Liefermahlzeiten haben andere Kostenpositionen als Restaurantmahlzeiten. Du zahlst Provisionen an Plattformen, Verpackungskosten und hast keine Bedienung. Deshalb berechnest du den Preis anders, um trotzdem profitabel zu bleiben.
Die zusätzlichen Kosten bei der Lieferung
Bei Liefermahlzeiten kommen Kostenpositionen hinzu, die du im Restaurant nicht hast:
- Plattformgebühr: 15-30% deines Bestellwerts
- Verpackungskosten: €0,50-€2,50 pro Bestellung
- Lieferkosten: manchmal auf deine Rechnung
- Zahlungsgebühren: höherer Prozentsatz als Kartenzahlung im Restaurant
? Beispiel:
Pasta Carbonara im Restaurant vs. Lieferung:
- Zutaten: €5,10
- Restaurantpreis: €18,50 (Lebensmittelkosten 30%)
- Verpackung: €1,20
- Plattformgebühr (25%): €4,63
Für die Lieferung hast du €10,93 an zusätzlichen Kosten!
Neue Kostenkalkulation berechnen
Deine Kostenkalkulation für die Lieferung wird:
Gesamtkostenkalkulation = Zutaten + Verpackung + (Plattformgebühr ÷ 0,75)
Warum durch 0,75 teilen? Weil die Gebühr über deinen Verkaufspreis berechnet wird. Wenn du 25% Gebühr zahlst, behältst du 75% für dich.
? Rechenbeispiel:
Gewünschte Netto-Einnahme: €18,50 (wie im Restaurant)
- Bei 25% Gebühr musst du verlangen: €18,50 ÷ 0,75 = €24,67
- Dazu Verpackung: €24,67 + €1,20 = €25,87
- Gerundet: €25,90 Lieferpreis
Kontrolle: €25,90 × 0,75 = €19,43 netto minus €1,20 Verpackung = €18,23
Lebensmittelkostenquote anpassen
Durch die zusätzlichen Kosten ändert sich deine Lebensmittelkostenquote. Viele Lieferbetriebe akzeptieren eine höhere Lebensmittelkostenquote, weil sie weniger Personal brauchen.
- Restaurant: Lebensmittelkosten 28-35%, aber mit Bedienung
- Lieferung: Lebensmittelkosten 35-45%, aber ohne Bedienung
- Dark Kitchen: Lebensmittelkosten bis 50%, minimale Gemeinkosten
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit deiner Netto-Einnahme (nach Plattformgebühr) für die Lebensmittelkostenberechnung. Sonst sieht deine Marge viel schlechter aus als sie ist.
Verpackungskosten pro Kategorie
Verschiedene Gerichte haben unterschiedliche Verpackungskosten:
- Pizza: €0,30-€0,60 (Karton + Servietten)
- Pasta/Reis: €0,80-€1,20 (Behälter + Deckel + Besteck)
- Salat: €1,00-€1,50 (große Behälter + Dressing separat)
- Suppe: €0,60-€1,00 (Suppenbecher + Deckel)
- Komplettes Menü: €1,50-€2,50 (mehrere Behälter)
? Praktischer Tipp:
Berechne durchschnittliche Verpackungskosten pro Bestellung. Bei 2,3 Gerichten pro Bestellung und €1,20 durchschnittliche Verpackung kommst du auf €0,52 pro Gericht.
Plattformunterschiede
Jede Plattform hat unterschiedliche Tarife und Bedingungen:
- Thuisbezorgd: 13-15% + €0,30 pro Bestellung
- Uber Eats: 15-30% (abhängig vom Service-Level)
- Just Eat: 14-16% + Fixkosten
- Deliveroo: 15-35% (abhängig von der Region)
Überprüfe immer deine tatsächliche Gebühr in deinem Dashboard. Diese kann je nach Restaurant unterschiedlich sein und ändert sich regelmäßig.
Mindestbestellwert berechnen
Dein Mindestbestellwert muss deine Fixkosten decken:
Minimum = (Verpackung + Lieferkosten + Gewünschte Marge) ÷ (1 - Gebühr%)
? Beispiel Minimum:
- Verpackung: €1,50
- Lieferung (auf deine Rechnung): €3,50
- Gewünschte Marge: €2,00
- Gebühr: 25%
Minimum: (€7,00) ÷ 0,75 = €9,33
Gerundet: €15,00 Mindestbestellwert
Wie berechnest du den Preis einer Liefermahlzeit? (Schritt für Schritt)
Berechne deine gewünschte Netto-Einnahme
Bestimme, wie viel du netto für das Gericht erhalten möchtest (wie in deinem Restaurant). Dies ist dein Ausgangspunkt für alle weiteren Berechnungen.
Addiere Verpackungskosten
Berechne, was Behälter, Deckel, Besteck und Taschen pro Gericht kosten. Vergiss nicht Servietten, Saucenbehälter und eventuell zusätzliche Verpackung für warme Gerichte.
Korrigiere für Plattformgebühr
Teile deine gewünschte Netto-Einnahme durch (1 minus Gebühr%). Bei 25% Gebühr: teile durch 0,75. Addiere dazu die Verpackungskosten für deinen Endpreis.
✨ Pro tip
Überprüfe wöchentlich deinen durchschnittlichen Bestellwert und die Gebühr pro Plattform in deinem Dashboard. Wenn dein Durchschnitt steigt, kannst du deinen Mindestbestellwert senken, um mehr Bestellungen zu erhalten.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich unterschiedliche Preise pro Plattform festlegen?
Wie berechne ich Lebensmittelkosten bei Lieferung?
Kann ich die gleiche Speisekarte für Restaurant und Lieferung verwenden?
Was ist, wenn sich die Plattformgebühr ändert?
Wie bestimme ich meinen Mindestbestellwert?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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