Ein Lockangebot mit niedriger Marge kann neue Gäste anziehen, aber du musst genau wissen, was es dich kostet. Viele Gastronomen setzen ein beliebtes Getränk bewusst günstig auf die Karte, berechnen die Marge aber falsch. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächliche Marge auf ein Getränk berechnest, das du als Lockangebot nutzt.
Was ist ein Lockangebot und warum berechnest du die Marge anders?
Ein Lockangebot ist ein Produkt, das du bewusst günstig anbietest, um Kunden hereinzulocken. Das Ziel ist nicht, viel mit diesem einen Produkt zu verdienen, sondern Gäste zu verleiten, vorbeizukommen und auch andere Dinge zu bestellen.
- Du akzeptierst eine niedrigere Marge beim Lockangebot
- Du kompensierst dies mit höheren Margen auf anderen Produkten
- Der Gesamtbesuch muss rentabel sein
💡 Beispiel:
Eine Bar setzt Bier in der Happy Hour für €2,50 an (normalerweise €4,50):
- Einkaufspreis Bier: €1,20
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €2,50 / 1,21 = €2,07
- Marge: €2,07 - €1,20 = €0,87 (42%)
Normalerweise würde die Marge €3,72 - €1,20 = €2,52 (68%) sein.
Berechne die tatsächlichen Kosten deines Lockangebots
Bei Getränken musst du alle Kosten berücksichtigen, nicht nur den Einkaufspreis des Produkts selbst.
Kosten, die dazugehören:
- Einkaufspreis Getränk (ohne MwSt.)
- Garnitur (Zitrone, Eis, Strohhalm)
- Glas (Abschreibung pro Verwendung)
- Spülwasser und Energie
⚠️ Achtung:
Alkoholische Getränke haben 19% MwSt., nicht 7%. Rechne immer mit dem Preis ohne MwSt. für deine Margenberechnung.
Formel für Marge beim Lockangebot
Die Marge berechnest du wie folgt:
Marge in Euro = Verkaufspreis ohne MwSt. - Gesamtkosten
Margenprozentsatz = (Marge in Euro / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
💡 Beispielberechnung:
Cocktail als Lockangebot für €6,00 (normalerweise €9,50):
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €6,00 / 1,19 = €5,04
- Alkohol: €2,10
- Mixer: €0,40
- Garnitur: €0,20
- Gesamtkosten: €2,70
Marge: €5,04 - €2,70 = €2,34 (46%)
Was ist eine akzeptable Marge für ein Lockangebot?
Bei Lockangeboten akzeptierst du bewusst eine niedrigere Marge. Während du normalerweise 65-75% Marge auf Getränken hast, kann ein Lockangebot 35-50% Marge haben.
- Normale Getränkemarge: 65-75%
- Lockangebot Marge: 35-50%
- Minimale Marge: Nie unter 25% (sonst machst du Verlust)
Kompensation berechnen: Was müssen andere Produkte bringen?
Den Verlust bei deinem Lockangebot musst du durch andere Verkäufe kompensieren. Berechne, wie viel zusätzlichen Umsatz du brauchst.
💡 Kompensationsbeispiel:
Du verlierst €1,50 Marge pro Lockangebot gegenüber dem normalen Preis:
- Durchschnittliche Marge anderer Produkte: 60%
- Benötigter zusätzlicher Umsatz: €1,50 / 0,60 = €2,50 pro Gast
Jeder Gast, der das Lockangebot bestellt, muss €2,50 zusätzlich bestellen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Verfolgung und Überwachung der Lockangebot-Leistung
Messe nicht nur die Marge, sondern auch die Auswirkung auf deinen Gesamtumsatz und Gastbesuch.
- Wie viele Gäste bestellen das Lockangebot?
- Was bestellen sie noch?
- Steigt dein Gesamtumsatz pro Gast?
- Kommen mehr neue Gäste?
Ein Tool wie KitchenNmbrs hilft dir, die Marge pro Getränk automatisch zu berechnen und zu verfolgen, damit du schnell siehst, ob deine Lockangebot-Strategie funktioniert.
Wie berechnest du die Marge auf ein Lockangebot? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten
Addiere alle Kosten: Einkaufspreis Getränk, Garnitur, Glasabschreibung und weitere Kosten. Vergiss nicht, dass alkoholische Getränke 19% MwSt. haben.
Berechne Verkaufspreis ohne MwSt.
Teile deinen Lockangebot-Preis durch 1,19, um den Preis ohne MwSt. zu erhalten. Dies ist der Betrag, auf dem du deine Marge berechnest.
Ziehe Kosten vom Verkaufspreis ab
Ziehe deine Gesamtkosten vom Verkaufspreis ohne MwSt. ab. Dies gibt dir die Marge in Euro und Prozentsatz.
Berechne erforderliche Kompensation
Vergleiche mit deiner normalen Marge und berechne, wie viel zusätzlichen Umsatz jeder Gast generieren muss, um die Differenz auszugleichen.
✨ Pro tip
Überprüfe jeden Monat, ob Gäste, die dein Lockangebot bestellen, tatsächlich mehr ausgeben. Wenn sie nur das günstige Produkt nehmen, kostet es dich Geld.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine akzeptable Marge für ein Lockangebot?
Für Lockangebote ist eine Marge von 35-50% akzeptabel, während du normalerweise 65-75% auf Getränken hast. Gehe nie unter 25%, sonst machst du bei jedem Verkauf Verlust.
Muss ich MwSt. in meine Margenberechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit dem Preis ohne MwSt. Für alkoholische Getränke sind das 19% MwSt., also teile deinen Menüpreis durch 1,19.
Wie weiß ich, ob meine Lockangebot-Strategie funktioniert?
Messe deinen Gesamtumsatz pro Gast und die Anzahl neuer Besucher. Ein Lockangebot funktioniert, wenn Gäste mehr bestellen als nur das günstige Produkt.
Welche Kosten muss ich alle berücksichtigen?
Neben dem Einkaufspreis: Garnitur, Glasabschreibung, Spülwasser, Energie und eventuell Mixer. Addiere alles, was nötig ist, um das Getränk zu servieren.
Kann ich ein Lockangebot mit Verlust verkaufen?
Technisch ja, aber nur wenn du sicher bist, dass Gäste genug zusätzlich bestellen, um den Verlust auszugleichen. Das ist sehr riskant.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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