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📝 Menüpsychologie & Menu Engineering · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie wende ich die Kasavana- und Smith-Matrix auf eine Cocktailkarte in einer Bar an?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 15 Mar 2026

Die Kasavana- und Smith-Matrix hilft dir herauszufinden, welche Cocktails dir die meisten Einnahmen bringen und bei Gästen am beliebtesten sind. Viele Bars konzentrieren sich nur auf Beliebtheit, wodurch profitable aber weniger bekannte Cocktails zu kurz kommen. Mit dieser Matrix siehst du auf einen Blick, welche Cocktails du promoten, anpassen oder von der Karte nehmen solltest.

Was ist die Kasavana- und Smith-Matrix?

Die Kasavana- und Smith-Matrix, auch Menu Engineering genannt, ist ein Werkzeug, das zwei entscheidende Faktoren kombiniert:

  • Beliebtheit: Wie oft wird ein Cocktail bestellt?
  • Rentabilität: Wie viel verdienst du pro Cocktail?

Wenn du diese beiden kombinierst, erhältst du vier Kategorien von Cocktails, die jeweils einen anderen Ansatz erfordern.

Die vier Quadranten von Cocktails

💡 Beispiel-Matrix:

Eine Bar mit 20 Cocktails auf der Karte:

  • Stars: Mojito (beliebt + rentabel)
  • Plowhorses: Whiskey Sour (beliebt + weniger rentabel)
  • Puzzles: Negroni (weniger beliebt + rentabel)
  • Dogs: Komplexer Signature-Cocktail (weniger beliebt + weniger rentabel)

Stars (Sterne): Beliebt und rentabel. Das sind deine Goldgruben. Stelle sicher, dass du immer Zutaten auf Lager hast und erwäge, diese prominent auf deiner Karte zu platzieren.

Plowhorses (Arbeitspferde): Beliebt, aber weniger rentabel. Diese Cocktails ziehen Gäste an, aber fressen deine Marge auf. Schau, ob du die Kostpreis senken oder den Preis erhöhen kannst.

Puzzles (Rätsel): Rentabel, aber nicht beliebt. Hier liegt eine Chance! Mit besserer Vermarktung oder Platzierung auf der Karte kannst du diese Cocktails häufiger verkaufen.

Dogs (Hunde): Nicht beliebt und nicht rentabel. Erwäge, diese durch bessere Alternativen zu ersetzen.

Schritt 1: Berechne die Rentabilität pro Cocktail

Für jeden Cocktail brauchst du:

  • Verkaufspreis (ohne 19% MwSt. für Alkohol)
  • Kostpreis aller Zutaten
  • Pour-Cost-Prozentsatz

💡 Beispielberechnung:

Mojito - Verkaufspreis €9,00 inkl. MwSt.:

  • Verkaufspreis ohne MwSt.: €9,00 / 1,19 = €7,56
  • Kostpreis Zutaten: €1,85
  • Pour Cost: (€1,85 / €7,56) × 100 = 24,5%
  • Bruttogewinn: €7,56 - €1,85 = €5,71

⚠️ Achtung:

Alkoholische Getränke haben 19% MwSt., nicht 7%. Rechne immer mit dem Preis ohne MwSt. für deine Pour-Cost-Berechnung.

Schritt 2: Messe die Beliebtheit

Nutze dein Kassensystem, um zu sehen, wie viel von jedem Cocktail du verkaufst. Berechne den Prozentsatz deines gesamten Cocktailverkaufs:

💡 Beispiel Beliebtheit:

Im letzten Monat verkauft:

  • Gesamte Cocktails: 800 Stück
  • Mojito: 120 Stück = 15% der Gesamtmenge
  • Whiskey Sour: 80 Stück = 10% der Gesamtmenge
  • Negroni: 24 Stück = 3% der Gesamtmenge

Schritt 3: Bestimme die Schwellenwerte

Du brauchst zwei Grenzlinien, um die Matrix zu erstellen:

Beliebtheitsschwelle: Normalerweise der Durchschnitt aller Cocktails. Bei 20 Cocktails sind das 5% pro Cocktail (100% / 20).

