Eine Hausmarken-Gin kann deine Marge deutlich verbessern, aber nur wenn du die Zahlen richtig berechnest. Viele Bars entscheiden sich für bekannte Marken, weil sie denken, dass Gäste das wollen, während eine gut gewählte Hausmarke viel mehr Gewinn bringt. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du berechnest, welche Wahl am profitabelsten ist.
Warum Hausmarken-Gin interessant sein kann
Die Marge auf Getränke bestimmt oft den Unterschied zwischen einer profitablen und einer verlustmachenden Bar. Bei bekannten Gin-Marken zahlst du für den Markennamen, bei Hausmarken für die Qualität des Produkts selbst.
💡 Beispielvergleich:
Bekannte Gin (Bombay Sapphire):
- Einkaufspreis: €28,00 pro Flasche
- Verkaufspreis G&T: €8,50 inkl. MwSt.
- Anzahl G&T's pro Flasche: 25
Hausmarken-Gin (Qualitätsgin von lokaler Destillerie):
- Einkaufspreis: €18,00 pro Flasche
- Verkaufspreis G&T: €8,00 inkl. MwSt.
- Anzahl G&T's pro Flasche: 25
Die Pour-Cost-Berechnung
Pour Cost ist die Getränke-Version von Foodcost. Es ist der Prozentsatz deines Verkaufspreises, der in das Getränk selbst fließt (ohne Mixer, Garnish und Eis).
Formel Pour Cost:
Pour Cost % = (Gin-Kosten pro G&T / Verkaufspreis G&T ohne MwSt.) × 100
💡 Berechnung bekannte Marke:
Bombay Sapphire Beispiel:
- Gin-Kosten pro G&T: €28,00 / 25 = €1,12
- Verkaufspreis ohne 21% MwSt.: €8,50 / 1,21 = €7,02
- Pour Cost: (€1,12 / €7,02) × 100 = 16,0%
💡 Berechnung Hausmarke:
Hausmarken-Gin Beispiel:
- Gin-Kosten pro G&T: €18,00 / 25 = €0,72
- Verkaufspreis ohne 21% MwSt.: €8,00 / 1,21 = €6,61
- Pour Cost: (€0,72 / €6,61) × 100 = 10,9%
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit dem Preis ohne MwSt. Alkoholische Getränke haben 21% MwSt., nicht 9% wie Essen.
Gesamtmarge pro G&T berechnen
Pour Cost ist nicht alles. Du musst auch Tonic, Eis, Garnish und eventuell Personal einberechnen. Hier siehst du die vollständigen Kosten pro G&T:
💡 Vollständige Kosten bekannte Marke:
- Gin: €1,12
- Tonic (200ml): €0,45
- Garnish (Limone): €0,08
- Eis: €0,05
Gesamte Getränkekosten: €1,70
Marge: €7,02 - €1,70 = €5,32 pro G&T (75,8%)
💡 Vollständige Kosten Hausmarke:
- Gin: €0,72
- Tonic (200ml): €0,45
- Garnish (Limone): €0,08
- Eis: €0,05
Gesamte Getränkekosten: €1,30
Marge: €6,61 - €1,30 = €5,31 pro G&T (80,3%)
Auswirkung auf Jahresbasis
Der Unterschied pro G&T scheint klein, aber auf Jahresbasis summiert es sich auf. Angenommen, du verkaufst 50 G&T's pro Woche:
- Bekannte Marke: 50 × €5,32 × 52 = €13.832 Jahresgewinn
- Hausmarke: 50 × €5,31 × 52 = €13.806 Jahresgewinn
In diesem Beispiel ist der Unterschied minimal, weil du die Hausmarke auch günstiger verkaufst. Aber wenn du die Hausmarke zum gleichen Preis wie die bekannte Marke verkaufst, wird es interessanter:
💡 Hausmarke zum bekannten Preis:
Hausmarken-Gin für €8,50 (gleich wie bekannte Marke):
- Getränkekosten: €1,30
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €7,02
- Marge: €5,72 pro G&T (81,5%)
Zusätzlicher Gewinn pro Jahr: 50 × (€5,72 - €5,32) × 52 = €1.040
Risiken von Hausmarken-Gin
Eine Hausmarke hat auch Nachteile, die du berücksichtigen musst:
- Weniger Wiedererkennungswert: Gäste fragen vielleicht nach bekannten Marken
- Qualitätswahrnehmung: Manche Gäste verbinden Unbekannt mit Billig
- Lagerbestandsrisiko: Bei einer bekannten Gin kannst du immer den Lieferanten wechseln
- Marketing: Du musst Gäste von der Qualität überzeugen
⚠️ Achtung:
Teste zuerst eine Hausmarke neben deinen bekannten Marken. Schau, wie Gäste reagieren, bevor du vollständig umsteigst.
