Ein Supper Club zu Hause dreht sich um kleine Gruppen, exklusive Erlebnisse und hohe Preise pro Person. Aber ohne richtige Margenberechnung verdienst du weniger als du denkst. Du hast nämlich andere Kosten als ein Restaurant: keine Fixkosten, aber dafür Einkauf, Vorbereitung und deine eigene Zeit.
Was macht einen Supper Club anders?
Bei einem Supper Club organisierst du zu Hause Dinners für 6-12 Personen. Du verkaufst ein komplettes Erlebnis: Essen, Atmosphäre und persönliche Aufmerksamkeit. Das bedeutet andere Kostenpositionen als ein Restaurant:
- Keine Miete, aber Abschreibung auf Geschirr und Geräte
- Kein Personal, aber deine eigene Zeit zu einem Stundenlohn
- Höhere Zutatenkosten pro Person (oft Premium-Produkte)
- Begrenzte Skaleneffekte durch kleine Gruppen
Die grundlegende Margenberechnung für Supper Clubs
Für einen Supper Club berechnest du deine Marge pro Abend, nicht pro Gericht. Die Formel bleibt gleich, aber die Kostenpositionen sind anders:
💡 Beispielberechnung:
Supper Club für 8 Personen, €85 pro Person:
- Umsatz: 8 × €85 = €680
- Zutaten: €180 (26,5% des Umsatzes)
- Deine eigene Zeit: 8 Stunden × €25 = €200
- Sonstige Kosten: €50 (Gas, Abwasch, Verschleiß)
Gewinn: €680 - €180 - €200 - €50 = €250 (36,8% Marge)
Kostenkalkulation nach Bereich
1. Zutatenkosten
Addiere alle Zutaten für das komplette Menü. Bei Supper Clubs darf dies höher sein als bei Restaurants (30-40% ist normal), weil du ein Premium-Erlebnis verkaufst.
2. Deine eigene Zeit bewerten
Rechne mindestens €20-30 pro Stunde für:
- Einkaufen und Vorbereitung (3-4 Stunden)
- Kochen und Servieren (4-5 Stunden)
- Aufräumen (1-2 Stunden)
⚠️ Achtung:
Viele Supper-Club-Gastgeber rechnen ihre Zeit nicht ein. Dann sieht die Marge höher aus als sie ist, aber du verdienst am Ende weniger als Mindestlohn.
3. Sonstige Kosten
- Gas/Strom (zusätzlicher Verbrauch): €10-20 pro Abend
- Abwasch und Reinigung: €15-25
- Verschleiß von Geschirr/Pfannen: €10-15
- Marketing (Social Media, Website): €5-10 pro Abend
Preisgestaltung für rentable Supper Clubs
Arbeite rückwärts: Bestimme zuerst deinen gewünschten Gewinn, addiere dann deine Kosten hinzu.
💡 Beispiel Preisgestaltung:
Gewünschter Gewinn: €300 pro Abend (8 Personen)
- Zutaten: €25 pro Person
- Deine Zeit: €25 pro Person (8 Stunden × €25 / 8 Personen)
- Sonstige Kosten: €8 pro Person
- Gewünschter Gewinn: €37,50 pro Person
Mindestpreis: €95,50 pro Person
Jahreszeiten und variable Kosten
Supper Clubs haben stark schwankende Kosten durch Jahreszeiten und Themen. Passe deine Preise an:
- Sommer: Niedrigere Zutatenkosten, mehr Außenraum
- Winter: Höhere Energiekosten, teurere Saisonprodukte
- Feiertage: Premium-Zutaten, höhere Preise möglich
- Themenabende: Spezielle Zutaten können die Kostenkalkulation erhöhen
Digitale Hilfsmittel für Supper Clubs
Für kleine Supper Clubs kannst du mit Excel beginnen, aber bei regelmäßigen Veranstaltungen wird ein System wie KitchenNmbrs praktisch. Du kannst Rezepte festhalten, Kostenkalkulation berechnen und sehen, welche Themenabende am meisten einbringen.
💡 Praktischer Tipp:
Notiere, welche Menüs am beliebtesten sind UND die höchste Marge bringen. Diese werden deine Signature Supper Clubs, die du häufiger wiederholen kannst.
Wie berechnest du die Marge deines Supper Clubs? (Schritt für Schritt)
Berechne deine gesamten Zutatenkosten
Addiere alle Zutaten für das komplette Menü: Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch und Getränke. Vergiss nicht Gewürze, Öl und Garnituren. Das ist dein food cost.
Bewerte deine eigene Zeit realistisch
Rechne mindestens €20-25 pro Stunde für alle Zeit: Einkaufen, Vorbereitung, Kochen, Servieren und Aufräumen. Addiere die Gesamtstundenzahl und multipliziere mit deinem Stundenlohn.
Addiere sonstige Kosten
Rechne Gas/Strom, Abwasch, Verschleiß von Geschirr und Marketing ein. Das sind oft €40-60 pro Abend. Teile dies durch die Anzahl der Gäste für die Kosten pro Person.
Berechne deine Marge
Ziehe alle Kosten von deinem Umsatz ab. Eine gesunde Marge für Supper Clubs liegt zwischen 30-40%. Weniger als 25% bedeutet, dass du zu wenig für deine Zeit und dein Erlebnis verlangst.
✨ Pro tip
Starte mit einem Testpreis von €75-85 pro Person und messe deine tatsächlichen Kosten und Zeit. Nach 3-5 Supper Clubs weißt du genau, was du für eine gesunde Marge berechnen musst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine normale Marge für einen Supper Club?
Eine gesunde Marge liegt zwischen 30-40% deines Umsatzes. Das ist höher als bei Restaurants, weil du ein exklusives Erlebnis verkaufst. Unter 25% verdienst du zu wenig für deine Zeit.
Muss ich MwSt. auf meine Supper-Club-Einnahmen berechnen?
Ja, wenn du mehr als €20.000 pro Jahr umsetzt. Essen im häuslichen Kreis fällt unter 9% MwSt. Berechne deine Marge immer ohne MwSt., um ein ehrliches Bild zu bekommen.
Wie berechne ich meine Zeit, wenn ich es gerne mache?
Auch wenn du es gerne machst, ist deine Zeit Geld wert. Rechne mindestens €20-25 pro Stunde, sonst subventionierst du deine Gäste und verdienst unter Mindestlohn.
Kann ich niedrigere Preise verlangen, um anzufangen?
Bei deinen ersten paar Supper Clubs kannst du einen Einführungspreis anbieten, aber wechsle schnell zu deinem echten Preis. Gäste erwarten Qualität und sind bereit, dafür zu zahlen.
Was ist, wenn meine Zutatenkosten über 40% liegen?
Dann musst du deinen Preis erhöhen oder dein Menü anpassen. Supper Clubs drehen sich um das Erlebnis, nicht um billiges Essen. Premium-Zutaten rechtfertigen einen Premium-Preis.
Wie oft kann ich dieselben Gäste einladen?
Stammgäste sind Gold wert, aber variiere deine Menüs. Notiere, welche Themen am beliebtesten sind, und wiederhole diese mit Variationen. So baust du eine treue Kundenbasis auf.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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