Online-Reservierungsplattformen können deinen Umsatz erhöhen, kosten aber auch Geld. Viele Restaurantbesitzer sehen nur die zusätzlichen Gäste, nicht die versteckten Kosten, die deine GuV beeinflussen. In diesem Artikel berechnest du Schritt für Schritt, was eine solche Plattform wirklich kostet und einbringt.
Die versteckten Kosten von Reservierungsplattformen
Eine Reservierungsplattform scheint kostenlos zusätzliche Gäste zu bringen. Aber es gibt mehr Kosten als nur das Abonnement:
- Plattformgebühren: €2-5 pro Reservierung
- Abonnementkosten: €50-200 pro Monat
- No-Show-Kosten: 5-15% der Reservierungen erscheinen nicht
- Betriebskosten: zusätzliche Zeit für die Verwaltung
💡 Beispiel:
Restaurant mit 50 Reservierungen pro Woche über die Plattform:
- Plattformgebühren: 50 × €3 = €150/Woche
- Abonnement: €100/Monat = €25/Woche
- No-Shows: 5 Reservierungen × €45 durchschnittliche Rechnung = €225 Verlust
Gesamtkosten: €400 pro Woche = €1.600/Monat
Auswirkungen auf deine GuV berechnen
Die Auswirkungen auf deine Gewinn- und Verlustrechnung hängen von drei Faktoren ab:
- Zusätzlicher Umsatz: wie viele neue Gäste kommen wirklich?
- Gesamtkosten: alle Kosten der Plattform
- Marge pro Gast: wie viel verdienst du netto pro Besucher?
Die Formel ist einfach:
Nettoauswirkung = (Zusätzlicher Umsatz × Gewinnmarge %) - Gesamtplattformkosten
💡 Beispielberechnung:
50 zusätzliche Gäste pro Woche über die Plattform:
- Zusätzlicher Umsatz: 50 × €45 = €2.250/Woche
- Gewinnmarge: 15% (nach allen Kosten)
- Zusätzlicher Gewinn: €2.250 × 0,15 = €338
- Plattformkosten: €400 (siehe vorheriges Beispiel)
Nettoresultat: €338 - €400 = -€62 pro Woche
Diese Plattform kostet dich also €62 pro Woche!
Welche Kosten rechnest du mit ein?
Für eine faire Berechnung rechnest du alle Kosten ein, die durch die Plattform entstehen:
Direkte Kosten
- Reservierungsgebühren: €2-5 pro realisierter Reservierung
- Abonnement: monatliche Fixkosten
- Kreditkartengebühren: 2-3% bei Online-Zahlungen
Indirekte Kosten
- No-Show-Verlust: Anzahl No-Shows × durchschnittliche Rechnungssumme
- Personalkosten: Zeit für Reservierungsverwaltung
- Opportunitätskosten: weniger direkte Buchungen durch Abhängigkeit
⚠️ Achtung:
Rechne nur die zusätzlichen Kosten ein, die durch die Plattform entstehen. Lebensmittelkosten und Grundkosten hast du ohnehin, die rechnest du nicht doppelt.
Break-Even-Punkt bestimmen
Um rentabel zu sein, muss gelten:
Zusätzlicher Gewinn aus neuen Gästen > Gesamtplattformkosten
Oder:
Anzahl zusätzlicher Gäste × Durchschnittliche Rechnung × Gewinnmarge % > Plattformkosten
💡 Break-Even-Beispiel:
Plattform kostet €1.600/Monat, deine Gewinnmarge ist 15%:
- Erforderlicher zusätzlicher Gewinn: €1.600
- Erforderlicher zusätzlicher Umsatz: €1.600 ÷ 0,15 = €10.667
- Bei €45 durchschnittliche Rechnung: €10.667 ÷ €45 = 237 zusätzliche Gäste
Du brauchst 237 neue Gäste pro Monat, um die Kosten zu decken.
Auswirkungen auf den Cashflow
Reservierungsplattformen beeinflussen auch deinen Cashflow:
- Positiv: einige Plattformen verlangen Vorauszahlung von Gästen
- Negativ: Plattformkosten werden oft wöchentlich abgerechnet
- Negativ: No-Shows kosten dich direkt Geld ohne Einnahmen
Berücksichtige den Zeitpunkt, zu dem Kosten und Einnahmen in deine Cashflow-Planung fließen.
Wie berechnest du die GuV-Auswirkung? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Plattformkosten
Addiere: Reservierungsgebühren pro Buchung, monatliches Abonnement, Kreditkartengebühren und geschätzte No-Show-Verluste. Rechne alles in monatliche Kosten um für einen fairen Vergleich.
Berechne deine Gewinnmarge pro Gast
Ziehe von deiner durchschnittlichen Rechnungssumme alle variablen Kosten ab (Lebensmittelkosten, Bedienung, Spülen). Der Rest ist deine Marge pro Gast, mit der du Fixkosten und Gewinn decken musst.
Bestimme, wie viele zusätzliche Gäste du wirklich bekommst
Zähle nur Gäste, die du sonst NICHT bekommen würdest. Bestehende Gäste, die jetzt über die Plattform buchen, sind kein zusätzlicher Umsatz, kosten aber Geld.
Berechne die Nettoauswirkung
Multipliziere zusätzliche Gäste × Marge pro Gast und ziehe die Gesamtplattformkosten ab. Eine positive Zahl bedeutet Gewinn, negativ bedeutet, dass die Plattform dich Geld kostet.
✨ Pro tip
Verfolge nicht nur, wie viele Reservierungen du bekommst, sondern auch, wie viele davon tatsächlich erscheinen und neue Gäste sind. Viele Plattformen zählen alle Reservierungen als 'Erfolg', aber nur zahlende neue Gäste zählen für deine GuV.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich No-Shows als Kosten einrechnen?
Ja, wenn die Plattform mehr No-Shows verursacht als direkte Buchungen. Du hast Zutaten eingekauft und Personal eingeplant für Gäste, die nicht kommen – das sind echte Kosten.
Wie weiß ich, ob Gäste wirklich 'zusätzlich' sind?
Vergleiche deine Gesamtzahl der Gäste vor und nach der Plattform. Nur der Nettoanstieg sind echte zusätzliche Gäste. Gäste, die von Telefon zur App wechseln, sind kein zusätzlicher Umsatz.
Welche Gewinnmarge sollte ich in der Berechnung verwenden?
Verwende deine Netto-Gewinnmarge nach allen Kosten, normalerweise 10-20% für Restaurants. Das ist der Prozentsatz deines Umsatzes, der als echter Gewinn nach allen Ausgaben übrig bleibt.
Kann eine Reservierungsplattform verlustbringend sein?
Absolut. Wenn die Kosten höher sind als der zusätzliche Gewinn, den neue Gäste bringen, kostet dich die Plattform Geld. Das passiert häufiger als gedacht bei kleinen Restaurants.
Wie oft sollte ich diese Berechnung durchführen?
Überprüfe dies monatlich, besonders in den ersten 6 Monaten. Plattformkosten und die Anzahl zusätzlicher Gäste ändern sich oft, daher kann deine ROI schnell von positiv zu negativ umschlagen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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