Die Entscheidungsmatrix
Nutze diese Kriterien, um zu entscheiden:
- Margenverbesserung > €500 pro Jahr: Überlegenswert
- Qualität der Hausmarke gleichwertig: Lass Freunde und Familie blind verkosten
- Lieferant zuverlässig: Kann er konsistent liefern?
- Zielgruppe offen für neue Marken: Hippe Bar vs. klassische Cocktailbar
In Apps wie KitchenNmbrs kannst du verschiedene Gin-Optionen nebeneinander stellen, um Pour Cost und Marge direkt zu vergleichen, ohne selbst rechnen zu müssen.
Wie berechnest du, ob Hausmarken-Gin günstiger ist? (Schritt für Schritt)
Berechne die Pour Cost deiner aktuellen Gin
Teile den Einkaufspreis einer Flasche durch die Anzahl der G&T's, die du daraus machst (normalerweise 25). Teile dies durch deinen Verkaufspreis ohne 21% MwSt. und multipliziere mit 100, um den Prozentsatz zu erhalten.
Berechne die Pour Cost der Hausmarke
Mache die gleiche Berechnung für die Hausmarke, die du in Betracht ziehst. Vergiss nicht, auch Tonic, Garnish und Eis in die gesamten Getränkekosten pro G&T einzubeziehen.
Rechne den Unterschied auf Jahresbasis aus
Multipliziere den Margenunterschied pro G&T mit der Anzahl der G&T's, die du pro Woche verkaufst, und mit 52 Wochen. Wenn der Unterschied mehr als €500 pro Jahr beträgt, lohnt sich ein Test.
✨ Pro tip
Teste eine Hausmarke zuerst als 'House Special' zu einem niedrigeren Preis. Wenn Gäste positiv reagieren, kannst du den Preis langsam auf das Niveau bekannter Marken erhöhen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. in meine Pour-Cost-Berechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit dem Verkaufspreis ohne MwSt. Alkoholische Getränke haben 21% MwSt., also teile deinen Menüpreis durch 1,21, um den Preis ohne MwSt. zu erhalten.
Wie viele G&T's kann ich aus einer Flasche Gin machen?
Aus einer Standardflasche von 70cl kannst du etwa 25 G&T's machen, wenn du 2,8cl Gin pro Getränk verwendest. Manche Bars verwenden 3cl, dann kommst du auf etwa 23 G&T's pro Flasche.
Was ist eine gute Pour Cost für Gin?
Eine typische Pour Cost für Gin liegt zwischen 15% und 25%. Wenn du unter 15% liegst, könntest du erwägen, deinen Preis zu senken oder deine Portion zu vergrößern, um mehr Volumen zu erreichen.
Wie teste ich, ob meine Gäste eine Hausmarke akzeptieren?
Starte mit einer 'Gin des Monats'-Aktion, bei der du die Hausmarke zu einem etwas niedrigeren Preis neben deinen bekannten Marken anbietest. Schau dir die Verkaufszahlen an und frag nach Feedback.
Kann ich verschiedene Gins in einem System verfolgen?
Ja, in Apps wie KitchenNmbrs kannst du mehrere Gin-Optionen mit verschiedenen Einkaufspreisen erfassen und direkt die Pour Cost und Marge pro Variante vergleichen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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