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📝 Bar, Getränke & Cocktails · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie richte ich eine Richtlinie für Personalgetränke ein und welche finanzielle Auswirkung hat das?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Personalgetränke können eine erhebliche Kostenposition sein, wenn du keine klare Richtlinie dafür hast. Viele Gastronomen unterschätzen die Auswirkungen: Bei 5 Mitarbeitern, die täglich 2 Getränke zu sich nehmen, verlierst du schnell €3.000–€5.000 pro Jahr an Umsatz. In diesem Artikel lernst du, wie du eine faire Richtlinie aufstellst und genau berechnest, was sie dich kostet.

Warum eine Getränkerichtlinie wichtig ist

Ohne klare Regeln entstehen Graubereiche. Der eine Mitarbeiter nimmt sich eine Cola, der andere ein Bier nach seiner Schicht, und wieder ein anderer teilt Getränke mit Freunden. Bevor du dich versiehst, gibst du hunderte Euro pro Monat aus, ohne es zu bemerken.

⚠️ Achtung:

Personalgetränke sind steuerlich gesehen eine Arbeitsbedingung. Bei großen Mengen kann das Finanzamt dies als Lohn in natura einstufen, worauf du Steuern zahlen musst.

Verschiedene Richtlinienoptionen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Personalgetränke zu regeln. Jede hat Vor- und Nachteile:

  • Vollständig kostenlos: Einfach, aber teuerste Option
  • Begrenzt kostenlos: Zum Beispiel 2 Getränke pro Schicht
  • Personalpreis: 50% Rabatt auf Einkaufspreis
  • Zum Einkaufspreis: Keine Marge, aber kostendeckend
  • Vollständig selbst bezahlen: Günstigste Option, kann aber demotivierend wirken

Berechne die tatsächlichen Kosten

Die Kosten für Personalgetränke bestehen aus mehr als nur dem Einkaufspreis. Du verlierst auch die Marge, die du normalerweise auf diese Getränke machen würdest.

💡 Beispielberechnung:

5 Mitarbeiter, je 2 Getränke pro Arbeitstag, 6 Tage pro Woche:

  • Cola Einkaufspreis: €0,35 pro Glas
  • Cola Verkaufspreis: €2,50 (ohne 9% MwSt. = €2,29)
  • Entgangene Marge pro Glas: €2,29 - €0,35 = €1,94
  • Pro Woche: 5 × 2 × 6 × €1,94 = €116,40

Jährlich entgangener Umsatz: €6.053

Alkoholische Getränke separat behandeln

Für alkoholische Getränke gelten andere Regeln. Bier und Wein haben einen höheren Einkaufspreis und 19% MwSt. statt 7%. Außerdem gibt es arbeitsrechtliche Aspekte: Alkohol während der Arbeitszeit ist normalerweise nicht erlaubt.

💡 Beispiel Bierrichtlinie:

Bier nur nach Schichtende, maximal 1 pro Tag:

  • Bier Einkaufspreis: €1,20 pro Glas
  • Bier Verkaufspreis: €3,50 (ohne 19% MwSt. = €2,94)
  • Entgangene Marge: €2,94 - €1,20 = €1,74 pro Bier
  • 5 Mitarbeiter × 6 Tage = €52,20 pro Woche

Jährlich: €2.714 entgangener Umsatz

Eine faire Richtlinie aufstellen

Eine gute Personalgetränkerichtlinie ist klar, fair und umsetzbar. Schreib sie auf und bespreche sie mit deinem Team. Transparenz verhindert später Diskussionen.

  • Welche Getränke: Wasser immer kostenlos, Softdrinks begrenzt, Alkohol nur nach Schicht
  • Wie viel: Zum Beispiel 2 alkoholfreie Getränke pro Schicht
  • Wann: Während Pausen und nach Schichtende
  • Registrierung: Wie verfolgst du, was konsumiert wird
  • Ausnahmen: Was bei langen Schichten oder heißen Tagen

Digitale Registrierung vs. Vertrauen

Du kannst Personalgetränke auf verschiedene Weise nachverfolgen. Manche Unternehmer arbeiten auf Vertrauensbasis, andere registrieren alles digital. Die Wahl hängt von deiner Teamgröße und Unternehmenskultur ab.

