Dein Stundensatz als Caterer entscheidet, ob du Gewinn machst oder Verlust erleidest. Viele selbstständige Caterer rechnen nur mit Zutaten und vergessen Overhead, Zeit und Gewinn. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du einen realistischen Stundensatz berechnest, der alle deine Kosten deckt.
Was gehört alles in deinen Stundensatz?
Als selbstständiger Caterer zahlst du nicht nur Zutaten. Dein Stundensatz muss alle Kosten decken:
- Zutaten und Verpackung (Foodcost)
- Overhead (Miete, Versicherungen, Ausrüstung)
- Transport und Treibstoff
- Deine Zeit (nicht nur Kochen, auch Einkauf und Verwaltung)
- Gewinn (sonst arbeitest du umsonst)
⚠️ Achtung:
Viele Caterer rechnen nur mit Zutaten und ihrem eigenen Stundenlohn. Dann vergisst du Overhead, Transport und Gewinn. So arbeitest du am Ende für €5 pro Stunde.
Berechne deine gesamten monatlichen Kosten
Beginne mit allen festen Kosten pro Monat:
- Miete Küchenraum
- Versicherungen (Haftung, Betrieb, Auto)
- Abschreibung Ausrüstung (Ofen, Kühlung, Transport)
- Telefon, Internet, Verwaltung
- Buchhalter, Handelskammer
- Treibstoff und Autowartung
💡 Beispiel monatliche Kosten:
- Küchenmiete: €800
- Versicherungen: €180
- Abschreibung Ausrüstung: €200
- Auto und Treibstoff: €400
- Telefon, Verwaltung: €120
Gesamter Overhead: €1.700 pro Monat
Schätze deine produktiven Stunden realistisch ein
Rechne nicht mit 40 Stunden pro Woche. Als Selbstständiger hast du:
- Urlaub (mindestens 4 Wochen pro Jahr)
- Krankheit (durchschnittlich 1 Woche pro Jahr)
- Verwaltung (20% deiner Zeit)
- Akquisition (neue Kunden suchen)
Realistisch: 30 produktive Stunden pro Woche, 45 Wochen pro Jahr = 1.350 Stunden
💡 Beispielberechnung:
Overhead pro Jahr: €1.700 × 12 = €20.400
Produktive Stunden: 1.350 pro Jahr
Overhead pro Stunde: €20.400 ÷ 1.350 = €15,11
Bestimme deinen gewünschten Stundenlohn
Was möchtest du pro Stunde verdienen? Vergleiche mit:
- Koch im Angestelltenverhältnis: €15-22 pro Stunde
- Selbstständiger hat mehr Risiko: €25-35 pro Stunde ist realistisch
- Erfahrene Caterer: €30-45 pro Stunde
Rechne Foodcost und Gewinn hinzu
Dein Stundensatz muss auch decken:
- Foodcost: 25-35% deines Satzes
- Gewinn: 10-15% für Wachstum und Puffer
💡 Gesamtberechnung:
- Overhead pro Stunde: €15,11
- Gewünschter Stundenlohn: €30,00
- Foodcost (30%): €13,53
- Gewinn (10%): €4,51
Minimaler Stundensatz: €63,15
Überprüfe deinen Satz gegen den Markt
Übliche Stundensätze Catering Deutschland:
- Basis-Catering: €50-70 pro Stunde
- Spezialisierte Küche: €70-95 pro Stunde
- High-End-Catering: €90-130 pro Stunde
Wenn dein Satz viel höher ist als der Markt, überprüfe deinen Overhead. Vielleicht kannst du Kosten sparen.
⚠️ Achtung:
Gehe nicht unter deine Kostenkalkulation, um Kunden zu bekommen. Dann arbeitest du mit Verlust. Besser weniger Kunden zu einem gesunden Satz.
Behalte deine Zahlen mit Tools im Blick
Viele Caterer rechnen mit Excel, aber das kostet Zeit. Mit einer App wie KitchenNmbrs berechnest du automatisch:
- Kostenkalkulation pro Person oder pro Event
- Foodcost-Prozentsatz deines Gesamtsatzes
- Gewinnmarge pro Auftrag
So siehst du sofort, ob ein Event rentabel ist, bevor du das Angebot sendest.
Wie berechnest du deinen Stundensatz? (Schritt für Schritt)
Addiere alle deine monatlichen Kosten
Notiere alle festen Kosten: Miete, Versicherungen, Abschreibungen, Auto, Telefon. Teile durch 12 für monatliche Kosten. Multipliziere mit 12 für jährliche Kosten.
Berechne deine produktiven Stunden pro Jahr
Rechne realistisch: 30 Stunden pro Woche produktive Arbeit, 45 Wochen pro Jahr (Urlaub und Krankheit abziehen). Das sind 1.350 Stunden pro Jahr.
Teile Jahreskosten durch produktive Stunden
Jahreskosten ÷ 1.350 Stunden = Overhead pro Stunde. Addiere deinen gewünschten Stundenlohn, Foodcost und Gewinn für deinen Gesamtstundensatz.
✨ Pro tip
Überprüfe deinen Stundensatz bei deinen letzten 10 Events. Wenn dein Foodcost über 35% liegt, ist dein Satz zu niedrig oder du kaufst zu teuer ein.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich die Mehrwertsteuer in meinen Stundensatz einrechnen?
Nein, berechne deinen Stundensatz ohne Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer (19% für Catering) rechnest du später hinzu. So bleibt deine Berechnung übersichtlich.
Was ist, wenn Kunden meinen Satz zu hoch finden?
Erkläre, was alles darin steckt: Zutaten, Transport, Vorbereitung, Aufräumen. Kunden sehen oft nur die Kochzeit, nicht die ganze Arbeit dahinter.
Kann ich unterschiedliche Sätze verwenden?
Ja, für kleine Events kannst du einen höheren Stundensatz verlangen (mehr Overhead pro Person). Große Events können günstiger pro Stunde sein durch Skalierungseffekte.
Wie oft sollte ich meinen Satz anpassen?
Überprüfe deine Kosten jeden Monat. Wenn Lieferanten teurer werden oder deine Miete steigt, passe deinen Satz an. Warte nicht bis zum Jahresende.
Was ist, wenn ich gerade anfange und wenig Overhead habe?
Rechne trotzdem mit realistischem Overhead für später (Miete, Versicherungen, Ausrüstung). Sonst sitzt du später mit zu niedrigen Sätzen fest und kannst nicht wachsen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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