Eine Mindestbestellung erhöht deinen durchschnittlichen Bestellwert, beeinflusst aber auch deine Margenberechnung. Bei Lieferung zahlst du Plattformgebühren auf die gesamte Bestellung, daher kann ein höherer Bestellwert deine Marge verbessern. Hier lernst du Schritt für Schritt, wie du das durchrechnest.
Warum Mindestbestellungen deine Marge beeinflussen
Bei Lieferung hast du andere Kostenpositionen als in deinem Restaurant. Plattformgebühren (15-30%), Verpackungskosten und Lieferkosten schmälern deine Marge. Eine Mindestbestellung sorgt dafür, dass sich diese Kosten auf einen höheren Bestellwert verteilen.
💡 Beispiel ohne Minimum:
Bestellung €15 über Thuisbezorgd:
- Bestellwert: €15,00
- Plattformgebühren (25%): €3,75
- Verpackung: €0,80
- Foodcost (30%): €4,50
Nettoertrag: €15 - €3,75 - €0,80 - €4,50 = €5,95 (39,7%)
Die Auswirkung einer Mindestbestellung
Mit einem Minimum von beispielsweise €25 zwingst du Kunden, mehr zu bestellen. Dies verteilt deine Fixkosten pro Bestellung besser.
💡 Beispiel mit Minimum €25:
Bestellung €25 über Thuisbezorgd:
- Bestellwert: €25,00
- Plattformgebühren (25%): €6,25
- Verpackung: €1,20
- Foodcost (30%): €7,50
Nettoertrag: €25 - €6,25 - €1,20 - €7,50 = €10,05 (40,2%)
Berechne deinen Break-Even-Mindestbetrag
Du kannst ausrechnen, was du mindestens brauchst, um rentabel zu sein. Das hilft dir bei der Festlegung deiner Mindestbestellung.
Formel:
Mindestbetrag = Fixkosten pro Bestellung / (1 - Foodcost% - Plattformgebühren%)
💡 Break-Even-Berechnung:
Fixkosten pro Bestellung: €2,00 (Verpackung + deine Zeit)
Variable Kosten: 30% Foodcost + 25% Plattform = 55%
Mindestbetrag: €2,00 / (1 - 0,55) = €4,44
Alles über €4,44 ist Gewinn. Für eine gesunde Marge wählst du oft ein Minimum von €20-30.
⚠️ Achtung:
Ein zu hohes Minimum schreckt Kunden ab. Teste verschiedene Beträge und überwache deine Bestellfrequenz. Manchmal ist ein niedrigeres Minimum mit mehr Bestellungen rentabler.
Verpackungskosten in deine Kostenkalkulation einbeziehen
Vergiss nicht, deine Verpackungskosten einzubeziehen. Diese variieren je nach Gericht und Bestellgröße.
- Kunststoffbehälter: €0,15-0,40 pro Stück
- Kartonboxen: €0,20-0,60 pro Stück
- Saucenbehälter: €0,05-0,10 pro Stück
- Besteck und Servietten: €0,10-0,15 pro Person
- Tragetaschen: €0,05-0,15 pro Bestellung
Addiere dies zu deinem Foodcost für ein realistisches Bild deiner Marge.
Überwache deine Zahlen pro Plattform
Jede Lieferplattform hat andere Kosten. Thuisbezorgd, Uber Eats und Deliveroo berechnen unterschiedliche Prozentsätze und haben unterschiedliche Regeln für Promotionen.
💡 Plattformvergleich:
- Plattform A: 25% Kosten, Minimum €20 → 40% Nettomarge
- Plattform B: 30% Kosten, Minimum €25 → 38% Nettomarge
- Eigene Website: 3% Zahlungsgebühren, Minimum €15 → 65% Nettomarge
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du pro Plattform und pro Gericht deine tatsächliche Marge berechnen, einschließlich aller Verpackungs- und Plattformkosten.
Wie berechnest du die Marge auf Liefergerechten? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten pro Bestellung
Notiere deine Plattformgebühren (normalerweise 15-30%), Verpackungskosten pro Gericht und eventuell anfallende Lieferkosten. Addiere auch kleine Dinge wie Besteck, Servietten und Tragetaschen.
Berechne deinen Foodcost inklusive Verpackung
Addiere zu deinen normalen Ingredienzikosten die Verpackungskosten. Berechne diesen Prozentsatz von deinem Verkaufspreis ohne MwSt. (9% für Lebensmittel).
Ziehe alle Kosten vom Bestellwert ab
Bestellwert minus Plattformgebühren minus Verpackungskosten minus Foodcost = deine Nettomarge. Teile dies durch den Bestellwert für deinen Margenprozentsatz.
✨ Pro tip
Überprüfe, welche Gerichte Kunden bei Mindestbestellungen oft kombinieren. Bewirbe diese Kombinationen aktiv – so erhöhst du deinen durchschnittlichen Bestellwert, ohne das Minimum zu erhöhen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. in meine Liefermarge-Berechnung einbeziehen?
Rechne immer mit Preisen ohne MwSt. Lebensmittel haben 9% MwSt., daher ist ein Gericht von €18,50 €16,97 ohne MwSt. Darauf berechnest du deinen Foodcost und deine Marge.
Was ist eine realistische Marge für Liefergerechte?
Durch Plattformgebühren liegt deine Nettomarge niedriger als in deinem Restaurant. 35-45% Nettomarge ist realistisch, im Vergleich zu 65-75% bei direktem Verkauf in deinem Lokal.
Wie oft sollte ich meine Mindestbestellung anpassen?
Überwache monatlich deinen durchschnittlichen Bestellwert und die Anzahl der Bestellungen. Wenn deine Bestellfrequenz sinkt, erwäge, dein Minimum zu senken. Wenn Bestellungen zu klein bleiben, erhöhe das Minimum.
Kann ich unterschiedliche Minima pro Plattform festlegen?
Ja, jede Plattform hat eigene Regeln. Du kannst auf Thuisbezorgd €20 Minimum haben und auf Uber Eats €25, abhängig von deren Kosten und deinem Kundenverhalten pro Plattform.
Muss ich Lieferkosten in meine Margenberechnung einbeziehen?
Wenn du selbst lieferst ja, wenn die Plattform liefert nein. Eigenlieferung kostet Benzin, Zeit und Verschleiß. Rechne etwa €2-4 pro Fahrt ein, abhängig von der Entfernung.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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