Eine kostenlose Lieferaktion kann deinen Umsatz steigern, frisst aber an deiner Marge. Viele Unternehmer sehen zwar mehr Bestellungen eingehen, vergessen aber zu berechnen, wie viel Gewinn das kostet. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt zu berechnen, was eine zeitlich begrenzte kostenlose Lieferaktion mit deiner monatlichen Marge macht.
Was eine kostenlose Lieferaktion kostet
Normalerweise zahlt der Kunde €2,50 Lieferkosten. Bei einer kostenlosen Lieferaktion zahlst du diese Kosten. Aber es passiert mehr als das:
- Du zahlst die Lieferkosten für jede Bestellung
- Plattformen nehmen immer noch ihre Provision (15-30%)
- Du bekommst möglicherweise mehr Bestellungen, aber mit niedrigerer Marge pro Bestellung
- Kunden bestellen manchmal weniger, weil sie kein Minimum erreichen müssen
⚠️ Achtung:
Kostenlose Lieferung bedeutet nicht, dass du nichts zahlst. Du zahlst die Lieferkosten aus deiner eigenen Marge.
Berechne die Kosten pro Bestellung
Für jede Bestellung während der Aktion zahlst du zusätzliche Kosten:
💡 Beispiel:
Normale Situation vs. kostenlose Lieferaktion:
- Bestellwert: €25,00
- Lieferkosten normal: €2,50 (zahlt Kunde)
- Plattformgebühr: €6,25 (25% von €25)
- Dein Ertrag normal: €21,25
Bei kostenloser Lieferung:
- Bestellwert: €25,00
- Lieferkosten: €2,50 (zahlst du jetzt)
- Plattformgebühr: €6,25
- Dein Ertrag: €16,25
Unterschied: €5,00 weniger pro Bestellung
Die Formel: Zusätzliche Kosten pro Bestellung = Lieferkosten + (Lieferkosten × Plattformgebühr %)
Berechne die Auswirkung auf deine monatliche Marge
Um zu wissen, was die Aktion deine monatliche Marge kostet, brauchst du diese Zahlen:
- Anzahl zusätzlicher Bestellungen durch die Aktion
- Durchschnittlicher Bestellwert während der Aktion
- Deine normale Marge pro Bestellung
- Dauer der Aktion in Tagen
💡 Beispielberechnung:
Kostenlose Lieferung für 1 Woche:
- Normale Bestellungen: 20 pro Tag
- Bestellungen während der Aktion: 35 pro Tag
- Zusätzliche Bestellungen: 15 pro Tag × 7 Tage = 105 Bestellungen
- Kosten pro Bestellung: €5,00
- Gesamtkosten der Aktion: 105 × €5,00 = €525
Aber du hast auch zusätzlichen Umsatz:
- 15 zusätzliche Bestellungen × €25 Durchschnitt = €375 zusätzlicher Umsatz
- Marge auf zusätzliche Bestellungen (z.B. 35%): €131,25
- Nettoeffekt: €131,25 - €525 = -€393,75
Die Aktion kostet dich €394 in dieser Woche
Wann lohnt sich eine kostenlose Lieferaktion?
Eine kostenlose Lieferaktion lohnt sich nur, wenn:
- Du viele neue Kunden bekommst, die danach weiter bestellen
- Dein durchschnittlicher Bestellwert während der Aktion steigt
- Du die Kosten auf zukünftige Bestellungen neuer Kunden verteilen kannst
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer denken, dass mehr Bestellungen immer besser sind. Aber wenn du pro Bestellung Verlust machst, verlierst du mehr Geld bei mehr Bestellungen.
Alternative Aktionen mit besserer Marge
Statt kostenloser Lieferung könntest du überlegen:
- Mindestbestellung senken: Von €20 auf €15 Minimum
- Prozentuale Rabatte: 10% Rabatt auf alles
- Kostenlose Extras: Kostenloses Getränk bei Bestellungen über €25
- Treueprogramm: Bei 3 Bestellungen ist die 4. kostenlos
💡 Beispiel Alternative:
10% Rabatt statt kostenloser Lieferung:
- Bestellwert: €25,00
- Rabatt: €2,50
- Kunde zahlt: €22,50 + €2,50 Lieferung = €25,00
- Dein Ertrag: €16,25 (gleich wie kostenlose Lieferung)
Aber: Kunde fühlt sich nicht so "übers Ohr gehauen" durch Lieferkosten
Verfolge deine Ergebnisse
Halte während und nach der Aktion fest:
- Anzahl neuer Kunden vs. bestehender Kunden
- Wie viele neue Kunden innerhalb von 30 Tagen erneut bestellen
- Durchschnittlicher Bestellwert während vs. nach der Aktion
- Gesamtkosten vs. zusätzliche Marge langfristig
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du deine Bestelldaten und Margen pro Plattform verfolgen, damit du siehst, welche Aktionen wirklich für deine Rentabilität funktionieren.
Wie berechnest du die Auswirkung kostenloser Lieferung auf deine Marge?
Berechne deine zusätzlichen Kosten pro Bestellung
Addiere die Lieferkosten, die du normalerweise nicht zahlst. Das sind normalerweise €2,50-€3,50 pro Bestellung. Achtung: Auf diese Kosten zahlst du auch noch Plattformgebühren.
Schätze die Anzahl zusätzlicher Bestellungen
Vergleiche deine normalen Bestellzahlen mit dem, was du während der Aktion erwartest. Rechne konservativ: lieber eine positive Überraschung als eine Enttäuschung.
Berechne die Gesamtkosten der Aktion
Multipliziere zusätzliche Kosten pro Bestellung mit der Anzahl zusätzlicher Bestellungen und der Dauer der Aktion. Ziehe davon die zusätzliche Marge ab, die du mit den zusätzlichen Bestellungen verdienst.
✨ Pro tip
Teste zuerst einen Tag kostenlose Lieferung, bevor du eine ganze Woche machst. So siehst du die Auswirkung ohne großes Risiko und kannst nachsteuern.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. auf die Lieferkosten zahlen, die ich übernehme?
Nein, du zahlst keine zusätzliche MwSt. Die Lieferkosten, die du übernimmst, sind einfach eine Marketingkosten für dein Unternehmen.
Wie weiß ich, ob neue Kunden wirklich zurückkommen?
Verfolge dies über dein Plattform-Dashboard. Schau, wie viel Prozent der neuen Kunden innerhalb von 30 Tagen erneut bestellen. Unter 20% ist normalerweise schlecht.
Kann ich die Aktion vorzeitig beenden, wenn sie zu teuer wird?
Ja, die meisten Plattformen lassen dich Aktionen zwischenzeitlich anpassen oder beenden. Überprüfe aber die Bedingungen, bevor du anfängst.
Was ist, wenn mein durchschnittlicher Bestellwert während der Aktion sinkt?
Dann wird die Aktion teurer als berechnet. Erwäge, eine Mindestbestellwert für kostenlose Lieferung festzulegen, z.B. €20 oder €25.
Ist es besser, die Aktion selbst zu machen oder über die Plattform?
Über die Plattform erreichst du mehr Menschen, zahlst aber Provision auf den Rabatt. Eigene Aktionen über Social Media können günstiger sein.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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