Wenn ein wichtiger Rohstoff teurer wird, musst du schnell überprüfen, welche Gerichte dadurch zu teuer werden. Viele Unternehmer warten zu lange und verlieren wochenlang Geld bei Gerichten, die plötzlich unrentabel sind. In diesem Artikel lernst du, welche Rezepte du sofort überprüfen musst und wie du Prioritäten setzt.
Beginne mit deinen meistverkauften Gerichten
Fang immer mit den Rezepten an, die du am häufigsten verkaufst. Eine Preiserhöhung von 20% bei Rindfleisch trifft dein Steak-Gericht viel härter als deine vegetarische Pasta, wenn du 50 Steaks pro Woche verkaufst und nur 5 Pasta-Gerichte.
? Beispiel:
Rindfleisch steigt von €18/kg auf €22/kg (+22%). Überprüfe diese Rezepte zuerst:
- Steak (200g Fleisch): war €3,60, jetzt €4,40
- Schmorbraten (150g Fleisch): war €2,70, jetzt €3,30
- Carpaccio (80g Fleisch): war €1,44, jetzt €1,76
Pro Portion €0,32 bis €0,80 zusätzliche Kosten!
Rezepte mit hohem Anteil des teuren Zutats
Überprüfe Rezepte, bei denen die gestiegene Zutat einen großen Teil ausmacht. Eine Preiserhöhung bei Käse trifft dein Käsesoufflé härter als deinen gemischten Salat mit etwas geriebenem Käse.
- Hauptzutaten-Gerichte: Fisch bei Fischgerichten, Fleisch bei Fleischgerichten
- Basis-Zutaten: Butter in Saucen, Sahne in Suppen
- Teure Garnituren: Trüffel, Austern, Wagyu
Gerichte mit knapper Marge
Wenn ein Gericht bereits eine Lebensmittelkostenquote von 33-35% hat, kann eine Preiserhöhung von 15% es über die 40%-Grenze drücken. Dann verdienst du damit nichts mehr.
⚠️ Achtung:
Gerichte über 38% Lebensmittelkostenquote sind oft Verlustbringer. Bei 40% bleibt dir nach Arbeit und sonstigen Kosten normalerweise nichts mehr übrig.
Saisonale und spezielle Gerichte
Überprüfe auch deine Saisonkarte und Specials. Diese haben oft keinen festen Platz auf deiner Speisekarte, daher vergisst du sie leicht bei Preiskontrollen.
? Beispiel:
Spargel steigt von €8/kg auf €12/kg in der Saison:
- Spargelsuppe (200g Spargel): €1,00 extra
- Spargel mit Schinken (300g Spargel): €1,20 extra
- Spargel-Risotto (150g Spargel): €0,60 extra
Diese stehen oft als 'Tagesspecial' und werden bei Preiskontrollen vergessen.
Prioritätsmatrix: Welche überprüfst du zuerst
Nutze diese Reihenfolge, um systematisch vorzugehen:
- Hohe Verkäufe + hoher Anteil: Bestseller mit viel der teuren Zutat
- Hohe Verkäufe + niedrige Marge: Beliebte Gerichte, die bereits knapp kalkuliert sind
- Niedrige Verkäufe + hoher Anteil: Gerichte, die du möglicherweise streichen musst
- Specials und Saison: Temporäre Gerichte, die du leicht vergisst
Schnelle Überprüfung: Die 80/20-Regel
Konzentriere dich auf deine Top 5 meistverkauften Gerichte, die die gestiegene Zutat enthalten. Diese machen oft 80% der Auswirkung auf deine gesamte Lebensmittelkostenquote aus.
Wie überprüfst du Rezepte nach einer Preiserhöhung? (Schritt für Schritt)
Erstelle eine Liste aller Rezepte mit der gestiegenen Zutat
Gehe deine Speisekarte durch und notiere jedes Gericht, das die teurer gewordene Zutat enthält. Vergesse Garnituren, Saucen und Beilagen nicht.
Sortiere nach Verkaufszahlen pro Woche
Setze deine meistverkauften Gerichte nach oben. Ein Gericht, das du 50x pro Woche verkaufst, hat mehr Auswirkung als eines, das du 5x verkaufst.
Berechne die neue Kostpreis pro Gericht
Aktualisiere den Preis der Zutat und berechne die neue Lebensmittelkostenquote. Überprüfe, ob du noch unter 35% liegst, sonst musst du den Verkaufspreis anpassen.
✨ Pro tip
Erstelle eine Tabelle mit deinen Top 10 Gerichten und ihren Hauptzutaten. Dann siehst du auf einen Blick, welche Rezepte du bei Preiserhöhungen überprüfen musst.
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Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich meine Rezepte auf Preiserhöhungen überprüfen?
Was ist, wenn mehrere Zutaten gleichzeitig teurer werden?
Muss ich auch Beilagen und Garnituren überprüfen?
Wann sollte ich ein Gericht von der Karte nehmen?
Wie verhindere ich, dass ich Rezepte bei der Überprüfung vergesse?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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