Dein erster Einkauf bestimmt dein Startkapital und deinen Cashflow für die kommenden Wochen. Viele angehende Restaurantunternehmer unterschätzen, wie viel Geld für einen vollständigen Bestand benötigt wird. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die Kosten deines ersten Einkaufs berechnest, damit du keine finanziellen Überraschungen erlebst.
Warum dein erster Einkauf so wichtig ist
Dein erster Einkauf ist mehr als nur Zutaten kaufen. Es ist die Grundlage deines ganzen Betriebs. Zu wenig Einkauf bedeutet, dass du bereits nach ein paar Tagen nachbestellen musst. Zu viel Einkauf bindet unnötig viel Geld, das du für andere Dinge brauchst.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer rechnen nur mit den Zutatenkosten, vergessen aber Reinigungsmittel, Verpackungsmaterial und Reservebestand. Dies kann dein Budget um 30-40% erhöhen.
Die 4 Kategorien deines ersten Einkaufs
Dein erster Einkauf besteht aus verschiedenen Kategorien mit jeweils eigenen Merkmalen:
- Frische Zutaten: Für 3-5 Tage (kurze Haltbarkeit)
- Trockene Vorräte: Für 2-4 Wochen (lange Haltbarkeit)
- Getränke: Für 1-2 Wochen (abhängig vom erwarteten Umsatz)
- Betriebsbedarf: Für 1 Monat (Reinigung, Verpackung)
Berechne deinen erwarteten Wochenumsatz
Bevor du einschätzen kannst, wie viel du einkaufen musst, musst du wissen, wie viel du verkaufen wirst. Sei realistisch, besonders in den ersten Wochen.
💡 Beispiel:
Eine Bistro mit 40 Plätzen im ersten Monat:
- Woche 1: 30 Couverts/Tag × 6 Tage = 180 Couverts
- Woche 2-3: 50 Couverts/Tag × 6 Tage = 300 Couverts
- Woche 4: 70 Couverts/Tag × 6 Tage = 420 Couverts
Durchschnittlicher Rechnungswert: €28 pro Person
Erwarteter Umsatz Woche 1: 180 × €28 = €5.040
Formel für Einkaufswert
Die Grundformel für deinen Einkaufsbedarf ist:
Einkaufswert = Erwarteter Umsatz × Lebensmittelkostensatz × Einkaufsfaktor
Wobei:
- Lebensmittelkostensatz: Normalerweise 30-35% für angehende Restaurants
- Einkaufsfaktor: 1,5 bis 2,0 (weil du für mehrere Wochen einkaufst)
💡 Berechnung erster Einkauf:
Erwarteter Umsatz erste 2 Wochen: €5.040 + €8.400 = €13.440
- Lebensmittelkosten 32%: €13.440 × 0,32 = €4.301
- Einkaufsfaktor 1,6: €4.301 × 1,6 = €6.882
- Extra für Betrieb: €1.500
Gesamter erster Einkauf: €8.382
Aufteilung pro Kategorie
Eine typische Aufteilung deines ersten Einkaufsbudgets sieht so aus:
- Frische Zutaten (35%): Fleisch, Fisch, Gemüse, Milchprodukte
- Trockene Vorräte (25%): Reis, Pasta, Gewürze, Öl, Essig
- Getränke (25%): Wein, Bier, Softdrinks, Kaffee
- Betrieb (15%): Reinigung, Verpackung, Servietten
Zeitplanung deiner Einkäufe
Verteile deinen ersten Einkauf über 2-3 Lieferungen, um deinen Cashflow zu verteilen:
💡 Einkaufs-Zeitplanung:
- 1 Woche vor Eröffnung: Trockene Vorräte und Getränke (€4.500)
- 2 Tage vor Eröffnung: Frische Zutaten erste Woche (€2.200)
- Nach 1 Woche: Frische Zutaten auffüllen (€1.682)
Gesamt verteilt über 3 Wochen: €8.382
Häufige Fehler beim ersten Einkauf
Vermeide diese kostspieligen Fehler, die viele Anfänger machen:
- Zu viel frische Ware: Zutaten verderben, bevor du sie verwendest
- Falsche Verhältnisse: Zu viel von einer Zutat, zu wenig von einer anderen
- Keine Reservebestände: Wenn etwas aufgebraucht ist, kannst du Gerichte nicht mehr zubereiten
- Betriebskosten vergessen: Reinigungsmittel sind auch ab Tag 1 notwendig
⚠️ Achtung:
Rechne immer 20% extra oben drauf für unvorhergesehene Ausgaben. Lieferanten können andere Preise haben als erwartet, oder du hast etwas vergessen.
Digitale Hilfsmittel für Einkaufsplanung
Eine App wie KitchenNmbrs kann dir bei der Planung deines ersten Einkaufs helfen, indem sie automatisch berechnet, wie viele Zutaten du pro Gericht brauchst. Du gibst deine Rezepte ein und das System berechnet, was du für eine bestimmte Anzahl von Couverts bestellen musst.
Wie berechnest du die Kosten deines ersten Einkaufs? (Schritt für Schritt)
Schätze deinen erwarteten Umsatz
Berechne realistisch, wie viele Couverts du in den ersten 2-3 Wochen erwartest. Multipliziere dies mit deinem durchschnittlichen Rechnungswert, um deinen erwarteten Umsatz zu erhalten.
Berechne deinen Einkaufsbedarf
Nimm 32% deines erwarteten Umsatzes als Lebensmittelkosten und multipliziere dies mit Faktor 1,6, um für mehrere Wochen einzukaufen. Addiere hier 15-20% für Betriebsbedarf hinzu.
Verteile über Kategorien
Teile dein Budget auf: 35% frische Zutaten, 25% trockene Vorräte, 25% Getränke, 15% Betrieb. Plane deine Einkäufe über 2-3 Lieferungen, um deinen Cashflow zu verteilen.
✨ Pro tip
Beginne mit einem begrenzten Menü von 8-12 Gerichten, die die gleichen Basiszutaten verwenden. Dies halbiert deine Einkaufskosten und reduziert das Verschwendungsrisiko.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Geld brauche ich für meinen ersten Einkauf?
Für ein Restaurant mit €10.000-15.000 erwarteten Monatsumsatz rechne mit €6.000-10.000 für deinen ersten Einkauf. Dies hängt von deinem Menütyp und der Anzahl der Plätze ab.
Kann ich meinen ersten Einkauf über mehrere Lieferungen verteilen?
Ja, das ist sogar ratsam. Kaufe trockene Vorräte 1 Woche vorher, frische Zutaten 2 Tage vor Eröffnung und fülle dann wöchentlich auf. Dies spart Cashflow.
Was ist, wenn ich meinen Umsatz falsch eingeschätzt habe?
Beginne konservativ und bestelle lieber etwas nach, als zu viel wegzuwerfen. In den ersten Wochen kannst du noch nicht gut einschätzen, wie viel du verkaufst. Besser 2x pro Woche bestellen als 1x zu viel.
Muss ich Mindestbestellwerte berücksichtigen?
Ja, viele Lieferanten haben Mindestbestellwerte von €100-250. Plane deine Einkäufe so, dass du diese Werte erreichst, sonst zahlst du extra Liefergebühren.
Wie verhindere ich, dass frische Ware verdirbt?
Kaufe frische Zutaten für maximal 3-5 Tage und plane dein Menü so, dass du Zutaten in mehreren Gerichten verwenden kannst. Beginne mit einem kleineren Menü, um Verschwendung zu begrenzen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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