📝 Restaurant eröffnen & Businessplan · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie vermeide ich, dass ich bei der Eröffnung bereits Verluste bei meinen Gerichten mache?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Bereits bei der Eröffnung Verluste bei deinen Gerichten zu machen ist der schnellste Weg in den Bankrott. Viele neue Restaurantbesitzer unterschätzen ihre Selbstkosten oder vergessen wichtige Kosten, wodurch jede verkaufte Portion Geld kostet statt einbringt. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du vom ersten Tag an gewinnbringende Preise festlegst.

Die drei größten Fallstricke bei der Eröffnung

Neue Restaurants machen oft die gleichen Fehler bei der Bestimmung ihrer Menüpreise. Diese Fehler führen dazu, dass du vom ersten Tag an Geld bei jedem Gericht verlierst, das du servierst.

⚠️ Achtung:

Viele Anfänger denken, dass sie ihre Preise später anpassen können. Aber wenn du erst mal mit zu niedrigen Preisen eröffnet hast, ist es schwierig, deine Gäste an höhere Preise zu gewöhnen.

  • Fallstrick 1: Nur Hauptzutaten berücksichtigen (vergessen: Garnitur, Saucen, Butter, Öl)
  • Fallstrick 2: Mit Einkaufspreis rechnen ohne Schnittabfall und Verschwendung
  • Fallstrick 3: Zu niedriges food cost Prozentsatz aus Angst vor hohen Preisen beibehalten

Berechne deine echte Selbstkosten pro Gericht

Die Selbstkosten eines Gerichts sind mehr als nur die Hauptzutaten. Du musst buchstäblich alles berücksichtigen, was auf den Teller kommt, einschließlich des Unsichtbaren.

💡 Beispiel: Steak mit Pommes

Was Restaurants oft vergessen mitzurechnen:

  • Steak 200g: €6,40
  • Pommes 250g: €0,85
  • Butter zum Braten: €0,15
  • Gewürze und Pfeffer: €0,05
  • Salatgarnitur: €0,45
  • Dressing: €0,20
  • Schnittabfall Fleisch (15%): €0,96

Echte Selbstkosten: €9,06 (nicht €7,25)

Der Unterschied von €1,81 pro Portion scheint klein, aber bei 100 Portionen pro Woche bedeutet dies €9.412 weniger Gewinn pro Jahr.

Lege deinen Mindestverkaufspreis fest

Mit deinen echten Selbstkosten kannst du ausrechnen, was du mindestens verlangen musst, um gewinnbringend zu sein. Verwende dafür die food cost Formel.

Formel: Mindestverkaufspreis (exkl. MwSt.) = Selbstkosten ÷ (Gewünschtes food cost % ÷ 100)

💡 Beispiel: Steak Berechnung

Selbstkosten: €9,06 | Gewünschtes food cost: 30%

  • Mindestpreis exkl. MwSt.: €9,06 ÷ 0,30 = €30,20
  • Preis inkl. 19% MwSt.: €30,20 × 1,19 = €35,94
  • Gerundet: €35,95

Unter €35,95 machst du Verlust bei diesem Gericht

Überprüfe deine Konkurrenz und Marktposition

Deine Selbstkosten bestimmen dein Minimum, aber der Markt bestimmt dein Maximum. Überprüfe, was vergleichbare Restaurants für ähnliche Gerichte verlangen.

  • Besuche 5-10 vergleichbare Restaurants in deiner Umgebung
  • Notiere ihre Preise für ähnliche Gerichte
  • Achte auf Portionsgrößen und Qualität der Zutaten
  • Bestimme, wo du dich positionieren möchtest

⚠️ Achtung:

Wenn dein Mindestpreis weit über dem Markt liegt, musst du dein Konzept anpassen. Günstiger einkaufen, kleinere Portionen oder ein anderes Gericht wählen.

Teste deine Preise vor der Eröffnung

Mache einen Probetag oder eine Soft Opening mit deinen berechneten Preisen. Achte genau auf die Reaktionen der Gäste und wie viel sie bestellen.

