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📝 Arbeitskosten, GuV & Break-even · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie berechne ich meine Prime Cost als Prozentsatz des Umsatzes?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 17 Mar 2026

Prime Cost ist die Summe deiner Lebensmittelkosten und Personalkosten - die zwei größten Ausgaben jedes Restaurants. Es ist ein entscheidender KPI, der zeigt, wie viel Prozent deines Umsatzes für Zutaten und Löhne aufgewendet wird. Eine gesunde Prime Cost liegt normalerweise zwischen 55-65% des Umsatzes.

Was ist Prime Cost genau?

Prime Cost besteht aus zwei Komponenten:

  • Lebensmittelkosten: alle Ausgaben für Zutaten und Getränke
  • Personalkosten: alle Löhne, Sozialabgaben und Arbeitgeberkosten

Diese zwei Kosten zusammen machen normalerweise 55-70% deines Gesamtumsatzes aus. Wenn deine Prime Cost höher ist, bleibt wenig für Miete, Energie, Abschreibungen und Gewinn übrig.

💡 Beispiel:

Restaurant mit €50.000 Umsatz pro Monat:

  • Lebensmittelkosten: €15.000 (30% des Umsatzes)
  • Personalkosten: €13.000 (26% des Umsatzes)

Prime Cost: €28.000 = 56% des Umsatzes

Warum ist Prime Cost so wichtig?

Prime Cost ist deine größte Kostenposition. Wenn diese außer Kontrolle gerät, kannst du alle anderen Kosten noch so gut beherrschen - du machst keinen Gewinn. Es ist auch die Kostenposition, auf die du den meisten Einfluss hast.

Andere Kosten wie Miete sind fest. Aber du kannst steuern:

  • Wie viel Personal du pro Schicht einsetzt
  • Welche Zutaten du kaufst und zu welchen Preisen
  • Wie effizient deine Küche arbeitet
  • Wie viel Verschwendung es gibt

Lebensmittelkosten berechnen

Lebensmittelkosten sind alle Ausgaben für Zutaten und Getränke in einem Zeitraum, geteilt durch deinen Umsatz im gleichen Zeitraum.

Formel Lebensmittelkosten %:
(Gesamteinkauf Zutaten / Umsatz ohne MwSt.) × 100

💡 Beispiel Lebensmittelkosten:

Monat Januar:

  • Umsatz: €45.000 inkl. MwSt. = €41.284 ohne MwSt.
  • Einkauf Zutaten: €12.500

Lebensmittelkosten: (€12.500 / €41.284) × 100 = 30,3%

⚠️ Achtung:

Rechne immer mit Umsatz ohne MwSt. Die MwSt. gehört dir nicht - du gibst sie an die Steuerbehörde weiter.

Personalkosten berechnen

Personalkosten sind mehr als nur Löhne. Du musst alle Arbeitgeberkosten einrechnen:

  • Bruttolöhne aller Mitarbeiter
  • Soziale Arbeitgeberbeiträge (durchschnittlich 25% des Bruttolohns)
  • Urlaubsgeld (8% des Bruttojahresgehalts)
  • Eventuelle Boni oder Trinkgelder, die über die Lohnabrechnung laufen

💡 Beispiel Personalkosten:

3 Mitarbeiter, insgesamt €8.000 brutto pro Monat:

  • Bruttolöhne: €8.000
  • Arbeitgeberbeiträge (25%): €2.000
  • Urlaubsgeld (8% des Jahresgehalts): €533

Gesamtpersonalkosten: €10.533 pro Monat

Prime Cost Prozentsatz berechnen

Jetzt kannst du beide Komponenten addieren und durch deinen Umsatz teilen:

Prime Cost % = ((Lebensmittelkosten + Personalkosten) / Umsatz ohne MwSt.) × 100

💡 Beispiel Prime Cost:

Restaurant aus früheren Beispielen:

  • Umsatz ohne MwSt.: €41.284
  • Lebensmittelkosten: €12.500
  • Personalkosten: €10.533

Prime Cost: (€23.033 / €41.284) × 100 = 55,8%

Was ist eine gesunde Prime Cost?

