📝 Spezifische Küchentypen & Konzepte · ⏱️ 4 Min. Lesezeit

Was ist eine normale Foodcost für ein Sushi-Restaurant?

📝 Von Lun Lin · aktualisiert 21 May 2026

Direkte Antwort
Eine normale Foodcost für Sushi liegt zwischen 35 und 45%, je nach Konzept und Fischqualität. Mit dem 5-Schritte-Rechner ermittelst du sie selbst: Nettopreis bestimmen, echten Fischpreis nach Schnittabfall berechnen, Zutaten wiegen, Wareneinsatz addieren und durch den Nettopreis teilen.

Sushi-Restaurants haben eine andere Kostenstruktur als klassische Küchen. Durch den Fokus auf rohen Fisch und Premium-Zutaten liegt die Foodcost oft höher als bei anderen Küchentypen. Eine normale Foodcost für Sushi liegt zwischen 35-45%, abhängig vom Niveau und der Qualität des Fischs.

Definition

Foodcost (Wareneinsatzquote) = Wareneinsatz geteilt durch Nettoumsatz mal 100. Eine Foodcost von 38% bedeutet: von jedem Euro Umsatz (ohne MwSt.) gehen 38 Cent in den Einkauf der Zutaten.

Sushi-Foodcost-Rechner: in 5 Schritten selbst berechnen

Du brauchst keinen separaten Sushi-Rechner. Mit dieser Methode berechnest du die Foodcost jeder Rolle und jedes Nigiri selbst:

  1. Netto-Verkaufspreis bestimmen: Kartenpreis durch 1,19 teilen (bei 7% Lieferung durch 1,07).
  2. Echten Fischpreis berechnen: Einkaufspreis pro Kilo durch die Ausbeute teilen (z. B. 55% Filet-Ausbeute).
  3. Zutaten pro Portion wiegen: Fisch, Reis, Nori, Wasabi und Ingwer in Gramm erfassen.
  4. Wareneinsatz addieren: alle Zutatenkosten pro Portion zusammenzählen.
  5. Foodcost berechnen: Wareneinsatz durch Netto-Verkaufspreis teilen, mal 100.

Genau diese Rechnung macht die KitchenNmbrs-App automatisch für jedes Gericht auf deiner Karte, inklusive Schnittabfall und tagesaktueller Einkaufspreise. Sieben Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten.

Warum Sushi eine höhere Foodcost hat

Sushi-Restaurants arbeiten mit teureren Zutaten als die meisten anderen Küchen. Die wichtigsten Kostentreiber sind:

  • Premium-Fisch: Thunfisch, Lachs und anderer Sashimi-Qualitätsfisch kostet 25 bis 60 Euro pro Kilo
  • Tägliche Lieferung: Fisch muss jeden Tag frisch eingekauft werden
  • Schnittabfall: ganzer Fisch hat 40 bis 55% Abfall (Kopf, Gräte, Haut), siehe Trimmverlust in die Selbstkosten einrechnen
  • Reis und Nori: Sushi-Reis pro Portion ist teurer als normaler Reis

⚠️ Achtung:

Viele Sushi-Restaurants rechnen ihre Fischkosten falsch. Sie nehmen den Einkaufspreis pro Kilo, vergessen aber den Schnittabfall. Dadurch sieht ihre Foodcost niedriger aus, als sie wirklich ist.

Foodcost pro Sushi-Typ

Nicht alle Sushi haben die gleiche Marge. Die Tabelle zeigt typische Spannen pro Typ:

Sushi-TypTypische FoodcostWarum
Nigiri mit Premium-Fisch40 bis 50%viel Fisch, wenig Reis
Maki-Rollen25 bis 35%mehr Reis, weniger Fisch
Inside-out-Rollen30 bis 40%Füllung plus Topping
Sashimi45 bis 55%nur Fisch, kein Reis

Wie du die Marge einer einzelnen Rolle mit teuren Zutaten berechnest, zeigt dieses Rechenbeispiel für Sushi-Rollen mit Thunfisch und Lachs.

? Beispiel: Lachs-Nigiri Kostpreis

Verkaufspreis vor Ort: 3,50 Euro inkl. 19% MwSt. = 2,94 Euro netto

  • Lachs (15 g): 0,75 Euro
  • Sushi-Reis (20 g): 0,15 Euro
  • Wasabi, Ingwer: 0,05 Euro

Foodcost: 0,95 / 2,94 = 32,3%

Bei Lieferung oder Mitnahme gilt in Deutschland der ermäßigte Satz von 7% (Stand 2024, Bundesfinanzministerium): 3,50 / 1,07 = 3,27 Euro netto, Foodcost 29,0%.