💡 Beispiel: Signale während des Probetags

Positive Signale:

  • Gäste bestellen ohne zu zögern
  • Durchschnittlicher Rechnungswert wie erwartet
  • Keine Bemerkungen über hohe Preise

Negative Signale:

  • Gäste wählen nur die günstigsten Optionen
  • Viele Fragen zu den Preisen
  • Niedriger durchschnittlicher Rechnungswert

Baue einen Puffer für unvorhergesehene Kosten ein

In deinen ersten Monaten wirst du auf unerwartete Kosten stoßen. Baue daher einen kleinen Puffer in deine Preise ein, statt auf Kante zu rechnen.

  • Rechne mit 28% food cost statt 30% für etwas zusätzliche Marge
  • Berücksichtige Saisonschwankungen bei Zutatenpre isen
  • Plane für 10-15% Verschwendung in deinen ersten Monaten

Wie legst du gewinnbringende Preise fest? (Schritt für Schritt)

1

Berechne deine vollständigen Selbstkosten

Addiere alle Zutaten, die auf den Teller kommen, einschließlich Garnitur, Saucen, Gewürze und Öl. Vergesse nicht, den Schnittabfall mitzurechnen (normalerweise 10-20% zusätzlich zu deinem Einkaufspreis).

2

Bestimme dein gewünschtes food cost Prozentsatz

Für Restaurants liegt dies normalerweise zwischen 28-35%. Bei der Eröffnung solltest du am besten 28-30% beibehalten, um einen Puffer für unvorhergesehene Kosten zu haben.

3

Berechne deinen Mindestverkaufspreis

Teile deine Selbstkosten durch dein gewünschtes food cost Prozentsatz. Multipliziere dann mit 1,19 für 19% MwSt. Dies ist dein absolutes Minimum, um nicht verlustbringend zu sein.

4

Überprüfe die Marktpreise

Vergleiche deinen berechneten Preis mit dem, was vergleichbare Restaurants verlangen. Wenn du weit über dem Markt liegst, passe dann dein Rezept oder Konzept an, statt deine Preise zu senken.

5

Teste deine Preise vor der Eröffnung

Organisiere einen Probetag mit deinen berechneten Preisen. Achte auf die Reaktionen der Gäste und passe bei Bedarf an, bevor du offiziell eröffnest.

✨ Pro tip

Erstelle ein Excel-Blatt mit all deinen Gerichten und ihren Selbstkosten, bevor du eröffnest. Aktualisiere dies jeden Monat mit neuen Einkaufspreisen von deinen Lieferanten, so vermeidest du, dass du unbemerkt Verluste machst.

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Häufig gestellte Fragen

Muss ich MwSt. in meine Selbstkostenberechnung einbeziehen?

Nein, rechne immer exkl. MwSt. Dein food cost Prozentsatz berechnest du über den Verkaufspreis exkl. MwSt. Die MwSt. addierst du erst für deinen Menüpreis hinzu.

Was ist, wenn mein berechneter Preis höher ist als die Konkurrenz?

Dann musst du dein Konzept anpassen, nicht deine Preise senken. Wähle günstigere Zutaten, kleinere Portionen oder andere Gerichte. Unter deinen Selbstkosten zu verkaufen bedeutet Verlust zu machen.

Welches food cost Prozentsatz sollte ich als Anfänger beibehalten?

Halte 28-30% statt 35%. Als Anfänger machst du mehr Fehler und hast mehr Verschwendung. Diese zusätzliche Marge gibt dir einen Puffer für Lernmomente.

Muss ich Schnittabfall und Verschwendung berücksichtigen?

Ja, unbedingt. Wenn du 1 kg Fleisch kaufst aber 200g durch Schnittabfall wegwirfst, zahlst du eigentlich 25% mehr pro nutzbarem Kilo. Rechne dies immer in deine Selbstkosten ein.

Kann ich meine Preise später noch anpassen?

Preise nach der Eröffnung zu erhöhen ist schwierig und kann Gäste vertreiben. Es ist besser, gleich den richtigen Preis zu verlangen, auch wenn dieser hoch erscheint. Gäste akzeptieren faire Preise bei Qualität.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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