Eine Terrasse-Erweiterung kann deinen Umsatz deutlich erhöhen, kostet aber auch erheblich Geld. Bevor du investierst, musst du wissen, ob die zusätzlichen Tische genug einbringen, um die Kosten wieder hereinzuholen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die finanzielle Machbarkeit auf Basis deiner aktuellen GuV berechnest.
Berechne dein zusätzliches Umsatzpotenzial
Eine Terrasse-Erweiterung dreht sich um eines: mehr Tische bedeuten mehr Gäste bedeuten mehr Umsatz. Aber wie viel zusätzlichen Umsatz kannst du realistisch erwarten?
💡 Beispiel:
Deine aktuelle Terrasse hat 8 Tische für 32 Personen. Die Erweiterung fügt 4 Tische für 16 zusätzliche Personen hinzu.
- Aktuelle Auslastungsquote: 70%
- Durchschnittliche Rechnung: €28,50
- Geöffnet 6 Tage/Woche, 8 Monate/Jahr
Zusätzlicher Umsatz: 16 × 0,70 × €28,50 × 6 × 35 Wochen = €94.080/Jahr
Achtung: gehe von deiner tatsächlichen Auslastungsquote aus. Wenn deine aktuelle Terrasse nur halb voll sitzt, helfen mehr Tische nicht.
Addiere alle Erweiterungskosten
Eine Terrasse-Erweiterung kostet mehr als nur Tische und Stühle. Vergiss nicht die versteckten Kosten:
- Einmalige Kosten: Möbel, Sonnenschirme, Beleuchtung, eventuell Bodenbelag
- Genehmigungen: Terrassen-Genehmigung, eventuell Baugenehmigung
- Jährliche Kosten: Terrassensteuer, zusätzliche Versicherung, Wartung
- Betriebskosten: mehr Personal, zusätzliche Reinigung
💡 Beispiel Kosten:
- Möbel (4 Tische, 16 Stühle, Sonnenschirme): €8.000
- Genehmigung und Aufbau: €3.000
- Jährliche Terrassensteuer: €1.200
- Zusätzliches Personal (Saison): €12.000/Jahr
Gesamtinvestition: €11.000 + €13.200/Jahr Betrieb
Berechne die Amortisationszeit
Jetzt kannst du ausrechnen, ob sich die Investition amortisiert. Verwende diese Formel:
Amortisationszeit = Investition / (Zusätzlicher Umsatz - Zusätzliche Betriebskosten - Zusätzliche Lebensmittelkosten)
⚠️ Achtung:
Berücksichtige auch deine Lebensmittelkosten. Mehr Umsatz bedeutet auch mehr Einkauf. Bei 30% Lebensmittelkosten gehen €28.260 von deinen €94.080 zusätzlichem Umsatz für Zutaten auf.
Mit den Zahlen aus dem Beispiel:
- Zusätzlicher Umsatz: €94.080
- Minus Lebensmittelkosten (30%): €28.260
- Minus zusätzliches Personal: €12.000
- Minus Terrassensteuer: €1.200
- Netto zusätzlicher Gewinn: €52.620/Jahr
Amortisationszeit: €11.000 / €52.620 = 2,5 Monate. Das ist eine gute Investition.
Überprüfe deine Cashflow-Auswirkungen
Eine gute Amortisationszeit bedeutet nicht automatisch, dass du die Investition tätigen kannst. Überprüfe auch deinen Cashflow:
- Hast du €11.000 verfügbar, ohne deine Reserve anzugreifen?
- Kannst du die zusätzlichen Betriebskosten tragen, wenn die Saison schwächer ausfällt?
- Was passiert, wenn die Auslastungsquote niedriger ausfällt als erwartet?
💡 Szenario-Check:
Was ist, wenn deine Auslastungsquote nicht 70% sondern 50% wird?
- Zusätzlicher Umsatz sinkt auf €67.200
- Netto-Gewinn wird €32.340
- Amortisationszeit steigt auf 4 Monate
Immer noch machbar, aber riskanter.
Nutze deine GuV als Grundlage
Deine aktuelle GuV sagt dir, ob eine Terrasse-Erweiterung sinnvoll ist. Schau dir diese Zahlen an:
- Bruttomarge: Wenn deine Marge unter 65% liegt, sind deine Kosten zu hoch für eine Erweiterung
- Personalkosten: Über 35% des Umsatzes wird zusätzliches Personal teuer
- Saisonschwankungen: Überprüfe deinen Umsatz pro Monat vom letzten Jahr
Eine Terrasse-Erweiterung verstärkt das, was bereits vorhanden ist. Läufst du gut? Dann hilft mehr Kapazität. Machst du Verluste? Dann machen mehr Tische es nur schlimmer.
Wie berechnest du die Machbarkeit? (Schritt für Schritt)
Berechne dein zusätzliches Umsatzpotenzial
Multipliziere deine zusätzlichen Sitzplätze × Auslastungsquote × durchschnittliche Rechnung × Anzahl der Öffnungstage. Verwende deine tatsächliche Auslastungsquote vom letzten Jahr, nicht deine optimistische Schätzung.
Addiere alle Kosten
Unterscheide zwischen einmaliger Investition (Möbel, Genehmigung) und jährlichen Betriebskosten (Personal, Steuer, Wartung). Vergiss nicht die Lebensmittelkosten auf deinen zusätzlichen Umsatz.
Berechne Amortisationszeit und Cashflow
Teile deine Investition durch deinen netto zusätzlichen Gewinn pro Jahr. Überprüfe auch, ob du die Investition tragen kannst und was passiert, wenn es schiefgeht.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Terrasse-Erweiterung nicht nur auf Jahresbasis, sondern auch monatlich. Wenn du die Gewinnschwelle im Mai erreichst, ist der Rest der Saison reiner Gewinn.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Welche Amortisationszeit ist für eine Terrasse-Erweiterung akzeptabel?
Für Gastronomie-Investitionen sind 1-3 Jahre normal. Bei einer Terrasse-Erweiterung musst du Saisonalität berücksichtigen. Wenn du es in einer Saison amortisierst, ist es ein No-Brainer.
Muss ich schlechtes Wetter berücksichtigen?
Absolut. Rechne mit 70% deiner theoretischen Kapazität, um Wetter und andere Rückschläge abzufedern. Überprüfe auch deine Umsatzzahlen von regnerischen Sommern aus der Vergangenheit.
Was ist, wenn ich kein Geld für zusätzliches Personal habe?
Dann musst du mit längeren Wartezeiten und möglicherweise niedrigerer Auslastung rechnen. Oder du machst die Erweiterung schrittweise: erst schauen, ob dein aktuelles Team mehr Tische schafft.
Wie vermeide ich zu optimistische Berechnungen?
Verwende immer deine tatsächlichen Zahlen vom letzten Jahr als Basis. Rechne mit 80% deiner erwarteten Auslastung und addiere 20% extra Kosten für unvorhergesehene Ausgaben.
Kann eine Terrasse-Erweiterung meine Fixkosten senken?
Ja, indem du mehr Umsatz über die gleichen Fixkosten (Miete, Versicherung, Grundausstattung) verteilst. Deine Fixkosten als Prozentsatz des Umsatzes sinken, was deine Gewinnmarge verbessert.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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