Plattformgebühren von 15-30% fressen deine Marge auf, daher musst du deine Preise anpassen, um profitabel zu bleiben. Viele Restaurantbesitzer verwenden online die gleichen Preise wie im Restaurant, wodurch sie unbewusst Geld bei jeder Bestellung verlieren. In diesem Artikel lernst du genau, wie du berechnest, welche Preise du brauchst, um deine Marge zu halten.
Warum Plattformpreise höher sein müssen
Lieferplattformen berechnen eine Provision auf deinen gesamten Bestellwert. Diese Kosten musst du in deine Preise einkalkulieren, sonst verdienst du weniger bei jeder Bestellung.
💡 Beispiel:
Pizza Margherita in deinem Restaurant: €12,50
- Lieferando-Provision: 25%
- Zusatzkosten pro Bestellung: €3,13
- Neuer erforderlicher Preis: €16,67
Unterschied: €4,17 pro Pizza
Ohne Preisanpassung verlierst du €4,17 Marge pro Pizza. Bei 50 Pizzas pro Woche über Plattformen sind das €10.842 pro Jahr an entgangenem Gewinn.
Berechne deinen Break-Even-Plattformpreis
Dein neuer Verkaufspreis muss deine ursprüngliche Marge nach Abzug aller Plattformkosten beibehalten.
Formel:
Neuer Preis = Alter Preis / (1 - Plattformprovision %)
💡 Beispielberechnung:
Steak im Restaurant: €28,00
- Uber Eats Provision: 30%
- Berechnung: €28,00 / (1 - 0,30) = €28,00 / 0,70
- Neuer Preis: €40,00
Nach Provision erhältst du: €28,00 (gleich wie im Restaurant)
Zusatzkosten einbeziehen
Neben der Plattformprovision hast du Zusatzkosten, die du im Restaurant nicht hast. Diese musst du auch einkalkulieren.
- Verpackung: €0,50 - €1,50 pro Bestellung
- Plastiktüten und Aufkleber: €0,20 - €0,40 pro Bestellung
- Zusätzliches Personal zum Verpacken: €1,00 - €2,00 pro Bestellung
- Lieferkosten (wenn du selbst lieferst): €3,00 - €6,00 pro Bestellung
⚠️ Achtung:
Berechne diese Kosten pro Bestellung um, nicht pro Gericht. Eine Bestellung mit 3 Gerichten hat die gleichen Verpackungskosten wie 1 Gericht.
Psychologie höherer Online-Preise
Kunden akzeptieren höhere Preise online, weil sie den Komfort der Lieferung schätzen. Untersuchungen zeigen, dass 70% der Verbraucher bereit sind, 10-20% mehr für Lieferung nach Hause zu zahlen.
- Kommuniziere transparent über Lieferkosten
- Biete kostenlose Lieferung ab einem Mindestbetrag an
- Verwende runde Preise (€15,00 statt €14,67)
- Erstelle Online-exklusive Gerichte mit höherer Marge
Unterschiedliche Preise pro Plattform
Jede Plattform hat unterschiedliche Provisionssätze. Passe deine Preise pro Plattform an für optimale Marge.
💡 Beispiel Multi-Plattform-Preisgestaltung:
Pasta Carbonara (Basispreis €16,00):
- Lieferando (25% Provision): €21,33
- Uber Eats (30% Provision): €22,86
- Deliveroo (28% Provision): €22,22
- Eigene Website (5% Zahlungsgebühren): €16,84
Mit unterschiedlichen Preisen pro Plattform behältst du die gleiche Nettoeinnahme von €16,00 pro Gericht.
Überwachen und anpassen
Überprüfe monatlich deinen durchschnittlichen Bestellwert und die Marge pro Plattform. Plattformen können ihre Provisionen ändern, daher solltest du deine Preise weiterhin überwachen.
- Vergleiche Nettoeinnahmen pro Plattform mit Restaurantverkäufen
- Beachte saisonale Schwankungen bei Bestellungen
- Teste Preiserhöhungen schrittweise (€0,50 pro Mal)
- Überwache Kundenreaktionen und Bewertungen nach Preisanpassungen
Wie berechnest du deine Plattformpreise? (Schritt für Schritt)
Sammle deine aktuellen Preise und Provisionen
Notiere deine Restaurantpreise und die genaue Provision jeder Plattform. Lieferando berechnet normalerweise 20-30%, Uber Eats 25-35%, je nach deinem Vertrag.
Berechne deine Zusatzkosten pro Bestellung
Addiere: Verpackung, Tüten, Aufkleber und zusätzliche Arbeit zum Verpacken. Das sind normalerweise €1,50 - €3,00 pro Bestellung, die du auf deine Gerichte umlegst.
Wende die Formel pro Gericht an
Neuer Preis = (Alter Preis + Zusatzkosten pro Gericht) / (1 - Plattformprovision %). Teste mit ein paar Gerichten und überwache die Reaktionen.
✨ Pro tip
Beginne mit einer 15% Preiserhöhung und teste schrittweise höher. Messe deine Konversionsrate und Bestellwert - oft kompensiert eine höhere durchschnittliche Bestellung einen leichten Rückgang der Bestellanzahl.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel höher dürfen meine Plattformpreise sein?
Kunden akzeptieren normalerweise 15-25% höhere Preise online. Bei 30% Plattformprovision ist dies notwendig, um deine Marge zu halten.
Muss ich die MwSt. für Plattformen anders berechnen?
Nein, die MwSt. bleibt 19% für Lebensmittel. Die Plattformprovision berechnest du auf den Preis inklusive MwSt., daher geht sie von deiner Nettoeinnahme ab.
Kann ich die gleichen Preise behalten und weniger Marge akzeptieren?
Das ist möglich, aber dann verdienst du 15-30% weniger pro Gericht. Bei vielen Plattformverkäufen kann dies deine Gesamtrentabilität untergraben.
Wie kommuniziere ich Preisunterschiede an Kunden?
Sei transparent: 'Online-Preise wurden für Liefer- und Servicekosten angepasst.' Die meisten Kunden verstehen das.
Muss ich Verpackungskosten separat berechnen?
Du kannst wählen: separat berechnen oder in deine Gerichtpreise einarbeiten. In den Preis einarbeiten bietet mehr Transparenz für Kunden.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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