Miete ist oft die größte Fixkostenposition eines Restaurants - normalerweise 15-25% des Umsatzes. Viele Unternehmer wählen einen Standort nach Gefühl, vergessen aber zu überprüfen, ob sie genug verdienen können, um die Miete zu zahlen. In diesem Artikel lernst du, wie du eine realistische Mietgrenze berechnest, bevor du einen Mietvertrag unterzeichnest.
Warum eine Mietgrenze so wichtig ist
Du kannst das schönste Restaurant haben, aber wenn die Miete zu hoch ist, gehst du bankrott. Viele Gastronomen unterschätzen, wie viel Umsatz sie brauchen, um alle Kosten zu decken.
Eine Faustregel: Deine Miete darf maximal 20-25% deines erwarteten Umsatzes sein. Aber das ist zu einfach. Du musst alle Kosten berücksichtigen.
Berechne deine gesamten monatlichen Kosten
Bevor du eine Mietgrenze festlegen kannst, musst du wissen, was dein Restaurant pro Monat kostet, um zu laufen:
? Beispiel Kostenplan Bistro (50 Plätze):
- Personal: €8.000 pro Monat
- Lebensmitteleinkauf: €6.000 pro Monat
- Energie: €800 pro Monat
- Versicherungen: €300 pro Monat
- Sonstige Kosten: €900 pro Monat
Gesamt ohne Miete: €16.000 pro Monat
Schätze deinen realistischen Umsatz
Jetzt musst du ehrlich einschätzen, wie viel Umsatz du machen kannst. Schau dir an:
- Anzahl der Plätze: Wie viele Couverts pro Tag sind realistisch?
- Durchschnittliche Rechnung: Was zahlt ein Gast durchschnittlich?
- Anzahl der Öffnungstage: 6 oder 7 Tage pro Woche?
- Jahreszeiten: Gibt es ruhige Monate?
? Beispiel Umsatzberechnung:
50 Plätze, durchschnittlich 60 Couverts pro Tag, €22 durchschnittliche Rechnung:
- Pro Tag: 60 × €22 = €1.320
- Pro Woche (6 Tage): €1.320 × 6 = €7.920
- Pro Monat: €7.920 × 4,33 = €34.295
Monats-Umsatz: €34.295
⚠️ Achtung:
Sei konservativ mit deiner Umsatzschätzung. Lieber zu vorsichtig als enttäuscht. Es dauert oft 6-12 Monate, bis du auf volle Kapazität läufst.
Berechne deine maximale Miete
Jetzt kannst du ausrechnen, wie viel Miete du maximal zahlen kannst und noch Gewinn übrig hast:
Formel:
Maximale Miete = Erwarteter Umsatz - Alle anderen Kosten - Gewünschter Gewinn
? Beispiel Berechnung:
- Erwarteter Umsatz: €34.295
- Kosten ohne Miete: €16.000
- Gewünschter Gewinn: €3.000
Maximale Miete: €34.295 - €16.000 - €3.000 = €15.295
Das sind 44% des Umsatzes - viel zu hoch! Eine realistischere Mietgrenze liegt bei €6.000-€7.000.
Halte dich an die 20%-Regel als Maximum
Eine sichere Faustregel: Halte deine Miete unter 20% deines erwarteten Umsatzes. Im Zweifelsfall gehst du für eine niedrigere Miete, nicht für eine höhere.
- 15-18%: Sicher, genug Spielraum für Überraschungen
- 18-22%: Akzeptabel, aber wenig Spielraum für Fehler
- 22%+: Riskant, nur wenn du sicher weißt, dass du den Umsatz erreichst
Rechne verschiedene Szenarien durch
Erstelle drei Szenarien: optimistisch, realistisch und pessimistisch. Deine Mietgrenze sollte auf dem pessimistischen Szenario basieren.
? Beispiel drei Szenarien:
- Optimistisch: €40.000 Umsatz → max €8.000 Miete
- Realistisch: €34.000 Umsatz → max €6.800 Miete
- Pessimistisch: €28.000 Umsatz → max €5.600 Miete
Sichere Mietgrenze: €5.600
Vergiss die Nebenkosten nicht
Miete ist nicht nur der monatliche Mietpreis. Addiere auch diese Kosten:
- Servicegebühren: Reinigung gemeinsamer Räume, Instandhaltung
- Versorgungsleistungen: Manchmal separat, manchmal in der Miete enthalten
- Gemeindliche Abgaben: Abfallgebühren, Kanalgebühren
- Versicherungen: Gebäudeversicherung, Betriebshaftpflicht
⚠️ Achtung:
Frag immer nach den Gesamtmonatslasten, nicht nur der Kaltmiete. Nebenkosten können 20-30% zusätzlich zur Miete sein.
Teste deine Berechnung mit einer App
Ein System wie KitchenNmbrs hilft dir, deine Kostpreis pro Gericht und gesamte Kostenstruktur im Auge zu behalten. So siehst du, ob deine Schätzung stimmt und kannst nachsteuern, wenn die Zahlen nicht aufgehen.
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Wie berechnest du eine realistische Mietgrenze? (Schritt für Schritt)
Erstelle einen Überblick über alle monatlichen Kosten (ohne Miete)
Liste alle Kosten auf: Personal, Lebensmitteleinkauf, Energie, Versicherungen, Verwaltung. Addiere alles, was du jeden Monat ausgibst, außer der Miete.
Schätze deinen realistischen Monats-Umsatz
Berechne: Anzahl der Plätze × Couverts pro Tag × durchschnittliche Rechnung × Öffnungstage × 4,33 Wochen. Sei konservativ in deiner Schätzung.
Bestimme deinen gewünschten Gewinn pro Monat
Wie viel möchtest du für dich selbst behalten und zum Investieren verwenden? Rechne mindestens €2.000-€4.000 pro Monat für ein kleines Geschäft ein.
Berechne deine maximale Miete
Ziehe deine Gesamtkosten und deinen gewünschten Gewinn von deinem erwarteten Umsatz ab. Was übrig bleibt, ist deine absolute Mietgrenze.
Überprüfe die 20%-Regel
Ist deine Mietgrenze mehr als 20% deines Umsatzes? Dann geh für eine niedrigere Miete oder such einen günstigeren Standort. Sicherheit geht vor.
✨ Pro tip
Verhandle immer über die Miete, auch wenn es ein fester Betrag zu sein scheint. Viele Vermieter haben Spielraum, besonders wenn du einen soliden Geschäftsplan zeigst. Eine Senkung um €500 pro Monat spart €6.000 pro Jahr.
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In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist, wenn der perfekte Standort über meiner Mietgrenze liegt?
Kann ich eine höhere Miete mit mehr Umsatz rechtfertigen?
Muss ich VAT in meine Mietberechnung einbeziehen?
Was ist, wenn mein Umsatz im ersten Jahr sinkt?
Wie oft muss ich meine Mietgrenze neu berechnen?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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