Der Standort deines Restaurants bestimmt zu 60-70% dein Umsatzpotenzial, aber auch deine Startkosten. Ein Top-Standort in der Innenstadt kostet €15.000+ Miete pro Monat, kann aber €80.000+ Umsatz pro Monat generieren. Ein günstigerer Standort außerhalb des Zentrums kostet €4.000 Miete, begrenzt aber deinen Umsatz auf €30.000 pro Monat. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt berechnen, welcher Standort finanziell am besten für dein Konzept passt.
Die drei Kostenpositionen deiner Standortwahl
Jeder Standort hat drei finanzielle Auswirkungen auf dein Restaurant:
- Mietkosten: Von €2.000 bis €25.000+ pro Monat
- Einrichtungskosten: Von €30.000 bis €200.000+ einmalig
- Umsatzpotenzial: Von €20.000 bis €100.000+ pro Monat
💡 Beispiel: Innenstadt vs. Außenbezirk
Bistro 60 Sitzplätze, Vergleich zwei Standorte:
- Innenstadt: €12.000/Monat Miete, €150.000 Einrichtung, 70.000 Passanten/Tag
- Außenbezirk: €4.500/Monat Miete, €80.000 Einrichtung, 5.000 Passanten/Tag
Unterschied: €7.500/Monat Miete, €70.000 Einrichtung, aber 14x mehr potenzielle Kunden
Berechne dein maximales Umsatzpotenzial pro Standort
Dein Umsatzpotenzial hängt von drei Faktoren ab:
- Fußgängerverkehr: Wie viele Menschen laufen täglich vorbei?
- Konversionsrate: Welcher Prozentsatz stoppt und isst bei dir?
- Durchschnittliche Rechnung: Wie viel gibt jeder Gast durchschnittlich aus?
Formel Umsatzpotenzial:
Monatsumzatz = Passanten/Tag × Konversionsrate% × Durchschnittliche Rechnung × Tage offen × 30
💡 Beispielberechnung:
Standort Einkaufsstraße:
- Passanten: 20.000/Tag
- Konversionsrate: 0,3% (60 Gäste/Tag)
- Durchschnittliche Rechnung: €28,00
- Offen: 6 Tage/Woche
Umsatz: 60 × €28 × 6 × 4,3 = €43.344/Monat
Mietkosten als Prozentsatz des Umsatzes
Ein gesundes Miet-Umsatz-Verhältnis liegt zwischen 8-15% deines Umsatzes. Über 15% wird es schwierig, Gewinn zu machen.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer schauen nur auf absolute Mietkosten. Eine Miete von €8.000 ist teuer bei €40.000 Umsatz (20%), aber günstig bei €80.000 Umsatz (10%).
Break-Even-Berechnung pro Standort
Um zu bestimmen, welcher Standort finanziell am besten ist, berechnest du den Break-Even-Punkt:
Break-Even-Umsatz = (Miete + Sonstige Fixkosten) / (1 - Variable Kosten%)
Variable Kosten sind normalerweise 65-75% des Umsatzes (Lebensmittel, Personal, Energie).
💡 Break-Even-Vergleich:
Standort A vs. B, beide mit 70% variablen Kosten:
- Standort A: €12.000 Miete + €3.000 sonstige = €15.000 Fixkosten
- Standort B: €4.500 Miete + €3.000 sonstige = €7.500 Fixkosten
Break-Even A: €15.000 / 0,30 = €50.000/Monat
Break-Even B: €7.500 / 0,30 = €25.000/Monat
Einrichtungskosten amortisieren
Höhere Einrichtungskosten müssen aus höherem Gewinn amortisiert werden. Berechne, wie viele Monate das dauert:
Amortisationszeit = Zusätzliche Einrichtungskosten / Zusätzlicher Monatsgewinn
Eine gesunde Amortisationszeit liegt bei 24-36 Monaten.
Risikofaktoren pro Standorttyp
- Innenstadt/Einkaufsstraße: Hohe Miete, abhängig von Einzelhandelverkehr, Parkplatzprobleme
- Wohngebiet: Begrenzter Fußverkehr, abhängig von lokaler Bekanntheit
- Gewerbegebiet: Nur Mittagessen, begrenzte Abendverkäufe
- Touristischer Standort: Saisonal, hohe Miete
⚠️ Achtung:
Zähle immer alle Kosten auf: Miete, Nebenkosten, Gemeindesteuern, Parkplatzkosten für Personal und eventuell Kaution (oft 3-6 Monatsmieten).
Nutze Finanztools für deine Berechnung
All diese Berechnungen werden viel einfacher mit einem System, das deinen Break-Even-Punkt automatisch überwacht. Mit einer App wie KitchenNmbrs kannst du verschiedene Szenarien durchrechnen und sehen, wie die Standortwahl deine Rentabilität beeinflusst.
Wie berechnest du den Einfluss der Standortwahl? (Schritt für Schritt)
Inventarisiere alle Standortkosten
Notiere Miete, Nebenkosten, Gemeindesteuern, Kaution und geschätzte Einrichtungskosten. Zähle auch einmalige Kosten wie Renovierung und Genehmigungen auf.
Schätze das Umsatzpotenzial ein
Zähle eine Woche lang Fußgänger, schätze die Konversionsrate (0,1-0,5%) und bestimme deine durchschnittliche Rechnung. Multipliziere: Passanten × Konversionsrate × Rechnung × Tage.
Berechne Break-Even und Amortisationszeit
Teile Fixkosten durch Gewinnmarge (normalerweise 25-35%) für Break-Even-Umsatz. Teile zusätzliche Einrichtungskosten durch Unterschied im Monatsgewinn für Amortisationszeit.
✨ Pro tip
Verhandle immer über niedrigere Miete im ersten Jahr. Viele Vermieter akzeptieren 6-12 Monate Rabatt, um Leerstand zu vermeiden, was deinen Cashflow enorm hilft.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist ein akzeptables Miet-Umsatz-Verhältnis?
Zwischen 8-15% deines Umsatzes. Bei 15% oder höher wird es schwierig, gesunden Gewinn zu machen, es sei denn, du hast sehr hohe Margen.
Wie schätze ich Fußgängerverkehr ein?
Zähle eine Woche lang zu verschiedenen Zeiten. Beachte: Wochentags vs. Wochenende, Morgen vs. Abend. Frage auch Zahlen beim Vermieter oder der Gemeinde an.
Was, wenn mein berechneter Umsatz nicht erreicht wird?
Nutze eine Sicherheitsmarge von 20-30%. Wenn du €50.000 berechnest, plane mit €35.000-40.000, um finanzielle Probleme zu vermeiden.
Sollte ich immer den günstigsten Standort wählen?
Nein, schaue auf Umsatz minus Kosten. Ein teurer Standort mit viel Umsatz kann mehr Gewinn bringen als ein günstiger Standort mit wenig Umsatz.
Wie lange darf die Amortisationszeit der Einrichtung sein?
Maximal 36 Monate ist gesund. Länger bedeutet zu hohes Risiko, besonders weil Mietverträge oft 5 Jahre laufen mit unsicherer Verlängerung.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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