Eine eigene App für Bestellungen kann deine Marge erheblich verbessern, da du keine Plattformgebühren an Lieferando oder Uber Eats zahlst. Aber die Berechnung ist anders als bei normaler Lieferung - du hast andere Kosten wie App-Entwicklung und Marketing. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du deine tatsächliche Marge bei eigenen Lieferkanälen berechnest.
Der Unterschied zur Plattformlieferung
Bei einer eigenen App zahlst du keine 15-30% Provision an Lieferplattformen. Das spart dir enorm bei deiner Marge. Aber du hast andere Kosten, die du in deine Berechnung einbeziehen musst.
💡 Beispielvergleich:
Pizza Margherita verkauft für €12,00:
- Über Lieferando: €12,00 - 25% Provision = €9,00 netto
- Über eigene App: €12,00 - €0 Provision = €12,00 netto
Unterschied: €3,00 mehr pro Pizza!
Kosten eines eigenen Lieferkanals
Eine eigene App bedeutet nicht, dass du keine Kosten hast. Diese musst du in deine Margeberechnung einbeziehen:
- App-Entwicklung und Wartung: €200-800 pro Monat
- Zahlungsverarbeitung: 1-3% des Bestellwerts
- Marketing und Werbung: Budget, um Kunden zu deiner App zu bringen
- Lieferkosten: eigene Fahrer oder externe Dienste
⚠️ Achtung:
Kunden müssen deine App finden und herunterladen. Das kostet Marketingbudget und Zeit zum Aufbau.
Margeberechnung eigene App
Die Formel für deine Nettomarge bei eigener Lieferung:
Nettomarge = Verkaufspreis - Lebensmittelkosten - Verpackung - Lieferung - App-Kosten - Zahlungsverarbeitung
💡 Beispielberechnung:
Pizza für €15,00 (inkl. 9% MwSt.):
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €13,76
- Lebensmittelkosten: €4,50 (33%)
- Verpackung: €0,75
- Lieferung: €2,50
- App-Kosten pro Bestellung: €0,50
- Zahlungsverarbeitung (2%): €0,28
Nettomarge: €13,76 - €8,53 = €5,23 (38%)
Break-Even-Punkt berechnen
Um zu wissen, wann deine eigene App rentabel wird, berechnest du den Break-Even-Punkt. Dies hängt von deinen festen App-Kosten und dem Margendifferenz pro Bestellung ab.
💡 Break-Even-Beispiel:
App kostet €400/Monat, Margendifferenz €3,00 pro Bestellung:
- Break-Even: €400 ÷ €3,00 = 134 Bestellungen pro Monat
- Das sind ungefähr 4-5 Bestellungen pro Tag
Ab 135 Bestellungen pro Monat verdienst du mehr als über Plattformen
Verpackungskosten einbeziehen
Bei eigener Lieferung hast du immer noch Verpackungskosten. Diese sind oft höher, weil du mehr in Qualität investieren musst - es gibt keine Plattform, die Qualitätskontrolle durchführt.
- Basis-Verpackung: €0,50-1,50 pro Bestellung
- Premium-Verpackung: €1,50-3,00 pro Bestellung
- Kühlung/Wärmehaltung: €0,50-1,00 zusätzlich
Lieferkosten organisieren
Du hast drei Optionen für die Lieferung, jede mit einer anderen Kostenstruktur:
- Eigene Fahrer: €8-12 pro Stunde + Fahrrad-/Rollerkosten
- Freiberufliche Fahrer: €2-4 pro Fahrt
- Externe Lieferdienste: €3-6 pro Fahrt
⚠️ Achtung:
Eigene Fahrer haben Fixkosten (auch wenn es ruhig ist), Freiberufler zahlst du pro Fahrt.
Marketingbudget für App
Kunden finden deine App nicht von selbst. Plane 10-20% deines App-Umsatzes für Marketing ein, um Downloads zu erhalten.
- Social-Media-Werbung: €100-500 pro Monat
- Flyer und lokale Werbung: €50-200 pro Monat
- Treueprogramm: Rabatte für App-Nutzer
Wie berechnest du die Marge deiner eigenen App? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten pro Bestellung
Addiere: Lebensmittelkosten + Verpackung + Lieferung + App-Kosten pro Bestellung + Zahlungsverarbeitung. App-Kosten pro Bestellung = monatliche App-Kosten ÷ Anzahl der Bestellungen pro Monat.
Berechne deinen Nettoertrag
Ziehe alle Kosten von deinem Verkaufspreis (ohne MwSt.) ab. Das ist deine Nettomarge pro Bestellung. Rechne immer ohne MwSt. für einen fairen Vergleich.
Vergleiche mit Plattformprovision
Berechne, wie viel du über Lieferando oder Uber Eats behalten würdest (minus 15-30% Provision). Der Unterschied zeigt dir, wie viel du pro Bestellung sparst.
Bestimme deinen Break-Even-Punkt
Teile deine monatlichen festen App-Kosten durch die Margendifferenz pro Bestellung. Das gibt dir die Anzahl der Bestellungen, die du brauchst, um rentabel zu sein.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einer einfachen App oder Website für Online-Bestellungen, bevor Sie in eine teure native App investieren. Viele Restaurants verdienen bereits gut mit einem einfachen Bestellformular auf ihrer Website.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Ist eine eigene App immer rentabler als Plattformen?
Nur wenn du genug Volumen hast. Du brauchst mindestens 100-200 Bestellungen pro Monat, um die Fixkosten wieder hereinzuholen. Darunter sind Plattformen oft günstiger.
Welche App-Kosten muss ich in meine Berechnung einbeziehen?
Berücksichtige: App-Entwicklung, monatliches Hosting, Wartung, Zahlungsverarbeitung (1-3%) und Marketing für Downloads. Vergiss auch nicht die Zeit, die du investierst.
Wie berechne ich App-Kosten pro Bestellung?
Teile deine gesamten monatlichen App-Kosten durch die Anzahl der Bestellungen diesen Monat. Bei €400 App-Kosten und 200 Bestellungen sind das €2,00 pro Bestellung, die du einbeziehen musst.
Muss ich MwSt. in meine Margeberechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer ohne MwSt. Die MwSt. zahlst du sowieso ab, also zählt sie nicht für deine Marge. Bei €15,00 inkl. MwSt. rechnest du mit €13,76.
Was ist, wenn ich sowohl eigene App als auch Plattformen nutze?
Berechne die Marge pro Kanal separat. Versuche, Kunden mit Rabatten oder Treueprogrammen zu deiner eigenen App zu lenken, da diese mehr einbringt.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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