Cocktails berechnen ist anders als Essen. Du hast mehrere Getränke, Garnituren und oft teure Zutaten. Viele Barbesitzer raten bei den Herstellungskosten und verlieren so Geld bei jedem Cocktail.
Sammle alle Cocktail-Zutaten
Ein Cocktail besteht aus mehr als du denkst. Notiere alles, was ins Glas geht:
- Spirituosen: Wodka, Gin, Rum, Whisky
- Mixer: Tonic, Cola, Säfte
- Garnituren: Limone, Oliven, Kirschen
- Eis: klingt kostenlos, kostet aber auch Geld
- Extras: Sirup, Bitters, Salz am Glas
💡 Beispiel: Gin Tonic
Für 1 Gin Tonic brauchst du:
- Gin: 5 cl à €28/Liter = €1,40
- Tonic: 15 cl à €2,50/Liter = €0,38
- Limone: 1 Stück à €3/kg = €0,15
- Eis: 5 Würfel = €0,05
Gesamtherstellungskosten: €1,98
Berechne die Menge pro Zutat
Spirituosen misst du in Zentilitern (cl). Eine Flasche (70 cl) ergibt also 14 Cocktails à 5 cl. Mixer rechnest du pro Liter um. Garnituren sind schwieriger - zähle, wie viele Stücke aus einer Limone kommen.
⚠️ Achtung:
Rechne mit Einkaufspreisen ohne VAT. Alkohol hat 21% VAT, also eine Flasche von €36 inkl. VAT kostet €29,75 ohne VAT.
Addiere die Herstellungskosten pro Cocktail
Multipliziere die Menge pro Zutat mit dem Kilopreis oder Literpreis. Addiere alles zusammen. Das sind deine gesamten Zutatenkosten pro Cocktail.
💡 Beispiel: Mojito
Herstellungskostenberechnung:
- Weißer Rum (5 cl): €1,25
- Limone (1/2 Stück): €0,25
- Zucker (1 TL): €0,02
- Minze (5 Blätter): €0,10
- Sodawasser (10 cl): €0,08
- Eis: €0,05
Gesamtherstellungskosten: €1,75
Berechne deinen Pour-Cost-Prozentsatz
Pour Cost ist die Getränke-Version von Food Cost. Die Formel ist dieselbe:
Pour Cost % = (Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne VAT) × 100
Ein üblicher Pour Cost für Cocktails liegt zwischen 18% und 25%. Über 30% verlierst du wahrscheinlich Geld.
💡 Beispiel: Pour-Cost-Berechnung
Dein Mojito kostet €1,75 an Zutaten. Du verkaufst ihn für €12,00 inkl. 21% VAT.
- Verkaufspreis ohne VAT: €12,00 / 1,21 = €9,92
- Pour Cost: (€1,75 / €9,92) × 100 = 17,6%
Das ist eine gesunde Marge für einen Cocktail.
Berücksichtige Verschwendung
Bei Cocktails geht immer etwas verloren. Verschütten, Kosten, Cocktails, die zurückgehen. Rechne daher 5-10% Verschwendung zu deinen Herstellungskosten hinzu.
⚠️ Achtung:
Vergiss die VAT nicht. Alkoholische Getränke haben 21% VAT, nicht 9% wie Essen. Das macht Cocktails teurer als sie aussehen.
Digitale Cocktailkarte führen
Mit einer App wie KitchenNmbrs kannst du alle Cocktail-Zutaten mit Preisen erfassen. Der Pour Cost wird dann automatisch berechnet. Praktisch, wenn dein Lieferant den Gin-Preis erhöht - du siehst sofort, was das mit deiner Marge macht.
Wie berechnet man Cocktail-Herstellungskosten? (Schritt für Schritt)
Liste alle Zutaten auf
Notiere jede Zutat, die in den Cocktail geht: Spirituosen, Mixer, Garnituren, Eis und Extras. Vergiss nichts, auch nicht die kleinen Dinge wie Bitters oder Salz.
Messe die genauen Mengen
Bestimme, wie viel von jeder Zutat du verwendest. Spirituosen in cl, Mixer in cl, Garnituren in Stücken oder Grammen. Sei präzise - 1 cl Unterschied kostet Geld.
Berechne die Kosten pro Zutat
Multipliziere die Menge mit dem Einkaufspreis pro Einheit. Addiere alle Zutatenkosten zusammen für die gesamten Herstellungskosten pro Cocktail.
✨ Pro tip
Überprüfe deinen Pour Cost bei deinen 3 meistverkauften Cocktails. Wenn diese stimmen, hast du 80% deines Getränkegewinns unter Kontrolle.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich Eis in die Herstellungskosten einbeziehen?
Ja, Eis kostet auch Geld. Rechne etwa €0,05 pro Cocktail für Eis ein. Es klingt wenig, aber bei 100 Cocktails pro Tag verlierst du €5, wenn du es vergisst.
Wie berechne ich Garnituren wie Limoenenstücke?
Zähle, wie viele Stücke du aus einer Limone bekommst (normalerweise 8-10). Teile den Preis der Limone durch die Anzahl der Stücke für die Kosten pro Stück.
Was ist ein guter Pour Cost für Cocktails?
Zwischen 18% und 25% ist üblich. Premium-Cocktails mit teuren Spirituosen können bis zu 30% erreichen. Über 35% wird es schwierig, Gewinn zu machen.
Wie oft sollte ich meine Cocktailpreise anpassen?
Überprüfe alle 3 Monate, ob dein Lieferant die Preise erhöht hat. Besonders Gin, Wodka und Premium-Spirituosen steigen regelmäßig im Preis.
Muss ich VAT in meine Cocktail-Berechnung einbeziehen?
Rechne immer mit Preisen ohne VAT. Alkohol hat 21% VAT, also ein Cocktail von €12 inkl. VAT ist €9,92 ohne VAT für deine Pour-Cost-Berechnung.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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