Gemeinkosten sind alle fixen Kosten, die du machst, unabhängig davon, wie viele Gäste du hast. Für unabhängige Restaurants in den Niederlanden liegen diese durchschnittlich zwischen 25% und 35% des Umsatzes. Viele Unternehmer unterschätzen diese Kosten, weshalb sie denken, dass sie Gewinn machen, während sie tatsächlich Verluste machen.
Was sind Gemeinkosten genau?
Gemeinkosten sind alle fixen Ausgaben, die du jeden Monat hast, auch wenn du keinen einzigen Gast bedienen würdest. Es sind Kosten, die nicht direkt mit deinen Lebensmittel- oder Personalkosten verbunden sind.
- Miete und Hypothek: Deine größte fixe Kostenposition
- Versicherungen: Betriebshaftpflicht, Inventar, Gebäude
- Energie: Gas, Wasser, Strom (Grundverbrauch)
- Telefon und Internet: Kommunikation und Kassensystem
- Buchhalter und Verwaltung: Externe Dienstleistungen
- Abschreibungen: Küchengeräte, Möbel, Renovierung
- Marketing: Website, Anzeigen, Flyer
- Lizenzen: Musik (Buma/Stemra), Software, Genehmigungen
💡 Beispiel: Restaurant mit €40.000 Monatsumsatz
Typische Gemeinkosten pro Monat:
- Miete: €4.500
- Versicherungen: €800
- Energie (fester Teil): €1.200
- Telefon/Internet: €150
- Buchhalter: €400
- Abschreibungen: €1.500
- Marketing: €300
- Sonstiges: €650
Gesamt: €9.500 = 23,8% des Umsatzes
Gemeinkostensätze nach Restauranttyp
Der Gemeinkostensatz unterscheidet sich je nach Art des Betriebs und Standort:
- Fine Dining (Zentrum): 30-40% durch hohe Mietkosten
- Casual Dining: 25-35% durchschnittlich
- Bistro/Brasserie: 20-30% oft niedrigere Miete
- Pizzeria/Imbiss: 18-28% einfachere Ausstattung
- Lieferung/Abholung: 15-25% keine Terrasse/Bedienung
⚠️ Achtung:
Diese Prozentsätze sind ohne Lebensmittel- und Personalkosten. Wenn deine Gemeinkosten über 35% liegen, wird es schwierig, rentabel zu sein.
Miete als größte Kostenposition
Miete macht normalerweise 60-70% deiner Gesamtgemeinkosten aus. Eine Faustregel: deine Miete sollte maximal 15% deines erwarteten Umsatzes sein.
💡 Beispiel: Mietprüfung
Miete: €6.000 pro Monat
Erforderlicher Mindestumsatz: €6.000 / 0,15 = €40.000
Wenn du strukturell unter €40.000 Umsatz liegst, ist dieser Standort zu teuer.
Energie und variable Gemeinkosten
Einige Gemeinkosten steigen mit deinem Umsatz. Energie hat einen festen Teil (Kühlung läuft immer) und einen variablen Teil (mehr Kochen bei Andrang).
- Fester Energieteil: Kühlung, Beleuchtung, Geräte im Standby
- Variabler Teil: Kochen, Spülmaschine, zusätzliche Beleuchtung
- Gesamtenergiekosten: Durchschnittlich 4-7% des Umsatzes
Break-Even-Berechnung mit Gemeinkosten
Um deinen Break-Even-Punkt zu berechnen, addierst du alle Kosten:
Gesamtkosten = Food Cost + Personalkosten + Gemeinkosten
💡 Beispiel: Break-Even-Berechnung
Monatliche Kosten:
- Food Cost: 30% des Umsatzes
- Personal: 35% des Umsatzes
- Gemeinkosten: €9.500 fix
Break-Even-Umsatz: €9.500 / (100% - 30% - 35%) = €27.143
Du musst mindestens €27.143 Umsatz machen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Gemeinkosten kontrollieren und senken
Überprüfe regelmäßig, ob deine Gemeinkosten noch zu deinem Umsatz passen:
- Monatliche Prüfung: Addiere alle fixen Kosten und teile durch den Umsatz
- Jährliche Überprüfung: Überprüfe alle Verträge und Abonnements
- Benchmark: Vergleiche mit anderen Restaurants in deiner Gegend
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du deine P&L verfolgen und direkt sehen, wie sich dein Gemeinkostensatz im Verhältnis zu deinem Umsatz entwickelt.
Wie berechnest du deinen Gemeinkostensatz? (Schritt für Schritt)
Sammle alle monatlichen Fixkosten
Erstelle eine Liste aller Kosten, die du jeden Monat hast, unabhängig von deinem Umsatz. Denke an Miete, Versicherungen, Telefon, Buchhalter, Abschreibungen und Lizenzen. Addiere alle diese für einen Monat.
Berechne deinen durchschnittlichen Monatsumsatz
Nimm deinen Umsatz der letzten 6 Monate und teile durch 6. Dies gibt dir ein realistisches Bild, da der Umsatz je nach Jahreszeit oder besonderen Ereignissen schwanken kann.
Teile Gemeinkosten durch Umsatz
Teile deine gesamten monatlichen Gemeinkosten durch deinen durchschnittlichen Monatsumsatz und multipliziere mit 100, um den Prozentsatz zu erhalten. Wenn dieser über 35% liegt, suche nach Möglichkeiten, die Kosten zu senken.
✨ Pro tip
Überprüfe alle 6 Monate, ob du noch alle Abonnements und Versicherungen brauchst. Viele Restaurants zahlen für Dienstleistungen, die sie nicht mehr nutzen, was deine Gemeinkosten unnötig erhöht.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist ein akzeptabler Gemeinkostensatz für mein Restaurant?
Für die meisten unabhängigen Restaurants liegt ein gesunder Gemeinkostensatz zwischen 25% und 35% des Umsatzes. Über 35% wird es schwierig, rentabel zu bleiben, es sei denn, du hast sehr hohe Margen.
Sollte ich VAT in meine Gemeinkostenberechnung einbeziehen?
Rechne immer ohne VAT, genauso wie bei Food-Cost-Berechnungen. Verwende deinen Umsatz ohne VAT und deine Kosten ohne VAT für ein klares Bild deiner Kostenstruktur.
Wie oft sollte ich meinen Gemeinkostensatz überprüfen?
Überprüfe deinen Gemeinkostensatz jeden Monat als Teil deiner Finanzroutine. Bei großen Umsatzveränderungen oder neuen Verträgen ist eine zwischenzeitliche Überprüfung sinnvoll.
Was ist, wenn mein Gemeinkostensatz zu hoch ist?
Schau dir zuerst deine größten Kostenpositionen wie Miete und Versicherungen an. Oft kannst du bei Energie, Telefon, Software-Abonnements oder Marketing sparen. Manchmal ist eine Umsatzsteigerung effektiver als Kosteneinsparungen.
Gehört die Abschreibung meiner Küchengeräte zu den Gemeinkosten?
Ja, Abschreibungen von Geräten, Möbeln und Renovierungen gehören zu den Gemeinkosten. Rechne mit der tatsächlichen monatlichen Abschreibung, nicht mit dem Kaufpreis auf einmal.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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