Fixkosten sind die Ausgaben, die du jeden Monat hast, unabhängig davon, wie viele Gäste du empfängst. Viele angehende Restaurantunternehmer unterschätzen diese Kosten und erleben nach ein paar Monaten Überraschungen. In diesem Artikel lernst du, welche Fixkosten du einplanen musst und wie du realistische Budgets aufstellst.
Die wichtigsten Kategorien von Fixkosten
Fixkosten bestehen aus verschiedenen Kategorien. Hier sind die wichtigsten, die du berücksichtigen musst:
💡 Beispiel: Bistro mit 50 Plätzen
- Miete: €3.500/Monat
- Versicherungen: €450/Monat
- Energie: €800/Monat
- Telefon/Internet: €150/Monat
- Abschreibungen: €1.200/Monat
- Finanzierungskosten: €600/Monat
Gesamte Fixkosten: €6.700/Monat
Unterkunft und Standort
Die Miete ist normalerweise deine größte Fixkostenposition. Berücksichtige hier auch Kosten für Instandhaltung, Gemeindesteuern und eventuell anfallende Nebenkosten.
- Miete: Üblich 8-15% des erwarteten Umsatzes
- Nebenkosten: Gas, Wasser, Strom (€500-1.500/Monat)
- Gemeindesteuern: Grundsteuer, Abwassergebühr, Abfallgebühr
- Gebäudeinstandhaltung: Budget 1-2% der Jahresmiete pro Jahr
⚠️ Achtung:
Miete über 15% deines Umsatzes macht es sehr schwierig, rentabel zu sein. Überprüfe dies immer, bevor du unterschreibst.
Versicherungen und rechtliche Verpflichtungen
Als Gastronomiebetreiber bist du verpflichtet, bestimmte Versicherungen abzuschließen. Andere sind dringend zu empfehlen:
- Haftpflicht-, Fahrzeug-, Personenversicherung: €200-400/Monat
- Betriebsschadenversicherung: €100-300/Monat
- Inventarversicherung: €50-150/Monat
- Rechtsschutzversicherung: €30-80/Monat
- Berufsunfähigkeitsversicherung: €100-400/Monat
Ausrüstung und Abschreibungen
Küchengeräte, Möbel und POS-Systeme schreibst du über mehrere Jahre ab. Plane diese monatlichen Abschreibungskosten im Voraus ein.
💡 Beispiel Abschreibungen:
- Küchengeräte €60.000 über 10 Jahre = €500/Monat
- Möbel €20.000 über 8 Jahre = €208/Monat
- POS-System €5.000 über 5 Jahre = €83/Monat
- Umbau €40.000 über 10 Jahre = €333/Monat
Gesamte Abschreibungen: €1.124/Monat
Finanzierungskosten und Zinsen
Wenn du Geld für den Start geliehen hast, zahlst du monatlich Zinsen und Tilgung. Dies sind Fixkosten, die du nicht anpassen kannst.
- Bankdarlehen: Zinsen + Tilgung nach vereinbartem Plan
- Leasing von Geräten: Feste monatliche Gebühren
- Kreditlinie: Zinsen auf genutzten Betrag (variabel)
Verwaltung und Software
Moderne Restaurants laufen auf Software und Verwaltungsunterstützung:
- Kassensystem: €50-200/Monat
- Buchhalter: €150-500/Monat
- Software-Abos: €50-300/Monat insgesamt
- Telefon und Internet: €100-200/Monat
💡 Beispiel Software-Stack:
- KitchenNmbrs (Kostenkalkulation): €25/Monat
- Kassensystem: €80/Monat
- Reservierungssystem: €50/Monat
- Buchhaltungspaket: €30/Monat
Wähle Software, die zu deiner Größe passt. Große Systeme sind oft zu komplex für kleine Betriebe.
