Energy Drinks und Premium-Limonaden haben oft eine hohe Marge, aber nur wenn du die Kostpreis richtig berechnest. Viele Gastronomen vergessen die MwSt. von 21% einzurechnen oder rechnen falsch mit dem Einkaufspreis pro Flasche versus pro Liter. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächliche Marge auf diese Getränke berechnest.
Warum Energy Drinks und Premium-Limonaden interessant sind
Energy Drinks wie Red Bull, Monster und Premium-Limonaden wie Fever-Tree Tonic haben oft eine hohe Marge. Der Einkaufspreis pro Flasche ist relativ niedrig, aber dein Verkaufspreis kann deutlich höher liegen als bei normalen Limonaden.
💡 Beispiel:
Red Bull 250ml:
- Einkaufspreis: €1,20 pro Dose
- Verkaufspreis: €4,50 inkl. 21% MwSt.
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €3,72
Marge: €2,52 pro Dose (68%)
MwSt. auf alkoholfreie Getränke: Achte auf den Unterschied
Hier geht es oft schief: Alle Getränke in der Gastronomie fallen unter 21% MwSt., auch die alkoholfreien. Das gilt für Energy Drinks, Limonaden, Säfte und Wasser. Nur wenn du sie als Teil einer Mahlzeit verkaufst (zum Beispiel bei einem Menü), fällt es unter 9% MwSt.
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit 21% MwSt. für einzelne Getränkverkäufe. Wenn du mit 9% rechnest, sieht deine Marge höher aus als sie wirklich ist.
Die Formel für Getränkemarge
Für Getränke verwenden wir die gleiche Formel wie für Lebensmittelkosten, aber dann sprechen wir von Pour Cost oder Getränkekosten:
Pour Cost % = (Einkaufspreis / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
Ein üblicher Pour Cost für alkoholfreie Getränke liegt zwischen 15% und 25%. Energy Drinks liegen oft am unteren Ende (15-20%), weil die Marge so hoch ist.
💡 Beispielberechnung:
Monster Energy 500ml:
- Einkaufspreis: €1,80 pro Dose
- Verkaufspreis: €6,50 inkl. 21% MwSt.
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €6,50 / 1,21 = €5,37
Pour Cost: (€1,80 / €5,37) × 100 = 33,5%
Das ist zu hoch. Du könntest den Preis auf €7,50 erhöhen für einen Pour Cost von 22%.
Premium-Limonaden: Andere Margen
Premium-Limonaden wie Fever-Tree Tonic, Fentimans Ginger Beer oder San Pellegrino haben oft eine andere Kostenstruktur. Sie sind teurer im Einkauf, aber du kannst auch mehr dafür verlangen.
- Fever-Tree Tonic 200ml: Einkauf €0,90, Verkauf €3,50 → Pour Cost 26%
- Fentimans Ginger Beer: Einkauf €1,10, Verkauf €4,00 → Pour Cost 33%
- San Pellegrino Limonade: Einkauf €0,75, Verkauf €3,25 → Pour Cost 28%
Diese Prozentsätze sind höher als bei Energy Drinks, aber immer noch rentabel, weil Gäste bereit sind, mehr für Premium zu zahlen.
Vergleich mit normalen Limonaden
Zum Vergleich: Normale Limonaden vom Zapfhahn oder aus der Flasche haben oft eine niedrigere Marge, weil der Verkaufspreis nicht so hoch sein kann:
💡 Vergleich:
Coca-Cola 330ml Flasche:
- Einkaufspreis: €0,65
- Verkaufspreis: €2,75 inkl. 21% MwSt.
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €2,27
Pour Cost: (€0,65 / €2,27) × 100 = 28,6%
Höherer Pour Cost als Energy Drinks, aber immer noch rentabel.
Tipps für bessere Margen
- Intelligent einkaufen: Bei größeren Mengen bekommst du oft bessere Preise pro Dose
- Fokus auf Premium: Energy Drinks und Premium Mixer rechtfertigen höhere Preise
- Kombiniere mit Cocktails: Premium Tonic bei Gin-Tonic erhöht die Gesamtrechnung
- Überprüfe deine Konkurrenz: Was verlangen andere für die gleichen Getränke?
⚠️ Achtung:
Berücksichtige die Haltbarkeit. Energy Drinks haben oft eine längere Haltbarkeit als frische Säfte, was das Verschwendungsrisiko senkt.
Digitale Unterstützung für Getränkemarge
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du alle deine Getränkepreise und Margen verfolgen, ohne manuell zu rechnen. Du siehst sofort, welche Getränke am meisten einbringen, und kannst deine Preise einfach anpassen, wenn deine Lieferanten ihre Tarife ändern.
Wie berechnest du die Marge auf Energy Drinks? (Schritt für Schritt)
Sammle deine Einkaufspreise
Notiere den genauen Einkaufspreis pro Dose oder Flasche von deinem Lieferanten. Achtung: Manche Lieferanten rechnen pro Tablett oder pro Karton, rechne dies in den Preis pro Stück um.
Berechne deinen Verkaufspreis ohne MwSt.
Teile deinen Menüpreis durch 1,21, um den Preis ohne 21% MwSt. zu erhalten. Zum Beispiel: €4,50 / 1,21 = €3,72 ohne MwSt.
Berechne dein Pour Cost Prozent
Verwende die Formel: (Einkaufspreis / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100. Ein Pour Cost zwischen 15-25% ist üblich für Energy Drinks und Premium-Limonaden.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 5 meistverkauften Getränke und berechne die Marge. Wenn Energy Drinks einen niedrigeren Pour Cost haben als normale Limonaden, bewirb sie mehr auf deiner Karte oder an der Bar.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich 9% oder 21% MwSt. auf Limonaden rechnen?
Für einzelne Getränkverkäufe immer 21% MwSt. Nur wenn das Getränk Teil einer Mahlzeit ist (zum Beispiel bei einem Menü) gilt 9% MwSt.
Was ist eine gute Marge auf Energy Drinks?
Ein Pour Cost von 15-20% ist üblich für Energy Drinks. Das bedeutet eine Marge von 80-85%, was höher ist als bei normalen Limonaden.
Sind Premium-Limonaden rentabler als normale?
Nicht unbedingt. Premium hat höhere Einkaufskosten, aber du kannst auch mehr dafür verlangen. Der absolute Gewinn pro Flasche kann höher sein, aber das Prozent unterscheidet sich nicht immer viel.
Wie oft sollte ich meine Getränkepreise anpassen?
Überprüfe mindestens alle 3 Monate, ob dein Lieferant Preise geändert hat. Energy Drink Preise sind relativ stabil, können aber bei Inflation deutlich steigen.
Muss ich Verschwendung bei Limonaden berücksichtigen?
Energy Drinks und Premium-Limonaden haben meist eine lange Haltbarkeit, daher ist Verschwendung minimal. Wichtig: Rotiere deine Vorräte nach dem FIFO-Prinzip.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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