Mocktails haben oft eine höhere Gewinnmarge als alkoholische Getränke, da du keine Verbrauchssteuern zahlst und die Zutaten relativ günstig sind. Trotzdem berechnen viele Gastronomen die Marge falsch, indem sie Verpackungskosten und Arbeitsintensität vergessen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die echte Marge auf Mocktails berechnest.
Warum Mocktails finanziell interessant sind
Mocktails sind im Aufwind. Immer mehr Gäste möchten bewusst weniger Alkohol trinken, aber trotzdem ein besonderes Getränkeerlebnis genießen. Für dich als Unternehmer ist das gute Nachricht: Mocktails können sehr profitabel sein.
- Keine Verbrauchssteuern (alkoholische Getränke haben zusätzliche Steuern)
- MwSt. von 19% statt 19% (wenn du sie vor Ort servierst)
- Günstige Basisingredienzien (Säfte, Sirupe, Kräuter)
- Höhere Verkaufspreise möglich durch "Premium"-Ausstrahlung
💡 Beispiel:
Ein Virgin Mojito verkaufst du für €8,50 (inkl. 19% MwSt.):
- Limette: €0,30
- Minze: €0,25
- Rohrzucker: €0,10
- Sodawasser: €0,15
- Eis: €0,05
Gesamte Zutatenkosten: €0,85
Die richtige Formel für Getränkemargen
Für Getränke verwendest du die gleiche Logik wie für Speisen, aber die Terminologie ist anders. Anstelle von "Lebensmittelkosten" sprichst du von "Pour Cost" - dem Prozentsatz deines Verkaufspreises, der in Zutaten fließt.
Pour Cost % = (Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
💡 Beispielberechnung:
Virgin Mojito für €8,50 inkl. MwSt.:
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €8,50 / 1,19 = €7,14
- Zutatenkosten: €0,85
- Pour Cost: (€0,85 / €7,14) × 100 = 11,9%
Das ist eine ausgezeichnete Marge!
Versteckte Kosten, die du berücksichtigen musst
Achtung: Mocktails sehen günstig aus, aber es gibt versteckte Kosten, die deine Marge drücken können.
Arbeitsintensität
Mocktails erfordern oft mehr Zubereitungszeit als ein gezapftes Bier. Rechne mit 2-3 Minuten zusätzlicher Arbeit pro Mocktail. Bei einem Stundenlohn von €15 (inklusive Arbeitgeberanteile) kostet das €0,50 bis €0,75 extra pro Getränk.
Garnierung und Präsentation
Mocktails leben von ihrer Ausstrahlung. Rechne auch folgendes ein:
- Spezielle Gläser (höhere Spülkosten)
- Garnierung: frisches Obst, Kräuter, Dekoration
- Strohhalme, Picker, Servietten
- Eis (mehr als bei normalen Getränken)
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit dem Preis ohne MwSt. Mocktails in deinem Restaurant haben 19% MwSt., nicht 19% wie alkoholische Getränke. Bei Abholung gilt auch 19% MwSt.
Benchmarks für Mocktail-Margen
Eine übliche Pour Cost für Mocktails liegt zwischen 15% und 25%. Das ist niedriger als bei alkoholischen Getränken (18-25%), da du keine Verbrauchssteuern zahlst.
💡 Beispielvergleich:
Gleicher Verkaufspreis von €8,50:
- Mocktail: €0,85 Zutaten = 11,9% Pour Cost
- Gin-Tonic: €2,10 Zutaten = 29,4% Pour Cost
Der Mocktail bringt €1,25 mehr Gewinn pro Glas!
Preisstrategie für Mocktails
Viele Unternehmer machen den Fehler, Mocktails viel günstiger zu machen als alkoholische Getränke. Das ist schade um deine Marge. Gäste zahlen für das Erlebnis, nicht nur für Alkohol.
Faustregel: Preis deine Mocktails auf 70-85% deiner alkoholischen Cocktails. Sie kosten weniger in der Herstellung, erfordern aber oft genauso viel Zubereitungszeit und Kreativität.
Wie berechnest du die Marge auf Mocktails? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Zutatenkosten
Erstelle eine Liste aller Zutaten pro Mocktail: Säfte, Sirupe, frisches Obst, Kräuter, Sodawasser, Eis. Rechne auch Garnierung ein wie Minzblätter, Limettenscheiben und Dekoration.
Berechne den Verkaufspreis ohne MwSt.
Teile deinen Menüpreis durch 1,19, um den Preis ohne 19% MwSt. zu erhalten. Mocktails in Restaurants haben 19% MwSt., nicht 19% wie alkoholische Getränke.
Berechne das Pour Cost Prozent
Teile die gesamten Zutatenkosten durch den Verkaufspreis ohne MwSt. und multipliziere mit 100. Eine gute Pour Cost für Mocktails liegt zwischen 15% und 25%.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Marge auf deinen 3 meistverkauften Mocktails. Wenn diese unter 75% liegen, kannst du wahrscheinlich deine Preise erhöhen, ohne Kunden zu verlieren.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Welche MwSt. gilt für Mocktails?
Mocktails, die du vor Ort servierst, haben 19% MwSt., genau wie Speisen und alkoholfreie Getränke. Bei Abholung gilt auch 19% MwSt. Nur alkoholische Getränke haben 19% MwSt.
Was ist eine gute Gewinnmarge auf Mocktails?
Eine Pour Cost von 15-25% ist üblich für Mocktails. Das bedeutet 75-85% Gewinnmarge. Durch niedrigere Zutatenkosten kannst du oft höhere Margen erreichen als bei alkoholischen Cocktails.
Muss ich Arbeitskosten in die Margenberechnung einbeziehen?
Für eine schnelle Margenprüfung rechnest du normalerweise nur Zutaten ein. Aber bedenke, dass Mocktails arbeitsintensiv sein können. Rechne mit 2-3 Minuten zusätzlicher Zubereitungszeit im Vergleich zu Standardgetränken.
Wie preise ich Mocktails im Vergleich zu alkoholischen Cocktails?
Preis Mocktails auf 70-85% vergleichbarer alkoholischer Cocktails. Sie kosten weniger in der Herstellung, erfordern aber oft genauso viel Zubereitungszeit. Gäste zahlen für das Erlebnis, nicht nur für Alkohol.
Welche versteckten Kosten muss ich berücksichtigen?
Denk an spezielle Gläser, zusätzliche Garnierung, mehr Eis, Strohhalme und Dekoration. Auch die Zubereitungszeit ist oft länger. Diese Kosten drücken deine echte Marge, auch wenn sie nicht in den reinen Zutatenkosten enthalten sind.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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