Marketing und Werbung
Plane ein festes Budget für Marketing, auch wenn du gerade anfängst:
- Online-Marketing: €200-800/Monat
- Druckerzeugnisse und Flyer: €100-300/Monat
- Website-Wartung: €50-150/Monat
- Social-Media-Tools: €30-100/Monat
Gesamtbild: Was kostet es wirklich?
Für ein durchschnittliches Bistro mit 50 Plätzen kannst du mit diesen Fixkosten rechnen:
💡 Gesamtübersicht Bistro mit 50 Plätzen:
- Unterkunft: €4.200/Monat
- Versicherungen: €450/Monat
- Abschreibungen: €1.200/Monat
- Finanzierung: €600/Monat
- Verwaltung: €350/Monat
- Marketing: €400/Monat
Gesamt: €7.200/Monat Fixkosten
Bei €25 durchschnittlicher Rechnung musst du 288 Gäste/Monat empfangen, um nur deine Fixkosten zu decken.
⚠️ Achtung:
Dies sind nur deine Fixkosten. Hinzu kommen noch variable Kosten wie Einkauf, Personal und MwSt. Plane mindestens €15.000-20.000/Monat Gesamtkosten für ein Bistro dieser Größe.
Wie baust du einen Puffer auf?
Fixkosten laufen weiter, auch wenn dein Restaurant vorübergehend geschlossen ist oder weniger Gäste empfängst. Baue daher einen Puffer auf:
- Mindestens 3 Monate Fixkosten in der Kasse als Puffer
- Saisonschwankungen in deine Planung einbeziehen
- Instandhaltungskosten über das Jahr verteilen
- Steuerzahlungen beiseite legen (vierteljährlich MwSt., jährlich Einkommensteuer)
Wie berechnest du deine Fixkosten? (Schritt für Schritt)
Erstelle eine Liste aller Fixausgaben
Schreibe alle Kosten auf, die du jeden Monat hast, unabhängig von deinem Umsatz. Denke an Miete, Versicherungen, Abschreibungen, Software und Finanzierungskosten.
Berechne Abschreibungen von Investitionen
Teile deine Investitionsbeträge durch die Anzahl der Jahre, in denen du sie nutzt. Küchengeräte normalerweise 8-10 Jahre, Möbel 5-8 Jahre.
Überprüfe das Verhältnis zum erwarteten Umsatz
Deine gesamten Fixkosten dürfen maximal 25-30% deines erwarteten Umsatzes ausmachen. Sonst wird Rentabilität sehr schwierig.
✨ Pro tip
Nutze eine App wie KitchenNmbrs, um deine Kostenkalkulation zu verfolgen, damit du weißt, wie viel Umsatz du brauchst, um deine Fixkosten wieder hereinzuholen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent meines Umsatzes dürfen Fixkosten sein?
Üblich sind 25-30% deines Umsatzes. Über 35% wird es schwierig, rentabel zu sein, besonders im ersten Jahr, wenn dein Umsatz noch aufgebaut wird.
Muss ich Abschreibungen berücksichtigen, wenn ich alles bar bezahlt habe?
Ja, auch dann schreibst du ab. Abschreibungen zeigen, dass deine Ausrüstung verschleißt und in ein paar Jahren ersetzt werden muss. Es hilft dir, für den Austausch zu sparen.
Was ist, wenn meine Fixkosten höher ausfallen als geplant?
Analysiere, wo die Überschreitung liegt. Einige Kosten kannst du anpassen (Software, Marketing), andere nicht (Miete, Versicherungen). Passe deine Umsatzprognose an oder finde Einsparungen.
Wie lange sollte ich Fixkosten ohne Umsatz zahlen können?
Plane mindestens 3-6 Monate Fixkosten als Puffer. In der Gastronomie können Jahreszeiten, Renovierungen oder externe Umstände deinen Umsatz vorübergehend stilllegen.
Sind Personalkosten Fix- oder variable Kosten?
Das hängt von deinem Vertrag ab. Feste Verträge sind Fixkosten, Aushilfskräfte und Leiharbeiter sind variabel. Die meisten Restaurants haben eine Mischung aus beiden.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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