⚠️ Achtung:

Ohne Registrierung weißt du nicht, was Personalgetränke dich wirklich kosten. Dies macht es schwierig, deine Lebensmittelkosten und Margen korrekt zu berechnen.

Auswirkung auf deine Gesamtmarge

Personalgetränke beeinflussen deine Gesamtgetränkemarge. Wenn du normalerweise 20% Pour Cost hast, können unkontrollierte Personalgetränke dies schnell auf 25–30% ansteigen lassen.

💡 Auswirkung auf Pour Cost:

Restaurant mit €8.000 Getränkeumsatz pro Monat:

  • Normale Pour Cost: 20% = €1.600 Einkaufskosten
  • €500 Personalgetränke (Einkaufswert) zusätzlich
  • Neue Pour Cost: (€1.600 + €500) / €8.000 = 26,3%

Deine Marge sinkt um 6,3 Prozentpunkte

Beispielrichtlinien für verschiedene Betriebstypen

Die ideale Getränkerichtlinie hängt von deinem Betriebstyp ab. Ein Fine-Dining-Restaurant hat andere Regeln als eine Kneipe.

  • Restaurant: Wasser kostenlos, 1 Softdrink pro Schicht, Alkohol zum Einkaufspreis
  • Kneipe/Bar: 2 Getränke kostenlos pro Schicht, Bier nach Schließung erlaubt
  • Fast Casual: Begrenzt auf Wasser und 1 Softdrink, strikte Registrierung
  • Catering: Mehr Flexibilität bei langen Events, Wasser immer unbegrenzt

Wie richtest du eine Personalgetränkerichtlinie ein? (Schritt für Schritt)

1

Berechne deine aktuellen Kosten

Zähle 2 Wochen lang auf, was dein Personal trinkt. Berechne sowohl den Einkaufspreis als auch die entgangene Marge. Dies gibt dir ein realistisches Bild der tatsächlichen Kosten.

2

Bestimme deine Richtlinie pro Getränkeart

Unterscheide zwischen Wasser (immer kostenlos), Softdrinks (begrenzt kostenlos) und Alkohol (nur nach Schicht). Setze Limits, die fair sind, aber deine Kosten unter Kontrolle halten.

3

Registriere und evaluiere monatlich

Verfolge, was konsumiert wird, und berechne monatlich die Auswirkung auf deine Marge. Passe die Richtlinie an, wenn die Kosten zu hoch werden oder das Team unzufrieden ist.

✨ Pro tip

Nutze eine App wie KitchenNmbrs, um Personalgetränke als separate Kostenposition zu registrieren. So siehst du sofort die Auswirkung auf deine Gesamtgetränkemarge und kannst rechtzeitig gegensteuern.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel darf ich für Personalgetränke ausgeben?

Eine Faustregel ist maximal 1–2% deiner Gesamtpersonalkosten. Bei €10.000 Lohnkosten pro Monat wären €100–€200 für Personalgetränke angemessen.

Muss ich MwSt. auf kostenlose Personalgetränke zahlen?

Kleine Mengen (wie 1–2 Getränke pro Schicht) fallen normalerweise unter die Befreiung. Bei strukturell hohen Beträgen kann das Finanzamt dies als Lohn in natura einstufen.

Darf ich Alkohol für Personal vollständig verbieten?

Ja, du darfst als Arbeitgeber Alkohol während der Arbeitszeit verbieten. Auch nach Schichtende darfst du Regeln für Alkoholkonsum auf deinem Betriebsgelände aufstellen.

Wie verhindere ich Diskussionen über die Getränkerichtlinie?

Beziehe dein Team in die Aufstellung der Richtlinie ein. Erkläre, warum Regeln notwendig sind, und sei transparent über die Kosten. Eine schriftliche Richtlinie verhindert Missverständnisse.

Kann ich unterschiedliche Regeln pro Funktion haben?

Ja, du darfst zwischen Funktionen unterscheiden. Zum Beispiel mehr Getränke für Köche, die in einer heißen Küche arbeiten, oder andere Regeln für Management versus ausführendes Personal.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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