Eine Mindestlohnerhöhung trifft dich direkt in die Geldbörse. Viele Gastronomiebetreiber unterschätzen die Auswirkungen und werden von höheren Kosten überrascht. In diesem Artikel berechnest du Schritt für Schritt, was eine Lohnerhöhung dich pro Jahr genau kostet.
Was zählt alles zu den Arbeitskosten?
Arbeitskosten sind mehr als nur der Bruttolohn. Du zahlst auch Arbeitgeberbeiträge zusätzlich zum Mindestlohn:
- Bruttolohn: Der neue Mindestlohn
- Arbeitgeberbeiträge: Etwa 25-30% zusätzlich (Rentenbeitrag, Arbeitslosenversicherung, Erwerbstätigenversicherung, etc.)
- Urlaubsgeld: 8% des Jahresgehalts
- Eventuell 13. Monatsgehalt: Falls du dieses auszahlst
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit den Gesamtarbeitskosten, nicht nur mit dem Bruttolohn. Die Arbeitgeberbeiträge machen den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust.
Berechne die Auswirkungen pro Mitarbeiter
Für jeden Mitarbeiter, der Mindestlohn verdient, berechnest du zuerst die Differenz pro Stunde, dann pro Jahr.
💡 Beispiel:
Mindestlohn steigt von €12,00 auf €13,20 pro Stunde (+€1,20)
- Bruttodifferenz: €1,20 pro Stunde
- Arbeitgeberbeiträge (27%): €0,32 pro Stunde
- Gesamtdifferenz: €1,52 pro Stunde
Bei 32 Stunden pro Woche: €1,52 × 32 × 52 = €2.527 pro Jahr zusätzlich
Addiere alle Mitarbeiter auf
Erstelle eine Übersicht aller Mitarbeiter, die Mindestlohn verdienen, und rechne ihre Stunden zusammen.
💡 Beispiel Restaurant:
- Koch 1: 38 Stunden/Woche
- Koch 2: 24 Stunden/Woche
- Bedienung 1: 20 Stunden/Woche
- Bedienung 2: 16 Stunden/Woche
Gesamt: 98 Stunden/Woche × €1,52 = €149 pro Woche zusätzlich
Pro Jahr: €149 × 52 = €7.748 zusätzliche Arbeitskosten
Übersetze in die Auswirkungen auf deine GuV
Diese zusätzlichen Kosten reduzieren deinen Gewinn direkt. Berechne, was dies für deine Gewinnmarge bedeutet und wie viel zusätzlichen Umsatz du brauchst, um dies auszugleichen.
💡 Ausgleichsberechnung:
Zusätzliche Kosten: €7.748 pro Jahr
Durchschnittliche Gewinnmarge: 8%
Erforderlicher zusätzlicher Umsatz: €7.748 ÷ 0,08 = €96.850 pro Jahr
Das sind €1.863 zusätzlicher Umsatz pro Woche!
Optionen, um die Auswirkungen zu begrenzen
Du hast verschiedene Möglichkeiten, um die Kostensteigerung aufzufangen:
- Preise erhöhen: Berechne, um wie viel Prozent deine Speisekarte teurer werden muss
- Effizienter arbeiten: Weniger Stunden durch bessere Planung
- Produktivität erhöhen: Mehr Umsatz pro Arbeitsstunde
- Kosteneinsparungen anderswo: Niedrigere Lebensmittelkosten oder andere Einsparungen
⚠️ Achtung:
Berechne die Auswirkungen rechtzeitig im Voraus. Zu warten, bis die Erhöhung in Kraft tritt, gibt dir weniger Zeit, um dein Geschäft anzupassen.
Überwache dies in deiner Verwaltung
Überwache deine Arbeitskosten als Prozentsatz deines Umsatzes. Typische Arbeitskosten für Restaurants liegen zwischen 28-35% des Umsatzes. Wenn du über 35% kommst, wird es schwierig, profitabel zu bleiben.
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du deine Gesamtkosten (Lebensmittel + Arbeit + Sonstiges) in einer Übersicht sehen, damit du schnell gegensteuern kannst, wenn die Verhältnisse aus dem Gleichgewicht geraten.
Wie berechnest du die Auswirkungen einer Mindestlohnerhöhung?
Berechne die Stundentarif-Differenz inklusive Arbeitgeberbeiträge
Ziehe den alten Mindestlohn vom neuen ab und addiere 25-30% Arbeitgeberbeiträge hinzu. Dies gibt dir die tatsächliche Kostendifferenz pro Stunde.
Addiere alle Stunden von Mindestlohn-Mitarbeitern auf
Erstelle eine Liste aller Mitarbeiter, die Mindestlohn verdienen, und addiere ihre wöchentlichen Stunden zusammen. Vergiss nicht Teilzeitkräfte und Wochenend-Helfer.
Berechne, was dies pro Jahr kostet
Multipliziere die Gesamtzahl der Stunden pro Woche mit der Kostendifferenz pro Stunde und dann mit 52 Wochen. Dies gibt dir die jährliche Auswirkung auf deine Arbeitskosten.
✨ Pro tip
Plane Mindestlohnerhöhungen in dein Jahresbudget ein. Schau dir die Pläne der Regierung für die kommenden Jahre an und berechne die Auswirkungen schon im Voraus.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich auch Urlaubsgeld in die Berechnung einbeziehen?
Ja, Urlaubsgeld sind 8% des Jahresgehalts und steigen mit dem Mindestlohn. Rechne dies in deine Gesamtarbeitskosten ein.
Was ist, wenn ich Mitarbeiter habe, die knapp über dem Mindestlohn verdienen?
Deren Kosten steigen wahrscheinlich auch. Viele Arbeitgeber halten einen festen Aufschlag über dem Mindestlohn, um Personal zu halten.
Wie oft sollte ich diese Berechnung machen?
Jedes Mal, wenn eine Mindestlohnerhöhung angekündigt wird. In Deutschland geschieht dies normalerweise zum 1. Januar und manchmal zum 1. Juli.
Kann ich die Kostensteigerung vollständig in meinen Preisen weitergeben?
Das hängt von deiner Wettbewerbsposition und der Preissensibilität deiner Kunden ab. Teste kleine Preiserhöhungen und überwache die Kundenreaktion.
Was sind gesunde Arbeitskosten als Prozentsatz des Umsatzes?
Für Restaurants sind 28-35% üblich. Über 35% wird es schwierig, profitabel zu bleiben, es sei denn, du hast sehr hohe Margen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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