20-30% mehr Budget einsetzen, aber achte genau auf deine Margen.
Was ist, wenn meine Liefermarge zu niedrig für Marketing ist?
Konzentriere dich zunächst auf die Erhöhung deiner Marge: höhere Preise, niedrigere Plattformgebühren aushandeln oder effizientere Verpackung. Marketing bei niedrigen Margen ist verschwendetes Geld.
Wie oft sollte ich mein Marketingbudget anpassen?
Überprüfe monatlich deinen ROI pro Kanal. Verschiebe das Budget von schlecht zu gut performenden Kanälen. Passe dein Gesamtbudget an, wenn sich deine Marge strukturell ändert.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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