Ein Cocktail mit €2 Einkaufskosten verkaufst du für mindestens €8, um rentabel zu sein. Viele Barkeeper schätzen Cocktailpreise, wodurch sie bei jedem Drink Geld verlieren. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du den richtigen Verkaufspreis berechnest.
Die Formel für Cocktailpreise
Für Cocktails verwendest du die Pour Cost, das Äquivalent zur Lebensmittelkostenquote, aber für Getränke. Die Formel lautet:
Pour Cost % = (Einkaufskosten Zutaten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
Für eine rentable Bar hältst du die Pour Cost zwischen 18% und 25%. Bei 25% Pour Cost berechnest du deinen Mindestverkaufspreis so:
Mindestverkaufspreis ohne MwSt. = Einkaufskosten / 0,25
💡 Beispiel:
Cocktail mit €2 Einkautskosten bei 25% Pour Cost:
- Mindestpreis ohne MwSt.: €2 / 0,25 = €8,00
- Plus 19% MwSt.: €8,00 × 1,19 = €9,52
- Gerundet: €9,50 oder €10,00
Verkaufspreis: €10,00
MwSt. auf alkoholische Getränke
Achte darauf: alkoholische Getränke fallen unter den regulären MwSt.-Satz von 19%, nicht 7% wie Lebensmittel. Das bedeutet, dass dein Verkaufspreis höher ausfällt als bei Gerichten.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer vergessen die 19% MwSt. auf Alkohol und rechnen versehentlich mit 7%. Dann wird dein Cocktail €1-2 zu günstig bepreist.
Was zählst du zu den Einkaufskosten?
Bei Cocktails zählst du alle Zutaten, die ins Glas gehen:
- Spirituosen: Wodka, Gin, Rum, Whiskey
- Mixer: Tonic, Cola, Säfte
- Garnish: Limone, Oliven, Kirschen
- Eiswürfel: rechne €0,05-0,10 pro Cocktail
- Sirupe: Zuckersirup, Grenadine
💡 Beispiel Gin Tonic:
Einkautskosten pro Cocktail:
- Gin (4cl): €0,80
- Tonic (15cl): €0,45
- Limone (1 Stück): €0,15
- Eiswürfel: €0,08
Gesamte Einkautskosten: €1,48
Verschiedene Pour Cost Prozentsätze
Je nach Art deines Lokals kannst du verschiedene Pour Cost Prozentsätze anwenden:
- 18-20%: Cocktailbars, Lounges (höhere Margen)
- 22-25%: Restaurants mit Bar, Cafés
- 25-30%: Happy Hours, Aktionen (zeitlich begrenzt)
Je niedriger deine Pour Cost, desto mehr Gewinn machst du pro Cocktail. Aber dein Preis muss wettbewerbsfähig auf deinem Markt bleiben.
💡 Vergleich Pour Cost:
€2 Einkautskosten bei verschiedenen Prozentsätzen:
- 20% Pour Cost: €11,90 inkl. MwSt.
- 25% Pour Cost: €9,52 inkl. MwSt.
- 30% Pour Cost: €7,93 inkl. MwSt.
Wettbewerbsfähige Preise überprüfen
Nachdem du deinen Mindestpreis berechnet hast, checkst du den Markt. Besuche 3-5 vergleichbare Lokale und notiere ihre Cocktailpreise. Dein Preis muss in dieser Spanne liegen, sonst verkaufst du zu wenig (zu teuer) oder lässt Geld liegen (zu günstig).
Wie berechnest du den richtigen Cocktailpreis? (Schritt für Schritt)
Addiere alle Zutatenskosten
Berechne, was jede Zutat pro Cocktail kostet: Spirituosen, Mixer, Garnish, Eis. Addiere alles zusammen für die gesamten Einkautskosten pro Cocktail.
Wähle deinen gewünschten Pour Cost Prozentsatz
Bestimme, welcher Prozentsatz zu deinem Lokal passt: 18-20% für Cocktailbars, 22-25% für Restaurants mit Bar. Je niedriger der Prozentsatz, desto höher deine Marge.
Berechne Mindestverkaufspreis
Teile deine Einkautskosten durch deinen Pour Cost Prozentsatz: €2 / 0,25 = €8 ohne MwSt. Addiere 19% MwSt.: €8 × 1,19 = €9,52. Runde auf €9,50 oder €10 auf.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 5 meistverkauften Cocktails jeden Monat auf Pour Cost. Wenn diese stimmen, hast du 80% deines Bargewinns unter Kontrolle.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich 7% oder 19% MwSt. auf Cocktails rechnen?
Alkoholische Getränke fallen immer unter 19% MwSt., auch in Restaurants. Nur bei alkoholfreien Getränken, die du vor Ort konsumierst, rechnest du 7% MwSt.
Was ist eine gute Pour Cost für meine Bar?
Für Cocktailbars sind 18-22% üblich, für Restaurants mit Bar 22-25%. Je spezieller deine Cocktails und höher dein Service, desto niedriger darf deine Pour Cost sein.
Muss Eis in die Einkautskosten eingerechnet werden?
Ja, rechne etwa €0,05-0,10 pro Cocktail für Eiswürfel. Es scheint wenig, aber über tausende Cocktails pro Jahr summiert es sich.
Wie oft muss ich meine Cocktailpreise anpassen?
Überprüfe jeden Monat deine Einkautspreise für Spirituosen und Mixer. Wenn Lieferanten ihre Preise erhöhen, passe deine Preise an, um deine Marge zu halten.
Kann ich verschiedene Pour Cost Prozentsätze pro Cocktail anwenden?
Ja, Premium-Cocktails kannst du auf 18-20% setzen, Standard-Cocktails auf 25%. So maximierst du deinen Gewinn pro Getränkeart.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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