Allergeninformationen in deinem HACCP-Plan zu dokumentieren ist in der EU Pflicht und hilft dir, deine Gäste sicher zu bedienen. Viele Restaurants vergessen, Allergene mit ihren kritischen Kontrollpunkten zu verknüpfen, wodurch sie Risiken übersehen. In diesem Artikel lernst du, wie du Allergeninformationen korrekt in dein HACCP-System integrierst.
Warum Allergene in deinen HACCP-Plan gehören
HACCP dreht sich um die Kontrolle von Lebensmittelsicherheitsrisiken. Allergene sind eines der größten Risiken in deiner Küche – sie können für Gäste mit Allergien lebensbedrohlich sein. Deshalb musst du Allergeninformationen in deinen HACCP-Plan integrieren, nicht als separate Verwaltung führen.
⚠️ Achtung:
Allergene sind kein separates System neben HACCP. Sie sind Teil deines Lebensmittelsicherheitsplans, da Kreuzkontamination genauso gefährlich sein kann wie falsche Temperaturen.
Die 14 EU-vorgeschriebenen Allergene registrieren
Du musst alle 14 Allergene dokumentieren, die nach EU-Vorschriften Pflicht sind:
- Gluten (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut)
- Krebstiere (Garnelen, Hummer, Krabbe)
- Eier (auch in Saucen, Nudeln, Gebäck)
- Fisch (auch in Worcestersauce, Sardellen in Dressing)
- Erdnüsse (auch Erdnussöl)
- Soja (Sojasoße, Tofu, Sojalecithin)
- Milch (einschließlich Laktose, Butter, Käse)
- Nüsse (Mandel, Haselnuss, Walnuss, Cashew, etc.)
- Sellerie (auch Selleriesalz)
- Senf (auch Senfpulver)
- Sesamsamen (auch Sesamöl)
- Sulfite (>10 mg/kg, oft in Wein, Trockenobst)
- Lupine (Lupinenbohne in Brot)
- Weichtiere (Muscheln, Tintenfisch, Schnecken)
? Beispiel:
Caesar-Salat wirkt sicher, enthält aber oft versteckte Allergene:
- Sardellen im Dressing: Fisch
- Parmesankäse: Milch
- Croutons: Gluten
- Worcestersauce: Fisch
Insgesamt: 3 verschiedene Allergene in einem Gericht
Kritische Kontrollpunkte für Allergene definieren
Allergene haben eigene kritische Kontrollpunkte (CCP) in deinem HACCP-Plan. Die wichtigsten sind:
- Einkauf: Überprüfe Lieferanteninformationen auf Allergene
- Lagerung: Verhindere Kreuzkontamination im Bestand
- Zubereitung: Saubere Arbeitsbereiche, separate Utensilien
- Servieren: Korrekte Informationen an den Gast
? Beispiel kritischer Kontrollpunkt:
CCP: Frittieröl für glutenfreie Produkte
- Kontrolle: Separates Frittieröl verwenden
- Häufigkeit: Bei jeder glutenfreien Bestellung
- Dokumentation: Welches Öl verwendet, von wem
- Korrekturmaßnahme: Neues Öl bei Kreuzkontamination
Registrierung und Dokumentation organisieren
Deine HACCP-Aufzeichnungen müssen Allergen-Checks enthalten. Das bedeutet:
- Täglich: Überprüfe Kreuzkontamination in Arbeitsbereichen
- Pro Lieferung: Kontrolliere Allergenliste des Lieferanten
- Pro Rezept: Dokumentiere alle Allergene pro Gericht
- Bei Änderung: Aktualisiere Allergeninformationen bei Rezeptanpassung
⚠️ Achtung:
Bewahre Allergen-Aufzeichnungen mindestens 2 Jahre auf. Bei einem Vorfall musst du nachweisen können, was du kontrolliert hast und wann.
Team-Training als Teil von HACCP
Allergen-Bewusstsein ist Teil deiner HACCP-Schulung. Jedes Teammitglied muss wissen:
- Welche Allergene in welchen Gerichten enthalten sind
- Wie man Kreuzkontamination verhindert
- Was man bei einer Allergenfrage eines Gastes tut
- Wo die Allergen-Registrierung zu finden ist
? Praktisches Beispiel:
Gast fragt: "Ist die Tomatensuppe glutenfrei?"
Falsche Antwort: "Ja, da ist kein Brot drin."
Richtige Antwort: "Ich überprüfe die Zutatenliste für dich."
Denn: Brühwürfel, Bindemittel oder Geschmacksverstärker können Gluten enthalten.
Digitale vs. papiergestützte Allergen-Registrierung
Papiergestützte HACCP-Listen machen das Allergen-Management schwierig. Du musst durch Papierstapel wühlen, um zu überprüfen, welche Allergene in einem Gericht enthalten sind. Digitale Registrierung in einer App wie KitchenNmbrs verknüpft Allergene automatisch mit deinen Rezepten und macht die Suche bei Kontrollen viel schneller.
Wichtig: Die Registrierung selbst bleibt deine Verantwortung. Eine App hilft bei der Organisation und Suche, aber du musst die richtigen Informationen eingeben.
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Wie integrierst du Allergene in deinen HACCP-Plan? (Schritt für Schritt)
Erstelle ein Allergen-Inventar aller deiner Gerichte
Gehe jedes Gericht auf deiner Speisekarte durch und notiere alle 14 Allergene, die darin enthalten sind. Vergiss versteckte Allergene nicht: Sardellen in Dressings, Lecithin in Schokolade, Sulfite in Wein. Überprüfe auch die Zutatenlisten deiner Lieferanten.
Definiere kritische Kontrollpunkte für Kreuzkontamination
Bestimme, wo Kreuzkontamination entstehen kann: Frittieröl, Schneidbretter, Besteck, Arbeitsflächen. Erstelle für jeden Punkt ein Kontrollverfahren: wie oft überprüfen, wer macht es, was dokumentierst du. Zum Beispiel: separates Frittieröl für glutenfreie Produkte bei jeder Bestellung überprüfen.
Integriere Allergen-Checks in deine tägliche HACCP-Routine
Füge Allergen-Kontrollen zu deiner bestehenden HACCP-Checkliste hinzu. Überprüfe täglich, ob Arbeitsbereiche sauber sind, ob separate Utensilien verwendet werden, ob das Team weiß, welche Allergene in neuen Gerichten enthalten sind. Dokumentiere dies zusammen mit deinen Temperaturmessungen.
✨ Pro tip
Überprüfe die Allergeninformationen immer neu, wenn du den Lieferanten wechselst. Das gleiche Produkt von einem anderen Lieferanten kann aufgrund unterschiedlicher Produktionsprozesse andere Allergene enthalten.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich Allergene separat von meinem HACCP-Plan registrieren?
Wie oft muss ich Allergeninformationen überprüfen und aktualisieren?
Was ist, wenn ich nicht sicher bin, ob ein Zutat Allergene enthält?
Kann eine digitale App meine HACCP-Allergen-Registrierung vollständig übernehmen?
Wie schule ich mein Personal in Allergen-Bewusstsein im Rahmen von HACCP?
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⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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