Die Leergutberechnung verhindert, dass du mitten in einem geschäftigen Abend ohne leere Flaschen dastehst. Viele Bars schätzen dies, wodurch sie entweder zu viel Kapital in leerem Leergut binden oder zu wenig haben. Mit einer einfachen Berechnung basierend auf deiner Umsatzprognose weißt du genau, wie viel Leergut du benötigst.
Was ist Leergut und warum ist es wichtig?
Leergut sind die leeren Flaschen, Fässer und Kästen, die du von deinem Lieferanten mietest oder leihweise erhältst. Du zahlst Pfand (Pfandgeld) pro Artikel und erhältst es zurück, wenn du das Leergut zurückgibst. Für Bier zahlst du beispielsweise €0,10 pro Flasche und €30 pro Bierfass als Pfand.
Das Problem: Zu wenig Leergut bedeutet, dass dein Lieferant nicht liefern kann. Zu viel Leergut bedeutet, dass du unnötig Kapital in Pfandgeld gebunden hast.
Die Grundformel für die Leergutberechnung
Um deinen Leergutbedarf zu berechnen, brauchst du drei Zahlen:
- Erwarteter Umsatz pro Woche (in Euro)
- Prozentsatz Getränke vom Gesamtumsatz (normalerweise 25-40%)
- Durchschnittlicher Leergut-Wert pro Euro Getränkeumsatz
💡 Beispielberechnung:
Eine Bar mit €8.000 Umsatz pro Woche:
- Getränkeumsatz: 35% von €8.000 = €2.800
- Leergut-Wert pro €100 Getränkeumsatz: €12 (Mischung aus Bier/Wein/Softdrinks)
- Gesamter Leergut-Wert: €2.800 ÷ 100 × €12 = €336
Du benötigst €336 an Leergut pro Woche.
Leergut-Wert pro Getränkeart
Verschiedene Getränke haben unterschiedliche Leergutkosten. Hier sind die üblichen Beträge:
- Bier (Flaschen): €0,10 pro Flasche, etwa €8 Leergut pro €100 Bierumsatz
- Bier (Zapf): €30 pro 50L Fass, etwa €6 Leergut pro €100 Zapfbierumsatz
- Wein (Flaschen): €0,25 pro Flasche, etwa €2 Leergut pro €100 Weinumsatz
- Softdrinks (Flaschen): €0,15 pro Flasche, etwa €12 Leergut pro €100 Softdrinkunsatz
⚠️ Achtung:
Diese Zahlen sind Durchschnittswerte. Deine eigenen Leergutkosten hängen von deinem Lieferanten, deiner Getränkemischung und deinen Verkaufspreisen ab. Messe ein paar Wochen lang deinen tatsächlichen Leergutverbrauch, um dein eigenes Verhältnis zu bestimmen.
Saisonale Einflüsse berücksichtigen
Dein Leergutbedarf variiert je nach Jahreszeit. Im Sommer trinken deine Gäste mehr Bier und Softdrinks (mehr Leergut pro Euro), im Winter mehr Wein und warme Getränke (weniger Leergut pro Euro).
💡 Saisonales Beispiel:
Terrassensaison (Mai-September):
- 60% Bier, 25% Wein, 15% Softdrinks
- Leergut-Wert: €14 pro €100 Getränkeumsatz
Wintersaison (Oktober-April):
- 40% Bier, 50% Wein, 10% warme Getränke
- Leergut-Wert: €8 pro €100 Getränkeumsatz
Puffer und Lieferfrequenz
Neben deinem wöchentlichen Verbrauch brauchst du einen Puffer. Die Größe hängt davon ab, wie oft dein Lieferant kommt:
- Tägliche Lieferung: 20% Puffer
- 2x pro Woche Lieferung: 50% Puffer
- Wöchentliche Lieferung: 100% Puffer (= 2 Wochen Vorrat)
Die Formel wird dann: Wöchentlicher Leergutverbrauch × (1 + Puffer%) = Gesamter Leergutbedarf
💡 Praktisches Beispiel:
Bar mit wöchentlicher Lieferung:
- Wöchentlicher Leergutverbrauch: €336
- Puffer für wöchentliche Lieferung: 100%
- Gesamter Leergutbedarf: €336 × 2 = €672
Das bedeutet €672 Pfandgeld in Leergut gebunden.
Digitale Verfolgung des Leergutverbrauchs
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du deinen Getränkeumsatz pro Woche verfolgen und deinen Leergutbedarf automatisch berechnen. Du siehst sofort, ob du zu viel oder zu wenig Leergut auf Lager hast.
Wie berechnest du deinen Leergutbedarf? (Schritt für Schritt)
Bestimme deinen wöchentlichen Getränkeumsatz
Hole deine Kassendaten der letzten 4 Wochen. Addiere den gesamten Getränkeumsatz und teile durch 4. Das ergibt deinen durchschnittlichen wöchentlichen Getränkeumsatz in Euro.
Berechne deinen Leergut-Wert pro €100 Getränkeumsatz
Zähle eine Woche lang deinen gesamten Leergutverbrauch auf (Anzahl der Flaschen × Pfandgeld pro Flasche). Teile dies durch deinen Getränkeumsatz dieser Woche × 100. Das ergibt dein persönliches Leergut-Verhältnis.
Berechne den gesamten Leergutbedarf inklusive Puffer
Multipliziere deinen wöchentlichen Getränkeumsatz mit deinem Leergut-Verhältnis. Addiere deinen Puffer basierend auf der Lieferfrequenz (20% bei täglich, 100% bei wöchentlich).
✨ Pro tip
Messe in deiner geschäftigsten und ruhigsten Woche deinen Leergutverbrauch. Nimm den Durchschnitt als Grundlage – so vermeidest du Engpässe in Spitzenzeiten.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Pfandgeld sollte ich durchschnittlich für Leergut binden?
Für eine durchschnittliche Bar sind das 4-8% deines Monatsumsatzes. Bei €20.000 Monatsumsatz bindest du also €800-1600 in Pfandgeld.
Was ist, wenn ich zu wenig Leergut habe und mein Lieferant nicht liefern kann?
Dann musst du Leergut von anderen Lieferanten leihen oder kaufen, was teurer wird. Halte daher immer einen Puffer.
Kann ich Leergutkosten von meinen Steuern abziehen?
Pfandgeld ist keine Kostenposition, sondern ein Pfand, das du zurückbekommst. Du kannst aber eventuellen Leergutschaden oder Verlust abziehen.
Unterscheidet sich der Leergutbedarf je nach Bartyp?
Ja, eine Bierbar hat mehr Leergut pro Euro Umsatz als eine Cocktailbar. Messe daher ein paar Wochen lang deinen eigenen Verbrauch.
Wie oft sollte ich meine Leergutberechnung aktualisieren?
Überprüfe monatlich, ob deine Berechnung noch stimmt. Bei Saisonwechsel oder Änderung deines Getränkeangebots musst du neu messen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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