Getränkekostenanteil ist der Prozentsatz deines Getränkepreises, der in den Einkauf fließt. Für Cafés ist dies entscheidend, da Getränke oft 60-80% des Umsatzes ausmachen. Ein guter Ziel-Getränkekostenanteil stellt sicher, dass du profitabel bleibst, ohne deine Gäste mit zu hohen Preisen abzuschrecken.
Was ist Getränkekostenanteil?
Getränkekostenanteil (auch Pour Cost genannt) funktioniert genauso wie Lebensmittelkosten, aber für Getränke. Es ist der Prozentsatz deines Verkaufspreises (ohne MwSt.), der in den Getränkeeinkauf fließt.
💡 Beispiel:
Du verkaufst ein Bier für €3,63 inklusive 21% MwSt.
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €3,63 / 1,21 = €3,00
- Einkaufspreis Bier: €0,60
- Getränkekostenanteil: (€0,60 / €3,00) × 100 = 20%
⚠️ Achtung:
Alkoholische Getränke haben 21% MwSt., nicht 9% wie Lebensmittel. Rechne immer mit dem Preis ohne MwSt. für einen korrekten Getränkekostenanteil.
Übliche Getränkekostenanteil-Prozentsätze
Für verschiedene Getränketypen gibt es unterschiedliche Richtlinien:
- Bier: 18-25% (Fassbier oft niedriger als Flasche)
- Wein pro Glas: 20-28%
- Spirituosen/Cocktails: 15-22%
- Softdrinks: 15-25%
- Kaffee/Tee: 10-20%
Diese Prozentsätze sind Richtlinien. In einer trendigen Cocktailbar kannst du oft höhere Preise verlangen, wodurch dein Getränkekostenanteil niedriger ausfällt.
Faktoren, die deinen Getränkekostenanteil beeinflussen
Lage und Konzept bestimmen großteils, was du verlangen kannst. Ein Café in der Innenstadt kann andere Preise handhaben als ein Nachbarschaftscafé.
Einkaufsvolumen spielt eine große Rolle. Größere Mengen bedeuten bessere Einkaufspreise von deinem Lieferanten.
💡 Beispiel Volumeneffekt:
Heineken Biereinkauf:
- Kleines Café (10 Kästen/Woche): €0,70 pro Flasche
- Großes Café (50 Kästen/Woche): €0,55 pro Flasche
Bei €3,00 Verkaufspreis: 23% vs 18% Getränkekostenanteil
Verschwendung und Ausschank erhöhen deinen tatsächlichen Getränkekostenanteil. Denk an Bier, das zu lange steht, Wein, der umfällt, oder zu großzügiges Ausschenken.
Wie stellst du einen realistischen Ziel-Getränkekostenanteil ein?
Beginne mit einer Analyse deiner aktuellen Situation. Überprüfe deine 5 meistverkauften Getränke und berechne den aktuellen Getränkekostenanteil.
Schau dir deine Gesamtkosten an. Neben Getränken hast du auch Personal, Miete, Energie. Ein Café hat oft diese Kostenstruktur:
- Getränkeeinkauf: 20-28%
- Personal: 25-35%
- Miete: 8-15%
- Sonstige Kosten: 15-25%
- Gewinn: 10-20%
⚠️ Achtung:
Ein zu niedriger Getränkekostenanteil bedeutet oft zu hohe Preise. Deine Gäste gehen dann zur Konkurrenz. Finde das Gleichgewicht zwischen Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit.
Praktische Tipps für besseren Getränkekostenanteil
Messe deine Ausschankmengen. Verwende Jigger für Spirituosen und trainiere dein Personal, konsistent auszuschenken. 5ml extra pro Glas kann deine Marge ruinieren.
Überwache deine Bestände wöchentlich. Zähle, was in deiner Bar steht, und vergleiche mit deinen Verkaufszahlen. Große Unterschiede deuten auf Verschwendung oder Diebstahl hin.
💡 Beispiel Bestandskontrolle:
Letzte Woche:
- Bestand Anfang: 50 Flaschen Bier
- Eingekauft: 100 Flaschen
- Verkauft laut Kasse: 120 Flaschen
- Bestand Ende: 25 Flaschen
Differenz: 5 Flaschen nicht verkauft aber weg = Leckage
Verhandle mit Lieferanten. Frag nach Mengenrabatten oder Saisonaktionen. Jeder Cent weniger Einkauf verbessert direkt deine Marge.
Digitale Hilfsmittel
Mit einer App wie KitchenNmbrs kannst du deine Getränkepreise und deinen Getränkekostenanteil automatisch berechnen lassen. Du musst dann nicht alle Preise manuell in Excel verwalten.
Das System warnt dich auch, wenn Lieferanten ihre Preise erhöhen, sodass du rechtzeitig deine Verkaufspreise anpassen kannst.
Wie stellst du einen Ziel-Getränkekostenanteil ein? (Schritt für Schritt)
Analysiere deinen aktuellen Getränkekostenanteil
Berechne den Getränkekostenanteil deiner 5 meistverkauften Getränke. Verwende die Formel: (Einkaufspreis / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100. Dies gibt dir Einblick in deine aktuelle Situation.
Bestimme deine Gesamtkostenstruktur
Addiere alle Kosten: Personal, Miete, Energie, sonstige Kosten. Ziehe dies von 100% ab, um zu sehen, wie viel Platz du für Getränkeeinkauf + Gewinn hast. Verteile dies zwischen Getränkekostenanteil und Gewinnmarge.
Teste und passe an
Starte mit einem Ziel-Getränkekostenanteil zwischen 20-25% für deine Hauptgetränke. Überwache wöchentlich, ob du diesen erreichst und ob dein Umsatz stabil bleibt. Passe bei Bedarf deine Preise oder deinen Einkauf an.
✨ Pro tip
Überprüfe wöchentlich deine Top 3 Getränke auf Getränkekostenanteil. Wenn diese stimmen, hast du 70% deines Getränkegewinns unter Kontrolle.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist ein guter Getränkekostenanteil für ein Café?
Für die meisten Cafés liegt ein Getränkekostenanteil zwischen 20-28%. Bier kann etwas niedriger sein (18-25%), Cocktails etwas höher wegen der Komplexität. Es hängt von deiner Lage, deinem Konzept und der Konkurrenz ab.
Sollte ich MwSt. in meine Getränkekostenanteil-Berechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit dem Verkaufspreis ohne MwSt. Alkoholische Getränke haben in Deutschland 19% MwSt. Ein Bier von €3,63 inklusive MwSt. ist €3,05 ohne MwSt. für deine Berechnung.
Wie oft sollte ich meinen Ziel-Getränkekostenanteil anpassen?
Überprüfe monatlich, ob du dein Ziel erreichst. Passe dein Ziel an, wenn Lieferanten strukturell teurer werden oder wenn sich dein Konzept ändert. Bei Saisonschwankungen kannst du vorübergehend abweichen.
Was ist, wenn mein Getränkekostenanteil zu hoch ausfällt?
Überprüfe zuerst, wo das Problem liegt: zu großzügiges Ausschenken, Verschwendung, Diebstahl oder zu niedrige Verkaufspreise. Löse die Ursache, bevor du die Preise erhöhst.
Kann ich unterschiedliche Ziel-Getränkekostensätze pro Getränketyp haben?
Ja, das ist sogar sinnvoll. Bier kann einen niedrigeren Getränkekostenanteil haben als Cocktails. Premium-Marken können höhere Margen rechtfertigen als Hausmarken.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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