Prime Cost sind deine Gesamtkosten für Getränke (Einkauf + Lohn) als Prozentsatz deines Getränkeumsatzes. Das gibt dir ein vollständiges Bild davon, was es kostet, deine Bar zu betreiben. Viele Barbesitzer schauen nur auf die Einkaufskosten für Getränke, vergessen aber das Personal - dadurch unterschätzen sie ihre tatsächlichen Kosten.
Was ist Getränke Prime Cost?
Prime Cost besteht aus zwei Teilen:
- Getränkekosten: was du für Bier, Wein, Spirituosen und Mixer bezahlst
- Bar-Lohnkosten: Gehalt von Barkeepern und Bedienung (Anteil, der zur Bar geht)
Diese beiden zusammen ergeben deine Prime Cost. Eine gesunde Prime Cost für Bars liegt normalerweise zwischen 45% und 55% des Getränkeumsatzes.
💡 Beispiel:
Bar mit €50.000 Getränkeumsatz pro Monat:
- Getränkeeinkauf: €12.500 (25%)
- Bar-Lohnkosten: €11.000 (22%)
Prime Cost: €23.500 = 47% des Umsatzes
Wie berechnest du die Getränkekosten?
Für die Getränkekosten addierst du alle Einkaufskosten zusammen:
- Bier, Wein, Spirituosen
- Mixer (Cola, Tonic, Säfte)
- Garnituren (Zitrone, Oliven, Kirschen)
- Eis (falls du dieses einkaufst)
⚠️ Achtung:
Rechne mit deinem Getränkeumsatz ohne 19% MwSt. Alkoholische Getränke haben 19% MwSt., nicht 7% wie Essen.
Formel Getränkekosten:
Getränkekosten % = (Gesamter Getränkeeinkauf / Getränkeumsatz ohne MwSt.) × 100
💡 Beispielberechnung:
Monat Februar:
- Getränkeumsatz: €60.500 (inkl. 19% MwSt.)
- Getränkeumsatz ohne MwSt.: €60.500 / 1,19 = €50.000
- Getränkeeinkauf: €12.500
Getränkekosten: €12.500 / €50.000 × 100 = 25%
Wie berechnest du Bar-Lohnkosten?
Bar-Lohnkosten sind der Teil deiner Personalkosten, der zur Bar geht. Du berechnest das, indem du deine Gesamtlohnkosten zwischen Bar und Küche aufteilst.
Viele Bars handhaben diese Aufteilung:
- Reine Bar: 100% für Getränke
- Restaurant mit Bar: 60-70% für Essen, 30-40% für Getränke
- Café mit Küche: 50-60% für Getränke, 40-50% für Essen
💡 Beispiel Restaurant:
Restaurant mit 70% Essen-, 30% Getränkeumsatz:
- Gesamte Lohnkosten: €25.000
- 35% gehen zur Bar: €8.750
- Getränkeumsatz ohne MwSt.: €30.000
Bar-Lohn %: €8.750 / €30.000 × 100 = 29%
Prime Cost Berechnung
Jetzt addierst du beide Prozentsätze zusammen:
Prime Cost % = Getränkekosten % + Bar-Lohn %
💡 Gesamtbeispiel:
Restaurant aus den vorherigen Beispielen:
- Getränkekosten: 25%
- Bar-Lohn: 29%
Prime Cost: 25% + 29% = 54%
Eine Prime Cost von 54% ist etwas hoch. Viele Bars streben nach 45-50%.
Was sind gute Benchmarks?
Prime Cost Benchmarks pro Betriebstyp:
- Cocktailbar: 40-50% (höhere Getränkekosten durch Premium-Spirituosen)
- Café/Kneipe: 45-55% (viel Bier, niedrigere Marge)
- Restaurant Bar: 45-50% (Getränkemix)
- Weinbar: 35-45% (gute Weinmargen)
⚠️ Achtung:
Diese Prozentsätze sind Richtlinien. Dein Standort, Konzept und Preisniveau bestimmen, was für deine Bar realistisch ist.
Wie verbesserst du deine Prime Cost?
Wenn deine Prime Cost zu hoch ist (über 55%), kannst du in diese Richtungen gehen:
- Erhöhe deine Preise: Eine 10%ige Preiserhöhung senkt deine Prime Cost direkt
- Überprüfe deine Portionierung: Gibst du zu viel pro Glas?
- Verhandle mit Lieferanten: besonders bei größeren Mengen
- Optimiere deinen Personaleinsatz: nicht zu viel Personal während ruhiger Zeiten
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du deine Getränkekosten automatisch pro Produkt verfolgen, sodass du schnell siehst, welche Getränke am meisten und am wenigsten bringen.
Wie berechnest du Getränke Prime Cost? (Schritt für Schritt)
Berechne dein Getränkekosten-Prozentsatz
Addiere alle Getränkeeinkaufskosten (Bier, Wein, Spirituosen, Mixer, Garnituren). Teile dies durch deinen Getränkeumsatz ohne 19% MwSt. und multipliziere mit 100.
Berechne dein Bar-Lohnkosten-Prozentsatz
Bestimme, welcher Teil deiner Personalkosten zur Bar geht (normalerweise 30-40% in Restaurants). Teile dies durch deinen Getränkeumsatz ohne MwSt. und multipliziere mit 100.
Addiere beide Prozentsätze zusammen
Prime Cost = Getränkekosten % + Bar-Lohn %. Eine gesunde Prime Cost liegt zwischen 45-55% deines Getränkeumsatzes, abhängig von deinem Betriebstyp.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Prime Cost bei deinen 5 meistverkauften Getränken separat. Wenn die stimmen, hast du 80% des Problems gelöst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. in meine Prime Cost Berechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit Umsatz ohne MwSt. Alkoholische Getränke haben 19% MwSt. Teile deinen Umsatz durch 1,19, um den Preis ohne MwSt. zu erhalten.
Wie weiß ich, welcher Teil meiner Lohnkosten zur Bar geht?
Schau dir deine Umsatzverteilung an. Wenn 30% deines Umsatzes aus Getränken kommt, kannst du ungefähr 35% deiner Lohnkosten der Bar zurechnen. Reine Bars rechnen 100% der Lohnkosten ein.
Was ist eine gute Prime Cost für mein Café?
Für Cafés und Kneipen liegt eine gesunde Prime Cost zwischen 45-55%. Cocktailbars können etwas niedriger sein (40-50%) durch bessere Margen auf Mixed Drinks. Weinbars oft am niedrigsten (35-45%).
Wie oft muss ich meine Prime Cost berechnen?
Mindestens monatlich, um Trends zu sehen. Viele Bars machen es wöchentlich, um schneller bei Abweichungen gegensteuern zu können. Täglich ist normalerweise zu viel Aufwand für den Mehrwert.
Was ist, wenn meine Prime Cost über 60% liegt?
Dann verlierst du wahrscheinlich Geld mit deiner Bar. Überprüfe zuerst deine Portionierung und Preise. Oft hilft eine Preiserhöhung von 10-15% schon enorm, um wieder profitabel zu werden.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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