Echte Fischkosten berechnen

Das größte Problem bei Sushi ist der Schnittabfall von Fisch. Hier geht es oft schief:

? Beispiel: Ganzer Lachs Einkauf

Du kaufst ganzen Lachs für 18 Euro pro Kilo

  • Ganzer Lachs: 2 kg = 36 Euro
  • Nach dem Filetieren: 1,1 kg Filet
  • Schnittabfall: 45%

Echter Filetpreis: 18 / 0,55 = 32,73 Euro pro Kilo

Die Formel für echte Fischkosten ist: Einkaufspreis / (Ausbeute % / 100). Da Fischpreise täglich schwanken, lohnt sich ein Blick auf das Rechnen mit Tagespreisvariationen bei rohem Fisch.

Benchmarks pro Sushi-Restaurant-Typ

RestauranttypTypische Foodcost
All-you-can-eat Sushi28 bis 35%
Casual Sushi-Restaurant35 bis 42%
High-end Sushi-Bar (Omakase)40 bis 50%
Sushi-Lieferung30 bis 38%

Für Lieferkonzepte zeigt dieses Beispiel die Margenrechnung eines Sushi-Liefermenüs.

? Beispiel: Restaurant Foodcost Mix

Durchschnittliche Foodcost: 38%

  • 60% des Umsatzes = Maki/Rollen (30% Foodcost)
  • 25% des Umsatzes = Nigiri (45% Foodcost)
  • 15% des Umsatzes = Sashimi (50% Foodcost)

Gewichteter Durchschnitt: (0,6 x 30%) + (0,25 x 45%) + (0,15 x 50%) = 37,75%

Gesetzliche Anforderungen an rohen Fisch

Wer Sushi kalkuliert, muss auch die gesetzlichen Pflichten einpreisen. Drei Punkte bestimmen die Kosten mit:

Gefrierkapazität, Energie und dokumentierte Kontrollen gehören damit in die Gemeinkosten eines Sushi-Konzepts.

Wie du deine Foodcost unter Kontrolle hältst

Sushi erfordert tägliche Kontrolle deiner Zahlen. Der Fisch ist zu teuer, um Fehler zu machen:

  • Täglich: überprüfe, wie viel Fisch du verwendet hast vs. verkauft
  • Wöchentlich: berechne den echten Kilopreis nach Schnittabfall
  • Monatlich: analysiere, welche Gerichte am meisten bringen

Ein System wie KitchenNmbrs macht diese Berechnungen automatisch, damit du sofort siehst, ob du noch in deiner angestrebten Marge bleibst.

Wie berechnest du die richtige Foodcost für Sushi?

1

Berechne echte Fischkosten nach Schnittabfall

Teile deinen Einkaufspreis durch das Ausbeute-Prozentsatz. Wenn du 45% Schnittabfall hast, ist deine Ausbeute 55%. Teile dann deinen Einkaufspreis durch 0,55, um den echten Kilopreis zu erhalten.

2

Wiege exakte Portionen pro Sushi-Typ

Messe, wie viel Gramm Fisch in jedes Nigiri, Maki und Sashimi geht. Multipliziere dies mit deinem echten Kilopreis, um die Fischkosten pro Stück zu berechnen.

3

Addiere alle Zutaten und berechne Foodcost

Addiere Reis, Nori, Wasabi, Ingwer und Garnitur zu den Fischkosten. Teile das Gesamte durch deinen Verkaufspreis exkl. VAT und multipliziere mit 100 für das Foodcost-Prozentsatz.

✨ Pro tip

Überprüfe deine Foodcost bei deinen 5 meistverkauften Sushi-Artikeln. Wenn diese stimmen, hast du 80% deiner Marge unter Kontrolle.

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Häufig gestellte Fragen

Warum ist meine Sushi Foodcost höher als 40%?
Das kann an zu teuerem Fisch, zu großen Portionen oder falsch berechnetem Schnittabfall liegen. Überprüfe, ob du den echten Kilopreis nach Schnittabfall verwendest, nicht den Einkaufspreis von ganzem Fisch.
Kann ich meine Sushi Foodcost auf 30% senken?
Das ist schwierig ohne Qualitätsverlust. Du kannst aber deinen Mix anpassen: mehr Maki und Rollen verkaufen (niedrigere Foodcost) und weniger Sashimi (höhere Foodcost).
Muss ich VAT bei der Sushi-Preisberechnung berücksichtigen?
Nein, rechne immer exkl. VAT. Sushi hat 9% VAT. Wenn du Nigiri für €3,50 inkl. VAT verkaufst, sind das €3,21 exkl. VAT für deine Foodcost-Berechnung.
Wie oft muss ich meine Sushi-Preise anpassen?
Fischpreise schwanken wöchentlich. Überprüfe mindestens monatlich, ob deine Preise noch zu deiner angestrebten Foodcost passen, besonders für Premium-Fisch wie Thunfisch.
Ist 45% Foodcost für Sashimi normal?
Ja, das ist normal. Sashimi hat nur Fisch und keinen Reis, also liegt die Foodcost höher. Kompensiere dies, indem du mehr Maki und Nigiri mit niedrigerer Foodcost verkaufst.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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