Destillierte Getränke wie Wodka, Whisky und Gin sind von der Allergendeklaration befreit, auch wenn sie aus glutenhaltigen Getreidesorten hergestellt werden. Diese Ausnahme ist in der EU-Gesetzgebung verankert, da der Destillationsprozess die allergenen Proteine entfernt. Für Gastronomiebetriebe ist es wichtig zu wissen, welche Getränke deklariert werden müssen und welche nicht.
Welche alkoholischen Getränke sind befreit?
Die EU-Verordnung (Verordnung 1169/2011) sieht spezifische Ausnahmen für destillierte alkoholische Getränke vor. Diese Befreiungen gelten, weil der Destillationsprozess die allergenen Stoffe entfernt.
💡 Beispiele befreiter Getränke:
- Wodka aus Weizen - keine Glutendeklaration erforderlich
- Whisky aus Gerste - keine Glutendeklaration erforderlich
- Gin aus Weizen - keine Glutendeklaration erforderlich
- Rum aus Zuckerrohr - keine Allergendeklaration erforderlich
Alle diese Getränke sind vollständig von der Allergenregistrierung befreit.
Ausnahmen von den Ausnahmen
Nicht alle alkoholischen Getränke sind befreit. Bier, Wein und Likör unterliegen anderen Regeln, da sie nicht vollständig destilliert sind oder nach dem Destillationsprozess allergene Inhaltsstoffe enthalten.
- Bier - enthält Gluten, muss deklariert werden
- Wein mit Sulfiten - muss deklariert werden bei >10mg/Liter
- Likör mit Nüssen/Milch - Allergene müssen deklariert werden
- Cocktails mit Säften - alle Zutaten separat prüfen
⚠️ Achtung:
Glutenfreie Biere sind NICHT automatisch befreit. Diese müssen weiterhin als glutenfrei registriert werden, da Gäste dies wissen möchten.
Praktische Anwendung in deiner Bar
In der Praxis bedeutet dies, dass du auf deiner Getränkekarte oder Weinkarte nur Allergene für nicht-destillierte Getränke deklarieren musst. Bei Cocktails wird es komplexer, da du alle Zutaten prüfen musst.
💡 Beispiel Cocktail-Prüfung:
Piña Colada:
- Rum - befreit (destilliert)
- Kokosmilch - kein Allergen
- Ananassaft - kein Allergen
Amaretto Sour:
- Amaretto - enthält Mandel, MUSS deklariert werden
- Zitronensaft - kein Allergen
- Eiweiß - enthält Ei, MUSS deklariert werden
Registrierung in deinem System
Für eine gute Allergenregistrierung ist es sinnvoll, zwischen destillierten und nicht-destillierten Getränken zu unterscheiden. So vermeidest du, dass du unnötig Allergene bei reinen Spirituosen registrierst, vergisst sie aber nicht bei zusammengesetzten Getränken.
Ein digitales System wie KitchenNmbrs hilft dabei, den Überblick zu behalten, welche Getränke registriert werden müssen und welche nicht. Du kannst pro Zutat angeben, ob sie ein Allergen enthält, und das System berücksichtigt automatisch die Ausnahmen.
Wie prüfst du, ob ein alkoholisches Getränk eine Allergenregistrierung benötigt?
Bestimme die Art des Getränks
Prüfe, ob es sich um ein destilliertes Getränk handelt (Wodka, Whisky, Gin, Rum, Brandy) oder um ein nicht-destilliertes Getränk (Bier, Wein, Likör). Destillierte Getränke sind normalerweise befreit.
Prüfe hinzugefügte Zutaten
Auch bei destillierten Getränken können nach dem Destillationsprozess allergene Zutaten hinzugefügt werden. Denke an Nüsse in Likören, Milch in Crème-Likören oder Honig in Honig-Whisky.
Registriere nur das Notwendige
Notiere nur die Allergene, die tatsächlich nach dem Produktionsprozess vorhanden sind. Reiner Wodka aus Weizen benötigt keine Glutendeklaration, aber Weizenmalzbier schon.
✨ Pro tip
Erstelle eine Liste deiner Standard-Spirituosen und markiere, welche befreit sind. Dann musst du nur bei speziellen Getränken und Cocktails extra prüfen.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich glutenfreies Bier separat deklarieren?
Ja, glutenfreies Bier fällt nicht unter die Ausnahme für destillierte Getränke. Gäste mit Zöliakie möchten dies explizit wissen, also registriere es als glutenfrei.
Sind alle Whiskys von der Glutendeklaration befreit?
Reiner Whisky ja, aber einige Whiskys haben nach der Destillation hinzugefügte Aromastoffe. Prüfe das Etikett auf Zutaten, die nach dem Destillationsprozess hinzugefügt wurden.
Wie ist es mit Wein und Sulfiten?
Wein mit mehr als 10mg/Liter Sulfiten muss dies deklarieren. Fast alle kommerziellen Weine enthalten Sulfite, also registriere dies standardmäßig bei Wein.
Muss ich bei Cocktails alle Zutaten prüfen?
Ja, bei Cocktails addierst du alle Zutaten. Die Spirituosen sind oft befreit, aber Mixer, Säfte, Sirupe und Garnituren können Allergene enthalten.
Gelten diese Regeln auch für selbstgemachte Liköre?
Ja, auch für selbstgemachte Liköre gelten die gleichen Regeln. Wenn du nach der Destillation Nüsse, Milch oder andere Allergene hinzufügst, musst du dies registrieren.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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