Lieferplattform-Provisionen sind eine direkte Kostenposition, die du in der richtigen Zeile deiner P&L eintragen musst. Viele Unternehmer wissen nicht, ob dies unter 'Einkauf' oder 'sonstige Kosten' gehört, wodurch ihre Margenberechnung nicht stimmt. In diesem Artikel lernst du, wie du Plattformprovisionen korrekt verarbeitest und was dies für deine Rentabilität bedeutet.
Wo gehören Plattformprovisionen in die P&L?
Plattformprovisionen (Thuisbezorgd, Uber Eats, Deliveroo) sind Verkaufskosten, keine Einkaufskosten. Sie gehören in die gleiche Zeile wie Kreditkartengebühren und andere Transaktionskosten.
💡 Beispiel P&L-Struktur:
- Umsatz: €100.000
- Lebensmittelkosten: €30.000 (30%)
- Bruttomarge: €70.000 (70%)
- Personalkosten: €35.000
- Plattformprovisionen: €18.000
- Miete: €8.000
- Sonstige Kosten: €5.000
Nettogewinn: €4.000 (4%)
Wie berechnest du die tatsächliche Auswirkung?
Plattformprovisionen liegen normalerweise zwischen 15-30% des Bestellwerts. Das bedeutet, dass deine Nettomarge deutlich niedriger ausfällt als deine Bruttomarge.
💡 Beispielberechnung:
Bestellung: €25,00 (inkl. 9% MwSt.)
- Bestellwert ohne MwSt.: €22,94
- Plattformprovision (25%): €5,74
- Lebensmittelkosten (30%): €6,88
- Verpackung: €0,75
Nettoertrag: €9,57 (42% des Bestellwerts)
Unterschiedliche Provisionssätze
Jede Plattform hat andere Tarife. Auch innerhalb einer Plattform variieren die Prozentsätze je nach Restaurant.
- Thuisbezorgd: 13-30% je nach Vertrag und Services
- Uber Eats: 15-35% inklusive Lieferung und Marketing
- Deliveroo: 20-35% je nach Paket
- Eigene Lieferung über Plattform: 10-15% (nur Plattformgebühr)
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit deinem tatsächlichen Provisionsprozentsatz. Dieser steht in deinem Plattformvertrag und kann von Standardtarifen abweichen.
Auswirkung auf die Break-Even-Berechnung
Plattformprovisionen erhöhen deinen Break-Even-Punkt erheblich. Du benötigst mehr Umsatz, um denselben Gewinn wie beim direkten Verkauf zu erzielen.
💡 Break-Even-Vergleich:
Fixkosten pro Monat: €15.000
- Direktverkauf (70% Bruttomarge): €21.429 Umsatz erforderlich
- Plattformverkauf (45% Nettomarge): €33.333 Umsatz erforderlich
Unterschied: €11.904 zusätzlicher Umsatz pro Monat
Administrative Verarbeitung
Plattformprovisionen werden normalerweise automatisch von deiner Auszahlung abgezogen. Stelle sicher, dass du dies korrekt in deiner Buchhaltung erfasst.
- Umsatz: Vollständiger Bestellwert (was der Kunde bezahlt)
- Plattformprovision: Separate Kostenposition
- Auszahlung: Umsatz minus Provision
- MwSt.: Auf vollständigen Bestellwert, nicht auf Nettogutschrift
Preisgestaltungsstrategie anpassen
Viele Restaurants verlangen höhere Preise auf Plattformen, um die Provision auszugleichen. Das ist möglich, aber bedenke die Auswirkung auf deine Wettbewerbsposition.
💡 Ausgleichsberechnung:
Restaurantpreis: €20,00
Um die gleiche Marge bei 25% Provision zu behalten:
Plattformpreis: €20,00 / 0,75 = €26,67
Wie verarbeitest du Plattformprovisionen korrekt? (Schritt für Schritt)
Überprüfe deinen Provisionsprozentsatz
Suche in deinem Plattformvertrag den genauen Provisionsprozentsatz. Dieser kann von Standardtarifen abweichen und variiert je nach Service (Lieferung, Marketing, Zahlung).
Erstelle eine separate Kostenposition
Setze Plattformprovisionen auf eine eigene Zeile in deiner P&L unter 'Verkaufskosten' oder 'Sonstige Betriebskosten', nicht bei Einkauf oder Lebensmittelkosten.
Berechne die tatsächliche Marge
Ziehe die Provision von deiner Bruttomarge ab, um deine Nettomarge zu bestimmen. Dies gibt dir ein echtes Bild davon, was Plattformbestellungen bringen.
Passe die Break-Even-Berechnung an
Berechne deinen Break-Even-Punkt mit der niedrigeren Nettomarge von Plattformbestellungen neu. Du benötigst mehr Umsatz, um Gewinn zu erzielen.
Überwache pro Plattform
Verfolge pro Plattform, was die tatsächlichen Kosten und Einnahmen sind. Jede Plattform hat andere Tarife und daher unterschiedliche Rentabilität.
✨ Pro tip
Überwache deine Plattformprovisionen wöchentlich über dein Dashboard. Einige Plattformen berechnen zusätzliche Kosten für Marketing oder Stoßzeiten-Lieferung, die nicht in deiner Basisprovisionen enthalten sind.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. auf die Plattformprovision zahlen?
Nein, du zahlst MwSt. auf den vollständigen Bestellwert, den der Kunde bezahlt. Die Plattformprovision ist eine Kostenposition, auf die du selbst keine MwSt. abführst.
Kann ich die Plattformprovision von meinen Lebensmittelkosten abziehen?
Nein, die Plattformprovision ist eine Verkaufskosten, keine Einkaufskosten. Deine Lebensmittelkosten bleiben gleich, aber deine Nettomarge wird durch die Provision niedriger.
Wie oft ändern Plattformen ihre Provisionssätze?
Dies variiert je nach Plattform und Vertrag. Überprüfe mindestens vierteljährlich deinen tatsächlichen Provisionsprozentsatz, da dieser sich ohne klare Mitteilung ändern kann.
Sollte ich unterschiedliche Preise pro Plattform haben?
Das darfst du, aber berücksichtige Wettbewerb und Kundenwahrnehmung. Viele Restaurants gleichen Provisionen durch höhere Plattformpreise aus.
Wo sehe ich meinen genauen Provisionsprozentsatz?
In deinem Plattform-Dashboard unter 'Abrechnung' oder 'Kosten'. Es steht auch in deiner monatlichen Abrechnung und deinem ursprünglichen Vertrag.
Wie berechne ich, ob Plattformbestellungen noch rentabel sind?
Ziehe Provision und Verpackungskosten von deiner normalen Bruttomarge ab. Wenn weniger als 10-15% für Fixkosten übrig bleibt, wird es eng.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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