Gastronomieausbildungen sind eine Investition in dein Unternehmen, die du auf verschiedene Weise in deiner P&L verarbeiten kannst. Die Art und Weise hängt davon ab, ob es für dich selbst ist, für Personal, und wie teuer die Ausbildung ist. Eine korrekte Verarbeitung stellt sicher, dass du die Kosten zum richtigen Zeitpunkt und auf die richtige Weise abschreibst.
Verschiedene Arten von Ausbildungskosten
Nicht alle Ausbildungen sind für deine Buchhaltung gleich. Du hast verschiedene Kategorien, die jeweils unterschiedlich verarbeitet werden:
- Kurzkurse (1-2 Tage): HACCP, Weinkunde, Cocktailkurs
- Längere Ausbildungen (Monate): Chefausbildung, Managementtraining
- Formale Zertifizierungen: SVH, Certa, branchenspezifische Diplome
- Interne Schulung: Zeit von erfahrenem Personal, um neue Mitarbeiter einzuarbeiten
💡 Beispiel:
Du schickst deinen Souschef auf einen 3-tägigen Managementkurs:
- Kurskosten: €1.200
- Reisekosten: €150
- Lohn während des Kurses: €480 (3 Tage × €160)
- Ersatzkraft einstellen: €360
Gesamtkosten: €2.190
Verarbeitung in der P&L
Die Verarbeitung hängt von Art und Umfang der Ausbildung ab:
Kurzkurse (bis €500):
Diese kannst du direkt als Kosten unter 'Ausbildungskosten' oder 'Allgemeine Kosten' verbuchen. Sie wirken sich direkt auf dein Ergebnis aus.
Längere Ausbildungen (über €500):
Diese kannst du über mehrere Monate oder das Jahr verteilen, in dem du davon profitierst. Zum Beispiel eine €2.400 Managementausbildung über 12 Monate verteilt = €200 pro Monat.
⚠️ Achtung:
Lohnkosten während der Ausbildung bleiben unter 'Personalkosten'. Nur die Kurskosten selbst gehen zu 'Ausbildungskosten'.
Eigene Ausbildung vs. Personal
Für dich als Unternehmer:
- Kurskosten: absetzbar als Betriebskosten
- Dein eigenes 'Lohn' während des Kurses: nicht absetzbar (du bist Unternehmer)
- Reisekosten: normal absetzbar nach geschäftlichen Regeln
Für Personal:
- Alle Kosten sind absetzbar: Kurs, Lohn, Reise, Ersatzkraft
- Manchmal kannst du Zuschüsse über UWV oder Branchenorganisationen erhalten
- Bei teuren Ausbildungen kannst du eine Rückzahlungsregelung vereinbaren
💡 Beispiel P&L-Verarbeitung:
Restaurant mit €40.000 Monatsumsatz, Souschef macht Managementkurs:
- Umsatz: €40.000
- Lebensmittelkosten: €12.000 (30%)
- Personalkosten: €14.000 + €160 (Lohn während Kurs)
- Ausbildungskosten: €100 (€1.200 über 12 Monate verteilt)
- Sonstige Kosten: €8.000
Nettoresultat: €5.740
Praktische Tipps zur Verarbeitung
Erstelle eine separate Kostenposition:
Setze Ausbildungen in eine eigene Zeile auf deiner P&L. So siehst du genau, wie viel du in Wissen investierst, und kannst dies über die Jahre verfolgen.
Plane Ausbildungen intelligent:
Sprich mit deinem Buchhalter, ob du große Ausbildungen besser über mehrere Monate verteilen kannst. Das verhindert einen großen Anstieg in einem Monat.
Bewahre alles auf:
Rechnungen, Zertifikate, Reisekostenbelege. Das Finanzamt möchte sehen, dass die Ausbildung geschäftlich relevant ist.
⚠️ Achtung:
Ausbildungen müssen nachweislich geschäftlich relevant sein. Ein Cocktailkurs für deinen Barkeeper ist in Ordnung, ein Führerschein für deinen Chef wird schwieriger.
ROI von Ausbildungen berechnen
Gute Ausbildungen zahlen sich selbst aus. Berechne, was sie dir bringen:
- Effizienz: Schneller arbeiten = weniger Lohnkosten
- Qualität: Weniger Fehler = weniger Verschwendung
- Mitarbeiterbindung: Zufriedenes Personal bleibt länger = weniger Rekrutierungskosten
- Umsatz: Besserer Service = mehr Gäste
💡 ROI-Beispiel:
HACCP-Kurs für €300 verhindert eine Lebensmittelvergiftung:
- Kurskosten: €300
- Vermiedener Schaden: €5.000+ (Schließung, Geldbuße, Imageschaden)
- ROI: 1.567% (wenn es nur einmal hilft)
Amortisationszeit: Sofort beim ersten verhinderten Vorfall
Wie verarbeitest du Ausbildungskosten? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten
Addiere: Kurskosten, Reisekosten, Lohn während der Ausbildung und Kosten für Ersatzkraft. Bewahre alle Belege und Rechnungen für die Steuern auf.
Bestimme die Verarbeitungsmethode
Kurse unter €500 direkt als Kosten verbuchen. Teure Ausbildungen (€500+) über 12 Monate oder den Zeitraum verteilen, in dem du davon profitierst.
Buche auf der richtigen Kostenposition
Erstelle eine separate Zeile 'Ausbildungskosten' auf deiner P&L. Lohnkosten während der Ausbildung bleiben unter 'Personalkosten'. So behältst du den Überblick.
✨ Pro tip
Setze Ausbildungskosten in eine separate Zeile auf deiner P&L und budget jährlich 1-2% deines Umsatzes dafür ein. So investierst du strukturell in Wissen ohne Überraschungen.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich meine eigene Ausbildung als Unternehmer absetzen?
Ja, die Kurskosten und Reisekosten schon. Dein eigenes 'Lohn' während des Kurses nicht, weil du als Unternehmer keinen Lohn erhältst, sondern Gewinn machst.
Muss ich große Ausbildungen auf einmal abschreiben?
Nein, Ausbildungen über €500 kannst du über 12 Monate verteilen. Bespreche mit deinem Buchhalter, was für deine Situation am sinnvollsten ist.
Was ist, wenn ein Mitarbeiter nach einer teuren Ausbildung geht?
Du kannst eine Rückzahlungsregelung vereinbaren. Zum Beispiel: Bei Kündigung innerhalb von 2 Jahren müssen 50% zurückgezahlt werden. Halte dies schriftlich fest.
Sind alle Gastronomieausbildungen absetzbar?
Nur wenn sie geschäftlich relevant sind. HACCP für den Chef ist in Ordnung, ein persönlicher Hobby-Kurs nicht. Die Ausbildung muss deinem Unternehmen helfen.
Wie berechne ich den ROI einer Ausbildung?
Vergleiche die Gesamtkosten mit der Einsparung oder dem zusätzlichen Umsatz, den sie bringt. Ein effizienterer Chef spart Lohnkosten, besserer Service zieht mehr Gäste an.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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