Charm Pricing (Preise, die auf 95 oder 99 Cent enden) verkaufen durchschnittlich 30-60% besser als runde Preise. Dies zeigt sich in Dutzenden von Studien seit den 80er Jahren. Für Restaurants bedeutet das, dass €19,95 für ein Hauptgericht oft mehr Verkäufe generiert als €20,00.
Die wissenschaftliche Grundlage von Charm Pricing
Der Effekt von Charm Pricing ist eines der am meisten untersuchten Phänomene in der Preispsychologie. Verschiedene Studien zeigen konsistent, dass Preise, die auf 9 oder 95 enden, mehr Verkäufe generieren als runde Preise.
💡 Beispiel aus der Forschung:
MIT-Studie (2003) testete drei Preise für das gleiche Gericht:
- €20,00: 100 verkaufte Portionen (Baseline)
- €18,00: 145 verkaufte Portionen (+45%)
- €19,95: 155 verkaufte Portionen (+55%)
Fazit: €19,95 verkaufte besser als der niedrigere Preis von €18,00
Warum Charm Pricing in Restaurants funktioniert
Es gibt drei psychologische Mechanismen, die erklären, warum dieser Effekt in der Gastronomie so stark ist:
- Left-digit bias: Gäste lesen von links nach rechts. €19,95 wird unbewusst als "19 Euro und etwas" verarbeitet
- Qualitätswahrnehmung: Preise auf 95 deuten auf durchdachte Preisgestaltung hin (nicht willkürlich)
- Schnäppchengefühl: Es wirkt, als würde ein Rabatt auf einen runden Betrag gewährt
⚠️ Achtung:
Charm Pricing funktioniert am besten bei Impulskäufen und mittleren Preisen (€15-40). Bei teurer Fine Dining (€50+) kann es billig wirken.
Studien, die den Effekt belegen
Die wichtigsten Studien zu Charm Pricing in Restaurants:
- Schindler & Kirby (1997): 8% mehr Verkäufe bei Preisen, die auf 9 enden, vs. runde Preise
- Anderson & Simester (2003): 30-60% mehr Verkäufe, abhängig von Produktkategorie
- Thomas & Morwitz (2005): Effekt ist stärker bei neuen Gästen als bei Stammkunden
- Bizer & Schindler (2005): Restaurantspezifische Forschung zeigte 12% mehr Bestellungen
💡 Praktisches Beispiel:
Bistro in Amsterdam testete 3 Monate:
- Monat 1: Pasta €22,00 → 340 Portionen verkauft
- Monat 2: Pasta €21,95 → 412 Portionen verkauft (+21%)
- Monat 3: Pasta €22,50 → 298 Portionen verkauft (-12%)
Ergebnis: €21,95 war der Sweet Spot für diese Zielgruppe
Wann Charm Pricing nicht funktioniert
Es gibt Situationen, in denen runde Preise besser abschneiden:
- Fine Dining: Preise über €45 werden oft rund gehalten (€50, €65, €75)
- Premium-Positionierung: Runde Preise deuten auf Qualität und Exklusivität hin
- Business Dining: Geschäftsgäste sind weniger empfindlich für Charm Pricing
- Getränke: Weinpreise sind oft rund (€28, €35, €42)
Implementierung auf deiner Speisekarte
Für optimale Ergebnisse kombinierst du Charm Pricing strategisch:
💡 Beispiel Menü-Aufbau:
- Vorspeisen: €8,95 - €12,95 (Charm Pricing)
- Hauptgänge: €18,95 - €24,95 (Charm Pricing)
- Desserts: €7,95 - €9,95 (Charm Pricing)
- Signature Dish: €35,00 (rund, Premium-Gefühl)
Mix Charm und runde Preise für optimalen Effekt
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du verschiedene Preisstrategien testen und direkt sehen, welche Auswirkungen dies auf deine Lebensmittelkostenquoten und Gesamtmarge hat.
Wie testest du Charm Pricing in deinem Restaurant?
Wähle Testgerichte und Zeitraum
Wähle deine 3-5 meistverkauften Gerichte in der Preisrange €15-35. Plane einen Testzeitraum von mindestens 6 Wochen: 2 Wochen runde Preise, 2 Wochen Charm Pricing, 2 Wochen zurück zum Original.
Messe Verkaufszahlen pro Woche
Halte genau fest, wie viele Portionen du pro Gericht pro Woche verkaufst. Achte auch auf Gesamtumsatz und durchschnittliche Bonwert. Andere Faktoren wie Wetter oder Veranstaltungen können Ergebnisse beeinflussen.
Analysiere und implementiere
Vergleiche Verkaufszahlen zwischen den Perioden. Wenn Charm Pricing 10%+ mehr Verkäufe bringt ohne Preisbeschwerden, implementiere es dauerhaft. Teste auch verschiedene Endziffern: 95, 99 oder 90.
✨ Pro tip
Teste Charm Pricing zunächst auf deinen 3 meistverkauften Gerichten zwischen €18-28. Wenn diese 15% mehr verkaufen, rolle es auf den Rest deiner Speisekarte aus.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Funktioniert Charm Pricing auch bei teuren Gerichten über €40?
Bei Preisen über €40-45 funktioniert Charm Pricing oft weniger gut. Gäste, die bereit sind, viel auszugeben, verbinden runde Preise (€50, €65) eher mit Qualität und Exklusivität.
Muss ich alle Preise auf meiner Speisekarte auf 95 enden lassen?
Nein, das sieht unnatürlich aus. Mix Charm Pricing (95, 99) mit einigen runden Preisen. Nutze Charm Pricing besonders bei deinen beliebten Gerichten in der Mittelklasse (€15-35).
Wie messe ich, ob Charm Pricing in meinem Restaurant funktioniert?
Teste es systematisch: Halte 4-6 Wochen fest, wie viele Portionen du von bestimmten Gerichten verkaufst. Vergleiche Periode mit runden Preisen vs. Periode mit Charm Pricing. Achte auf externe Faktoren wie Jahreszeit.
Funktioniert Charm Pricing auch für Getränkepreise?
Bei Bier und Softdrinks ja (€3,95 vs. €4,00), bei Wein weniger. Weinpreise sind traditionell oft rund (€28, €35, €42) und das erwarten Gäste auch. Teste, was für deine Zielgruppe funktioniert.
Kann Charm Pricing billig wirken auf Gäste?
Bei Fine Dining Restaurants oder Signature-Gerichten kann es tatsächlich billig wirken. Nutze es strategisch: Charm Pricing für alltägliche Gerichte, runde Preise für Premium-Artikel.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
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Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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