Kostenlose Lieferung klingt gut für Kunden, frisst aber an deinem Gewinn pro Bestellung. Viele Restaurants unterschätzen, wie viel das kostet und rechnen falsch. In diesem Artikel lernst du, genau zu berechnen, was kostenlose Lieferung dich kostet und wie du das kompensierst.
Was kostet kostenlose Lieferung wirklich?
Kostenlose Lieferung bedeutet nicht, dass es keine Kosten gibt. Du zahlst sie, anstelle des Kunden. Diese Kosten bestehen aus:
- Plattformgebühren: Lieferando, Uber Eats berechnen 15-30% Provision
- Lieferkosten: €2-4 pro Bestellung, die normalerweise der Kunde zahlt
- Verpackungskosten: Behälter, Tüten, Besteck, Servietten
- Zusätzliche Zeit: Einpacken, Etikettieren, Vorbereitung für den Lieferdienst
? Beispiel:
Pizza Margherita - normale Situation:
- Verkaufspreis: €12,00
- Kunde zahlt Lieferung: €2,50
- Plattformprovision (20%): €2,40
- Verpackung: €0,30
Nettoeinnahmen: €12,00 - €2,40 - €0,30 = €9,30
Auswirkung kostenloser Lieferung auf deinen Gewinn
Bei kostenloser Lieferung übernimmst du die Lieferkosten. Das hat direkte Auswirkungen auf deine Gewinnmarge pro Bestellung.
? Beispiel - gleiche Pizza mit kostenloser Lieferung:
Pizza Margherita - kostenlose Lieferung:
- Verkaufspreis: €12,00
- Plattformprovision (20%): €2,40
- Verpackung: €0,30
- Lieferung (du zahlst): €2,50
Nettoeinnahmen: €12,00 - €2,40 - €0,30 - €2,50 = €6,80
Der Unterschied: €9,30 - €6,80 = €2,50 weniger Gewinn pro Bestellung.
⚠️ Achtung:
Bei einer Lebensmittelkostenquote von 30% hast du auf einer Pizza von €12 etwa €3,60 Marge. Kostenlose Lieferung kann diese Marge mehr als halbieren.
Drei Möglichkeiten, kostenlose Lieferung zu kompensieren
Du kannst kostenlose Lieferung anbieten, ohne deinen Gewinn zu verlieren. Das sind die drei am häufigsten verwendeten Strategien:
1. Mindestbestellwert erhöhen
Lege einen Mindestbestellwert fest, bei dem der zusätzliche Umsatz die Lieferkosten kompensiert.
? Berechnung:
Lieferkosten: €2,50
Durchschnittliche Marge: 25%
Erforderlicher zusätzlicher Umsatz: €2,50 / 0,25 = €10
Setze Minimum auf €25 statt €15 = Problem gelöst
2. Lieferpreise leicht erhöhen
Erhöhe alle Preise auf Lieferplattformen um €1-2. Kunden bemerken das oft nicht, weil sie mit anderen Lieferrestaurants vergleichen.
3. Spezielle Liefermenüs
Erstelle Menüs speziell für Lieferungen mit höheren Margen. Konzentriere dich auf Gerichte, die gut transportiert werden und weniger Verpackung benötigen.
Rechenbeispiel: Auswirkung auf Monatsbasis
Schauen wir uns die Auswirkung kostenloser Lieferung auf deinen monatlichen Gewinn an.
? Monatsberechnung:
Restaurant mit 200 Lieferbestellungen pro Monat:
- Verlust pro Bestellung: €2,50
- Bestellungen pro Monat: 200
- Gesamtverlust: €2,50 × 200 = €500
Pro Jahr: €500 × 12 = €6.000 weniger Gewinn
Das ist ein erheblicher Betrag, den du vermeiden kannst, indem du eine der Kompensationsstrategien anwendest.
Wie berechnest du die Auswirkung kostenloser Lieferung? (Schritt für Schritt)
Berechne deinen aktuellen Gewinn pro Bestellung
Ziehe von deinem durchschnittlichen Bestellwert ab: Plattformprovision, Verpackungskosten und Lebensmittelkosten. Das ist dein aktueller Gewinn pro Lieferbestellung.
Addiere die Lieferkosten
Schau, was Kunden jetzt für Lieferung zahlen (normalerweise €2-4). Diesen Betrag zahlst du bald statt des Kunden.
Berechne die monatliche Auswirkung
Multipliziere den Verlust pro Bestellung mit deiner Anzahl der Lieferbestellungen pro Monat. Das gibt dir die Gesamtauswirkung auf deinen monatlichen Gewinn.
✨ Pro tip
Biete kostenlose Lieferung nur ab einem Mindestbestellwert an, der deine Lieferkosten kompensiert. Bei €2,50 Lieferkosten und 25% Marge brauchst du €10 zusätzlichen Umsatz.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich die MwSt. in diese Berechnung einbeziehen?
Was ist, wenn ich durch kostenlose Lieferung mehr Bestellungen bekomme?
Kann ich kostenlose Lieferung nur an bestimmten Tagen anbieten?
Woher weiß ich, ob mein Mindestbestellwert hoch genug ist?
Was sind typische Plattformprovisionen?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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