Ein zweites Konzept aus deiner bestehenden Küche kann deinen Umsatz verdoppeln, aber auch deine Kosten. Viele Unternehmer starten ein Lieferkonzept, Mittagsformel oder zweite Speisekarte, ohne die Zahlen durchzurechnen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du berechnest, ob ein zweites Konzept finanziell machbar ist.
Was ist ein zweites Konzept?
Ein zweites Konzept bedeutet, dass du aus derselben Küche eine zusätzliche Einnahmequelle schaffst:
- Lieferkonzept neben deinem Restaurant (zum Beispiel Pizzas über Lieferdienste)
- Mittagsformel neben deinem Dinnerkonzept
- Catering neben deinem täglichen Service
- Zweite Speisekarte für eine andere Zielgruppe
- Ghost Kitchen Konzept über Lieferplattformen
Der Vorteil: du nutzt dieselbe Küche, dasselbe Personal und oft dieselben Zutaten. Der Nachteil: du musst überprüfen, ob deine Kapazität und Margen das schaffen.
Die 4 finanziellen Säulen, die du durchrechnen musst
Für jedes zweite Konzept musst du diese Kosten erfassen:
💡 Beispiel: Pizzeria startet Lieferkonzept
Restaurant läuft mit €30.000/Monat. Möchte Lieferkonzept hinzufügen:
- Zusätzlicher Umsatz erwartet: €8.000/Monat
- Plattformgebühren (25%): €2.000/Monat
- Zusätzliche Verpackung: €400/Monat
- Zusätzliche Arbeit (10 Stunden/Woche): €600/Monat
Netto zusätzlich: €5.000/Monat (aber ist das genug?)
Küchenkapazität und Zeitplanung
Deine Küche hat eine maximale Kapazität. Wenn du diese überschreitest, leidet die Qualität oder du brauchst zusätzliches Personal.
Überprüfe diese Punkte:
- Kann dein Ofen/Friteuse/Grill das zusätzliche Volumen bewältigen?
- Hast du genug Kühlraum für zusätzliche Zutaten?
- Überlappen sich die Stoßzeiten beider Konzepte?
- Kann dein Personal beide Konzepte gleichzeitig bedienen?
⚠️ Achtung:
Wenn beide Konzepte zwischen 18:00-20:00 Uhr ihre Spitze haben, besteht das Risiko, dass die Qualität beider leidet. Rechne dann mit zusätzlichem Personal oder wähle ein Konzept mit anderen Stoßzeiten.
Break-Even-Berechnung für zweites Konzept
Für deine Break-Even brauchst du:
Formel:
Break-Even-Umsatz = Fixkosten zweites Konzept / (1 - Variable Kosten %)
Variable Kosten zweites Konzept:
- Lebensmittelkosten (normalerweise 28-35%)
- Plattformgebühren bei Lieferung (15-30%)
- Verpackungskosten (2-5%)
- Zusätzliche Arbeit pro Bestellung
💡 Rechenbeispiel:
Lieferkonzept mit diesen Kosten:
- Lebensmittelkosten: 30%
- Plattformgebühr: 25%
- Verpackung: 3%
- Zusätzliche Arbeit: 10%
Gesamt variabel: 68%
Fixkosten pro Monat: €1.200 (Marketing, zusätzliche Verwaltung)
Break-Even: €1.200 / (1 - 0,68) = €3.750/Monat
ROI und Amortisationszeit
Berechne, wie viel du investieren musst und wann du das zurückverdienst:
Einmalige Investitionen:
- Zusätzliche Küchengeräte
- Verpackungsmaterial Lagerbestand
- Marketing/Branding neues Konzept
- Plattform-Onboarding-Kosten
- Menuentwicklung und Fotos
ROI-Formel:
(Monatlicher Nettogewinn zweites Konzept × 12) / Gesamtinvestition × 100
💡 ROI Beispiel:
Investition: €5.000 (Geräte + Marketing)
Nettogewinn pro Monat: €1.800
ROI: (€1.800 × 12) / €5.000 × 100 = 432% pro Jahr
Amortisationszeit: €5.000 / €1.800 = 2,8 Monate
Risiken und Szenarioplaning
Plane für diese Szenarien:
Pessimistisches Szenario (70% des erwarteten Umsatzes):
- Erreichst du noch immer deine Break-Even?
