Eine gesunde Marge für deinen Foodtruck bestimmt, ob du Gewinn machst oder Verlust fährst. Viele Foodtruck-Unternehmer schätzen ihre Marge, wodurch sie zu wenig an ihren Gerichten verdienen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du eine realistische und gewinnbringende Marge für dein Foodtruck-Menü berechnest.
Warum die Margenberechnung für Foodtrucks entscheidend ist
Als Foodtruck-Unternehmer hast du andere Kosten als ein Restaurant. Keine Miete, aber dafür Treibstoff, Parkgebühren und Verschleiß deines Trucks. Diese Kosten musst du über deine Marge pro Gericht wieder verdienen.
⚠️ Achtung:
Viele Foodtruck-Besitzer rechnen nur mit Zutatenkosten und vergessen Treibstoff, Parkgebühren und Abschreibung des Trucks. Dadurch sieht deine Marge höher aus als sie wirklich ist.
Die drei Säulen der Foodtruck-Marge
Eine gesunde Foodtruck-Marge besteht aus drei Teilen:
- Food Cost: 25-35% deines Verkaufspreises
- Betriebskosten: 15-25% (Treibstoff, Parken, Wartung)
- Gewinn: mindestens 15-20%
Das bedeutet, dass deine Gesamtkosten maximal 60% deines Verkaufspreises ausmachen dürfen, um gesund zu laufen.
💡 Beispiel: Burger-Berechnung
Du verkaufst einen Burger für €8,50 (inkl. 9% MwSt.):
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €7,80
- Zutatenkosten: €2,50 (32% Food Cost)
- Betriebskosten: €1,40 (18%)
- Gewinn: €3,90 (50%)
Das ist eine gesunde Marge für einen Foodtruck.
Betriebskosten, die du nicht vergessen darfst
Foodtrucks haben spezifische Kosten, die Restaurants nicht haben:
- Treibstoff: €30-80 pro Tag, je nach Entfernung
- Parkgebühren: €10-50 pro Standort
- Genehmigungen: €25-100 pro Event
- Truck-Wartung: €200-500 pro Monat
- Generator/Gas: €15-30 pro Tag
Rechne diese Kosten in Kosten pro Portion um. Wenn du 100 Portionen pro Tag verkaufst und €80 Betriebskosten hast, kostet jede Portion €0,80 extra.
💡 Beispiel: Betriebskosten pro Portion
Tägliche Foodtruck-Kosten:
- Treibstoff: €50
- Parken: €30
- Gas/Generator: €20
- Truck-Abschreibung: €40
Gesamt: €140 pro Tag
Bei 80 verkauften Portionen: €140 ÷ 80 = €1,75 pro Portion
Unterschiedliche Margen pro Produkttyp
Nicht jedes Produkt braucht die gleiche Marge. Foodtrucks laufen oft auf Volumen, daher dürfen einige Produkte eine niedrigere Marge haben:
- Signature-Gerichte: 40-50% Marge (deine Spezialität)
- Beliebte Artikel: 30-40% Marge (Burger, Pommes)
- Getränke: 60-70% Marge (hohe Marge, niedrige Kosten)
- Beilagen: 50-60% Marge (Saucen, Extras)
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit deinem Verkaufspreis ohne MwSt. Der Preis auf deiner Speisekarte ist inklusive 9% MwSt. €10,00 inkl. MwSt. = €9,17 ohne MwSt.
Saison und Standort in deine Marge einbeziehen
Foodtrucks haben mit Schwankungen je nach Saison und verschiedenen Standorten zu tun. Passe deine Marge daran an:
- Sommersaison: Niedrigere Marge möglich durch höheres Volumen
- Winter: Höhere Marge nötig durch weniger Kunden
- Festivals: Höhere Marge durch Premium-Standort
- Standardstandorte: Konsistente Marge
💡 Beispiel: Saisonstrategie
Gleicher Burger, verschiedene Zeitpunkte:
- Sommer (belebter Markt): €7,50 - Marge 35%
- Winter (ruhiger Tag): €8,50 - Marge 45%
- Festival: €9,50 - Marge 55%
So kompensierst du niedrigere Volumen mit höheren Margen.
Tools zur Verfolgung deiner Marge
Manuelle Verfolgung von Margen kostet Zeit. Viele Foodtruck-Unternehmer nutzen Apps, um dies automatisch zu berechnen. Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du:
- Rezepte mit genauen Kostpreisen festhalten
- Food-Cost-Prozentsatz automatisch berechnen
- Verschiedene Verkaufspreise pro Standort verwalten
- Rentabilität pro Gericht einsehen
Das spart Zeit und verhindert Rechenfehler bei deinen Margenberechnungen.
Wie berechnest du eine gesunde Marge? (Schritt für Schritt)
Berechne deine genauen Zutatenkosten
Addiere alle Zutaten für eine Portion, einschließlich Garnitur, Saucen und Verpackung. Vergiss auch kleine Dinge wie Salz, Pfeffer und Öl nicht. Das wird dein Food Cost pro Portion.
Berechne deine täglichen Betriebskosten
Addiere Treibstoff, Parkgebühren, Genehmigungen und Truck-Abschreibung. Teile dies durch die Anzahl der Portionen, die du durchschnittlich pro Tag verkaufst, um Kosten pro Portion zu erhalten.
Bestimme deine gewünschte Gewinnmarge
Addiere Food Cost und Betriebskosten. Das sind deine Gesamtkosten pro Portion. Für eine gesunde Marge möchtest du mindestens 40% Gewinn auf diese Kosten. Teile deine Gesamtkosten durch 0,6, um deinen Mindestverkaufspreis zu erhalten.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Marge bei deinen 3 meistverkauften Gerichten jede Woche. Wenn diese stimmen, hast du 80% deiner Rentabilität unter Kontrolle. Der Rest deines Menüs folgt von selbst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine realistische Gewinnmarge für einen Foodtruck?
Eine gesunde Gewinnmarge für Foodtrucks liegt zwischen 35-50%. Das ist höher als bei Restaurants, weil du mehr betriebliche Risiken hast (Wetter, Standorte, Jahreszeiten). Unter 30% wird es riskant.
Wie rechne ich Treibstoffkosten in meine Preise ein?
Berechne deine durchschnittlichen Treibstoffkosten pro Tag (einschließlich Hin- und Rückfahrt). Teile dies durch die Anzahl der Portionen, die du verkaufst. Bei €60 Treibstoff und 100 Portionen zahlst du €0,60 Treibstoff pro Portion.
Sollte ich unterschiedliche Preise pro Standort berechnen?
Ja, das ist sinnvoll. Teure Standorte (Festivals) rechtfertigen höhere Preise. Günstige Standorte erfordern scharfe Preise. Stelle sicher, dass du an jedem Standort mindestens 30% Marge behältst.
Wie viel Prozent meines Umsatzes darf zu Zutaten gehen?
Für Foodtrucks ist 25-35% Food Cost gesund. Das ist etwas niedriger als bei Restaurants, weil du andere Fixkosten hast. Über 35% wird es schwierig, genug Gewinn zu behalten.
Wie oft sollte ich meine Margen überprüfen?
Überprüfe wöchentlich deine 3 meistverkauften Gerichte und monatlich dein ganzes Menü. Lieferanten erhöhen regelmäßig Preise, daher kann deine Marge schleichend sinken, ohne dass du es merkst.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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