Rentabilitätsschwelle: Der Durchschnitt aller Bruttogewinne oder ein von dir gewünschter Mindestgewinn pro Cocktail.

Aktionsplan pro Quadrant

Für Stars: Bewirbe diese Cocktails extra. Platziere sie prominent auf deiner Karte und trainiere deine Barkeeper, sie zu empfehlen.

Für Plowhorses: Versuche, die Kostpreis zu senken, indem du andere Lieferanten oder günstigere Zutaten findest. Oder erhöhe den Preis vorsichtig.

Für Puzzles: Verbessere das Marketing. Platziere sie höher auf der Karte, gib ihnen eine bessere Beschreibung oder lass Barkeeper sie häufiger vorschlagen.

Für Dogs: Ersetze sie durch neue Cocktails oder streiche sie von der Karte. Sie kosten nur Platz und Verwirrung.

💡 Praktisches Beispiel:

Die Bar 'Der Hahn' wendete die Matrix an und:

  • Beworbene 3 Puzzle-Cocktails → Verkauf stieg um 40%
  • Erhöhte Preis von 2 Plowhorses um €0,50
  • Strich 4 Dogs von der Karte
  • Ergebnis: 12% höhere Cocktail-Marge

Wie wendest du die Matrix auf deine Cocktailkarte an?

1

Sammle Verkaufs- und Kostendaten

Hole aus deinem Kassensystem, wie viel von jedem Cocktail du im letzten Monat verkauft hast. Berechne gleichzeitig die Kostpreis aller Zutaten pro Cocktail, einschließlich Garnitur und Mixer.

2

Berechne Beliebtheit und Rentabilität

Teile jeden Cocktail durch deinen gesamten Cocktailverkauf für den Beliebtheitsprozentsatz. Berechne den Bruttogewinn pro Cocktail (Verkaufspreis ohne MwSt. minus Kostpreis Zutaten).

3

Platziere Cocktails in der Matrix

Zeichne ein Kreuzdiagramm mit Beliebtheit auf der x-Achse und Rentabilität auf der y-Achse. Platziere jeden Cocktail im richtigen Quadranten und erstelle einen Aktionsplan pro Kategorie.

4

Führe Verbesserungen durch

Beginne mit deinen Puzzles (promoten) und Plowhorses (Kostpreis senken). Messe nach 4-6 Wochen erneut, um zu sehen, ob Cocktails den Quadranten gewechselt haben.

✨ Pro tip

Konzentriere dich zunächst auf deine Top 10 meistverkauften Cocktails für die Matrix. Diese machen oft 70-80% deines Cocktailumsatzes aus und geben dir die größte Auswirkung für deine Zeit.

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Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich die Cocktail-Matrix aktualisieren?

Aktualisiere die Matrix alle 2-3 Monate oder nach großen Änderungen an deiner Karte. Jahreszeiten können die Beliebtheit von Cocktails stark beeinflussen.

Was ist, wenn ein Cocktail zwischen zwei Quadranten liegt?

Das kommt oft an den Grenzlinien vor. Schau dann auf den Trend: Wird er beliebter oder weniger beliebt? Behandle ihn nach dem Quadranten, in den er sich bewegt.

Muss ich Dogs immer von der Karte nehmen?

Nicht unbedingt. Manchmal hat ein Cocktail strategischen Wert (Signature-Drink, passt zum Konzept). Aber begrenzte die Anzahl der Dogs auf maximal 10% deiner Karte.

Wie berechne ich die Kostpreis eines Cocktails mit frischen Zutaten?

Wiege alle Zutaten ab und rechne auf die Kostpreis pro Gramm um. Vergiss nicht Garnitur, frische Kräuter und sogar Eiswürfel - die kosten auch Geld.

Kann ich die Matrix auch für Bier und Wein verwenden?

Ja, das Prinzip funktioniert für alle Getränke. Bei Wein achte besonders auf die Gewinnmarge pro Flasche versus pro Glas, und bei Bier auf Unterschiede zwischen Zapf- und Flaschenbier.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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