- Wie viel Verlust kannst du 3-6 Monate tragen?
- Kannst du schnell stoppen, ohne große Verluste?
Optimistisches Szenario (150% des erwarteten Umsatzes):
- Kann deine Küche dieses Volumen bewältigen?
- Hast du genug Personal?
- Bleibt die Qualität auf Niveau?
Tools für die Berechnung
Für eine genaue Berechnung brauchst du:
- Kostpreis pro Gericht des neuen Konzepts
- Realistische Umsatzprognose pro Monat
- Alle Fixkosten und variablen Kosten erfasst
- Break-Even-Analyse pro Szenario
Eine App wie KitchenNmbrs hilft dir, die Kosten deiner neuen Konzeptgerichte genau zu berechnen und verschiedene Szenarien durchzurechnen, ohne Excel-Aufwand.
Wie berechnest du die Machbarkeit? (Schritt für Schritt)
Erfasse alle zusätzlichen Kosten
Erstelle eine Liste aller Kosten, die das zweite Konzept mit sich bringt: Plattformgebühren, Verpackung, zusätzliche Arbeit, Marketing und eventuell Investitionen in Geräte. Vergiss keine kleinen Posten wie zusätzliche Verwaltung oder Versicherung.
Berechne deinen Break-Even-Punkt
Nutze die Formel: Break-Even-Umsatz = Fixkosten / (1 - Variable Kosten %). Addiere alle variablen Kosten (Lebensmittelkosten, Plattformgebühren, Verpackung) und teile deine monatlichen Fixkosten durch das, was übrig bleibt.
Teste drei Szenarien
Berechne, was bei 70%, 100% und 150% deines erwarteten Umsatzes passiert. Überprüfe, ob du im pessimistischen Szenario noch immer rentabel bist und ob deine Küche das optimistische Szenario ohne Qualitätsverlust bewältigen kann.
✨ Pro tip
Starte klein mit einem begrenzten Menü für dein zweites Konzept. Teste zuerst 3-5 Gerichte, bevor du erweiterst. So minimierst du das Risiko und lernst, was funktioniert, ohne große Investitionen.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Welche Rendite muss ein zweites Konzept mindestens bringen?
Strebe mindestens 15-20% Nettomarge nach allen Kosten an. Weniger ist riskant, weil du deine Aufmerksamkeit zwischen zwei Konzepten aufteilst. Wenn dein Hauptkonzept 25% Marge hat, sollte das zweite Konzept das mindestens erreichen.
Wie lange dauert es, bis ein zweites Konzept rentabel wird?
Im Durchschnitt 3-6 Monate, um Break-Even zu erreichen, 6-12 Monate für vollständige Rentabilität. Lieferkonzepte können schneller wachsen, Cateringkonzepte haben oft eine längere Aufbauphase durch die Akquisitionszeit.
Muss ich separate Buchhaltung für das zweite Konzept führen?
Ja, halte Umsatz und Kosten getrennt. So siehst du, ob das Konzept rentabel ist und kannst steuertechnisch optimal abschreiben. Nutze separate Produktcodes oder Kostenstellen in deiner Verwaltung.
Was, wenn mein zweites Konzept nicht funktioniert?
Plane vorher eine Ausstiegsstrategie. Setze eine Frist (zum Beispiel 6 Monate) und minimale Umsatzziele. Wenn diese nicht erreicht werden, stoppe rechtzeitig, bevor es dein Hauptkonzept schadet.
Kann ich dasselbe Personal für beide Konzepte nutzen?
Oft ja, aber rechne mit 10-20% zusätzlichen Arbeitsstunden. Schule dein Team gut in beiden Konzepten und stelle sicher, dass die Arbeitsbelastung beherrschbar bleibt. Bei unterschiedlichen Stoßzeiten kannst du Personal effizienter einsetzen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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