Das unterscheidet sich je nach Restauranttyp, aber hier sind gängige Richtlinien:

  • Fine Dining: 50-60% (höhere Preise, mehr Personal)
  • Casual Dining: 55-65% (durchschnittliche Preise und Service)
  • Fast Casual: 60-70% (niedrigere Preise, schneller Service)
  • Lieferung: 50-60% (weniger Personal, aber Plattformgebühren)

⚠️ Achtung:

Wenn deine Prime Cost über 70% liegt, wird es schwierig, rentabel zu sein. Du musst noch Miete, Energie, Versicherungen und Abschreibungen bezahlen.

Wie oft solltest du Prime Cost berechnen?

Überprüfe deine Prime Cost mindestens jeden Monat. Viele erfolgreiche Restaurants tun dies wöchentlich. So siehst du schnell, wenn etwas schiefgeht, und kannst gegensteuern.

Für die tägliche Kontrolle kannst du schauen auf:

  • Personalkosten pro Tag (wie viele Stunden × Umsatz)
  • Täglicher Einkauf vs. Umsatz
  • Anzahl der Gäste vs. eingesetztes Personal

Wie berechnest du Prime Cost? (Schritt für Schritt)

1

Sammle deine Lebensmittelkostenzahlen

Addiere alle Ausgaben für Zutaten und Getränke des letzten Monats. Schau in dein Buchhaltungsprogramm nach den Konten 'Einkauf Lebensmittel' und 'Einkauf Getränke'. Vergiss nicht, die MwSt. abzuziehen, falls sie enthalten ist.

2

Berechne deine gesamten Personalkosten

Addiere alle Personalkosten: Bruttolöhne, Arbeitgeberbeiträge (etwa 25%), Urlaubsgeld und eventuelle Boni. Wenn du dir unsicher bist, schau in deine Lohnverwaltung nach dem Gesamtbetrag, den du pro Monat für Personal ausgibst.

3

Addiere Lebensmittelkosten und Personalkosten

Das ist deine Prime Cost in Euro. Teile dies durch deinen Umsatz ohne MwSt. und multipliziere mit 100 für den Prozentsatz. Wenn du über 70% kommst, ist Handeln erforderlich.

✨ Pro tip

Überprüfe deine Prime Cost jede Woche am gleichen Tag. So siehst du Trends und kannst schnell gegensteuern, wenn etwas schiefgeht. Eine App wie KitchenNmbrs berechnet dies automatisch für dich.

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Häufig gestellte Fragen

Sollte ich MwSt. in meine Prime Cost Berechnung einbeziehen?

Nein, rechne immer mit Beträgen ohne MwSt. Die MwSt. gehört dir nicht - du gibst sie an die Steuerbehörde weiter. Für eine faire Prime Cost Berechnung verwendest du Umsatz und Kosten ohne MwSt.

Was ist, wenn meine Prime Cost höher als 70% ist?

Dann wird es schwierig, rentabel zu sein. Schau zunächst auf deine Personalkosten: Arbeitest du effizient genug? Dann auf deine Lebensmittelkosten: Sind deine Einkaufspreise und Portionen noch realistisch? Oft liegt die Lösung in besserer Planung der Schichten.

Gehören Trinkgelder zu den Personalkosten?

Nur wenn sie über die Lohnabrechnung laufen und du Arbeitgeberbeiträge darauf zahlst. Trinkgelder, die direkt an Personal gehen (bar), sind keine Personalkosten für deine Berechnung. Diese kosten dich schließlich nichts.

Ist Prime Cost in jeder Jahreszeit gleich?

Nein, Prime Cost kann saisonal schwanken. Im Sommer sind manche Zutaten günstiger, aber du brauchst vielleicht mehr Personal. In ruhigen Zeiten steigt dein Prime Cost Prozentsatz, weil du feste Personalkosten bei niedrigerem Umsatz hast.

Kann ich Prime Cost senken, ohne die Qualität zu beeinträchtigen?

Ja, durch intelligentere Planung. Setze weniger Personal in ruhigen Momenten ein, kaufe saisonale Zutaten, reduziere Verschwendung und kontrolliere deine Portionsgrößen. Kleine Anpassungen können große Auswirkungen haben.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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