Deine Getränkemargen bestimmen, welche Cocktails und Getränke dir am meisten einbringen. Viele Bars wissen nicht, welche Getränke rentabel sind und welche eigentlich Geld kosten. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du eine Übersicht aller deiner Getränkemargen erstellst, sortiert von hoch nach niedrig.
Was ist eine Getränkemarge (pour cost)?
Die Getränkemarge, auch pour cost genannt, ist der Prozentsatz deines Verkaufspreises, der in die Zutaten deines Getränks fließt. Genau wie Lebensmittelkosten bei Essen, aber dann für Getränke.
💡 Beispiel:
Du verkaufst einen Mojito für €12,10 (inkl. 21% MwSt.):
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €12,10 / 1,21 = €10,00
- Zutaten (Rum, Minze, Limone, Zucker, Sodawasser): €2,20
Pour cost: (€2,20 / €10,00) × 100 = 22%
Sammle alle Getränkepreise und Zutatenkosten
Für jedes Getränk auf deiner Karte brauchst du:
- Verkaufspreis ohne MwSt.: Alkoholische Getränke haben 21% MwSt., alkoholfrei im Restaurant 9%
- Alle Zutatenkosten: Spirituosen, Mixer, Garnitur, Eis, Strohhalme
- Genaue Mengen: Wie viel ml Rum, wie viel Limone, etc.
⚠️ Achtung:
Alkoholische Getränke haben 21% MwSt., nicht 9%. Ein Bier von €3,00 inkl. MwSt. ist €2,48 ohne MwSt. (€3,00 / 1,21).
Berechne die pour cost pro Getränk
Für jedes Getränk verwendest du diese Formel:
Pour cost % = (Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
💡 Beispielberechnung:
Gin Tonic:
- Verkauf: €8,50 inkl. MwSt. → €7,02 ohne MwSt.
- Gin (5cl): €1,80
- Tonic (20cl): €0,40
- Limone + Eis: €0,25
Gesamtkosten: €2,45
Pour cost: (€2,45 / €7,02) × 100 = 34,9%
Erstelle deine Übersicht und sortiere
Setze alle Getränke in eine Liste mit ihrem pour cost Prozentsatz. Sortiere von niedrig zu hoch Prozentsatz (niedrig = rentabler).
💡 Beispielübersicht:
- Weißwein Glas: 18% (beste Marge)
- Bier vom Zapf: 22%
- Mojito: 24%
- Whiskey pur: 28%
- Cocktail mit Premium-Spirituosen: 35% (niedrigste Marge)
Übliche Benchmarks für Getränkemargen
Für verschiedene Arten von Getränken gibt es übliche Margen:
- Wein pro Glas: 15-25%
- Bier vom Zapf: 18-25%
- Einfache Cocktails: 20-28%
- Premium-Cocktails: 25-35%
- Spirituosen pur: 20-30%
⚠️ Achtung:
Getränke über 35% pour cost bringen oft zu wenig ein. Überprüfe, ob dein Preis zu niedrig ist oder du Zutaten zu teuer einkaufst.
Was machst du mit diesen Informationen?
Mit deiner Übersicht kannst du intelligente Entscheidungen treffen:
- Bewirbe rentable Getränke: Stelle Getränke mit niedriger pour cost prominent auf der Karte auf
- Repreis schlechte Performer: Erhöhe Preise von Getränken über 35% pour cost
- Ersetze Verlustbringer: Getränke, die strukturell schlecht abschneiden, können von der Karte genommen werden
- Schule dein Personal: Lass sie rentable Alternativen vorschlagen
Wie erstellst du eine Getränkemargenübersicht? (Schritt für Schritt)
Erstelle eine Liste aller Getränke
Notiere jedes Getränk auf deiner Karte mit dem Verkaufspreis inklusive MwSt. Vergiss keine Specials, Weine pro Glas oder Saisongetränke.
Berechne Verkaufspreis ohne MwSt.
Für Alkohol: teile durch 1,21 (21% MwSt.). Für alkoholfrei: teile durch 1,09 (9% MwSt.). Das ist dein tatsächlicher Verkaufspreis.
Addiere alle Zutatenkosten
Berechne, was jede Zutat pro Portion kostet: Spirituosen, Mixer, Garnitur, Eis. Vergiss keine kleinen Dinge wie Strohhalme oder Cocktailspieße.
Berechne pour cost Prozentsatz
Teile Zutatenkosten durch Verkaufspreis ohne MwSt. und multipliziere mit 100. Das ergibt dir den pour cost Prozentsatz pro Getränk.
Sortiere von niedrig zu hoch
Stelle Getränke mit niedrigster pour cost oben hin (am rentabelsten) und höchste unten (am wenigsten rentabel). Jetzt siehst du direkt deine besten und schlechtesten Performer.
✨ Pro tip
Überprüfe zuerst deine 5 meistverkauften Getränke. Wenn diese gut bei der Marge sind, hast du 80% deines Getränkeumsatzes unter Kontrolle.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich Eis und Garnitur in die Kosten einrechnen?
Ja, absolut. Eis, Limoenteile, Oliven, Strohhalme - alles, was im oder beim Getränk ist, zählt zu den tatsächlichen Kosten.
Was ist eine gute pour cost für Cocktails?
Für einfache Cocktails sind 20-28% üblich, für Premium-Cocktails mit teuren Spirituosen können es 25-35% sein. Über 35% wird es schwierig, rentabel zu sein.
Wie oft sollte ich meine Getränkemargen überprüfen?
Überprüfe mindestens alle 3 Monate oder direkt nach Preisänderungen von Lieferanten. Getränkepreise können sich schnell ändern, besonders bei importierten Spirituosen.
Warum haben Weine oft bessere Margen als Cocktails?
Bei Wein kaufst du pro Flasche und schenkst 5-6 Gläser. Bei Cocktails mischst du mehrere Zutaten mit jeweils eigener Marge und Verschwendung.
Muss ich 9% oder 21% MwSt. für meine Getränke rechnen?
Alkoholische Getränke (Bier, Wein, Spirituosen) haben immer 21% MwSt. Alkoholfrei (Softdrinks, Kaffee) im Restaurant hat 9% MwSt.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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